Natural History Museum Library
D & W 1988
ABHANDLUNGEN,
VON DER
SENCKENBERGISCHM N ÄTURFORSCHEN DEN
GESELLSCHAFT.
DRITTER BAND.
Mit Tafel I-XXVI.
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FRANKFURT A. M.
HEINRICH LUDWIG B R (E N N E R.
1859 — 1861.
Inhalt.
Seite
Dr. Friedrich Scharff , aber den Quarz. Tafel I u. II t
Dr. G. MettenhlS , über einige Farngattungen.
V. Cheilanthes. Tafel III 47
VI. Asplenium. Tafel IV— VI. 100
Fr. Hessenberg , mineralogische Notizen. Zweite Fortsetzung. Tafel VII— IX 255
C. Meltenheimer , Beobachtungen über niedere Seethiere. Tafel X u. IX 287
j P. A. Kesselmeyer , Uber den Ursprung der Meteorsteine. Tafel XII — XIV 313
0. Büchner , Quellenverzeichniss zur Literatur der Meteoriten 455
J. C. G. Lucä , zur Morphologie der Rassenschädel. Tafel XV — XXVI 483
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Leber den Quarz .
Von
Dr. Friedrich Scharf.
Tafel I. u. n.
\ ielfach schon haben sich die Naturforscher bemüht, den Bau oder die Zusammen- setzung des Quarzes zu ergründen und klar zu stellen. Sie haben seine Winkel und Kanten , und die Lage seiner Flüchen gemessen und bestimmt , sie haben auf mikros- kopischem Wege erkannt, dass er aus einer unendlichen Zahl kleiner gleichgestalteter Theile zusammengesetzt sei, aber wie diese Theile sich zusammenlugen, wie der Kry- stall wachst und sich gestaltet, das ist noch unerklärt; es soll — nach der Meinung Vieler — auch unerklärt bleiben. Wenn trotz dem hier versucht wird, die ersten Schritte zu einer solchen Erklärung zu unternehmen, so wird derjenige, welcher aus eigner Erfahrung die damit verknüpften Schwierigkeiten kennt, ein nachsichtiger Beur- theiler sein , und nicht verlangen , dass in einem ersten Anlaufe sofort das Ziel erreicht werde. Ein vorzügliches Handbuch der Mineralogie hat den Quarz als Ausgangspunkt des ganzen Systems gewählt, weil an Mannichfaltigkeit kein zweites Fossil ihm zur Seite gesetzt werden könne, „welches so viel Licht über das Wesen eines Minerals verbreitete“. Dies ist richtig, so weit damit die blos äussere Erscheinung, nicht aber wenn die Bildung, der Bau, die Structur gemeint sein sollte. In dieser Beziehung giebt es kaum ein Mineral, welches so isolirt steht J), kaum ein Mineral, welches sein Wesen so geheimnissvoll gehütet und abgeschlossen hätte, als eben der Quarz. Haiiy hat bei seinem theoretischen Aufbau der Krystalle vielfach den Kalkspath zur Bestätigung seiner Doctrin benutzt, den Quarz hat er scheu zur Seite liegen lassen. Leydolt hat es aus-
D Frankenheim, System der Krystalle, Hdbg. Jahrb. 1842. S. 631.
Abhandl. d. Senckenb. naturf. Ges. Bd. III. 1
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gesprochen, dass die Zusammensetzung der Quarze sehr verschieden sei von der Zusam- mensetzung anderer Mineralien, die in demselben Systeme krystallisiren.
Die mancherlei Substanzen und Formen, welche man vom Quarze umschlossen fand, lenkten frühe schon die Aufmerksamkeit der Mineralogen auf die Bildungsweise des letz- teren hin. Linne, Wallerius, Scheuchzer, Henkel, Justi glaubten in den Berg- krystallen Strohhalme, Würmlein, Moos, Messing-, Seiden- und Goldfäden, ja sogar Hasenhaare zu erblicken, und schlossen daraus, dass der Quarz ehedem flüssig gewesen, aus weicher Masse nach und nach geronnen und erhärtet sei.
Als man später eine Bildung der Erdrinde aus feurig flüssiger Masse lehrte, mag die Bildungsweise des Bergkrystalls nicht besonders berücksichtigt worden sein ; auch der glühende Teig war nur als weiche, plastische Masse zu denken. Dazu kam, dass die Aufgabe der Mineralogie damals überhaupt noch mehr war zu sammeln, zu ordnen, als zu erklären. Mohs bemerkt in seiner Mineralogie, dass die Naturgeschichte die Naturproducte betrachte wie sie seien , nicht wie sie geworden ; sie frage nicht nach der Entstehung derselben, sondern nur nach ihren naturhistorischen Eigenschaften, „welche den einzigen Gegenstand ihrer Betrachtungen ausmachen“. Die Naturgeschichte war eine Naturbeschreibung, nach festen Begeln in besondere Schemata eingeordnet.
Gerade dieses ernste Schaffen unserer Vorgänger hat die Wissenschaft allmählig auf eine Stelle gehoben, von welcher aus uns jetzt eine weitere Rundschau zu halten ermög- licht ist. Wie aber die Botanik schon längst den Standpunkt der blossen Naturbeschrei- bung verlassen, so ist es auch an der Zeit, dass ihre jüngere Schwester, die Mineralogie, ihr darin nachfolge. Sonst mochte es genügen, den Quarz in seinem Bruche als muschelig zu bezeichnen; jetzt denkt man daran, die Veranlassung aufzusuchen, aus welcher der Bruch stets in so eigenthümlicher Weise auftritt.
Zwei Richtungen der Wissenschaft haben neuerdings vorzugsweise bei dem Stu- dium des Quarzes sich betheiligt : die geometrische , welche die äusseren Flächen
des Krystalls sorgfältig misst und durch ideales Zerlegen desselben ein System berechnet, und die optische, welche aus den Erscheinungen bei durchfallendem Lichte eine Schluss- folgerung auf den körperlichen Bau zieht. So wichtig die erstere Richtung gewesen für die Klarstellung des Wesens der Krystalle überhaupt, so wenig konnte sie später dazu dienen, Aufschluss über die allmählige Fortbildung eines Krystalls zu verschaffen. Der Geometer blieb exact, so lange er das Winkelmaass anzulegen im Stande war, sobald er dies zur Seite lassen musste, also bei dem grössten Theile der missbildeten Krystalle, oder sobald er eine Deutung versuchte, verlor er den festen Boden. „Denkt man sich
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die Fläche beliebig verlängert“, „wenn man so oder so abschneidet“, „denkt man sich die Flächenpaare abwechselnd wachsend und verschwindend“, mit solchen Vorstellungen muss der Schüler gar häufig die Krystalle sich aufbauen. Stimmte nur das schliessliche Ergehniss exact mit der exacten Wissenschaft überein , so war ein Widerspruch nicht wohl zulässig.
Es gewährt eine grosse Freude, die gediegene Abhandlung von Gustav Rose: „über das Krystallisationssystem des Quarzes“ zu studiren; aber am Ende bleibt doch der Zweifel, oh seine Vorstellungsweise von dem Bau des Quarzes eine richtige sein könne. Es sollen zwei oder mehr Individuen sein, welche, einen gemeinschaftlichen Raum erfüllend, durch einander gewachsen sind, zwei gleichsam gestaltlose Wesen, welche, mit einander um den Platz ringend, eine bestimmte Gestalt erlangten; oder zwei ideale Formen, welche zusammentretend in Theilen, in Segmenten, auch körper- lich eine bestimmte, eine andere Gestalt gewonnen. Viele Lehrer der Mineralogie haben sich diese Vorstellung vom Bau des Quarzes angeeignet, anderen genügt dieselbe nicht. Man findet die Zusammensetzung des Bergkrystalls auch aus unendlich vielen hohlen, übereinandergelagerten Pyramiden erklärt. Damit stimmte dann freilich „eine gewisse Spaltbarkeit“ nicht überein, welche man nach cd P bemerkt haben wollte, auch nicht die Landkartenbildung vieler Bergkrystalle. Naumann findet in der Abhandlung von Descloiseaux, dass dieser eine Schichtenbildung (superposition de couches minces — lames assez irrögulieres) bei dem Bau des Bergkrystalls beobachtet habe , und nicht geneigt scheine , das Gesetz der tetartoedrischen Ausbildung des Quarzes anzuerkennen ; und trotz dem solle seine Abhandlung den glänzendsten Beweis für die Richtigkeit des- selben liefern. Allein das „Gesetz der tetartoedrischen Ausbildung des Quarzes“ mag dem Geometer genügen zur Zerlegung und Berechnung einer üusserlich sich darstellenden Form, der Mineraloge aber wird Bedenken tragen, es als „Bildungsgesetz“ anzuerkennen. Doch ist die Deutung und Erklärung der Bildungsweise des Quarzes an und für sich so schwierig, dass auch ein Missverständniss, die irrige Auflassung einer Doctrin, wohl Ent- schuldigung verdienen würde. 2)
2) Hier sei es zugleich gestattet, einige Unrichtigkeiten hervorzuheben, welche in der Abhandlung: Krystall und Pflanze, sich eingeschlichen. — ■ S. 90 daselbst ist gesagt, Leydolt habe nichts darüber mitge- theilt, ob ein Krystall nach seiner ganzen Länge blossgelegt worden. Das ist aber auf S. 75 allerdings geschehen. — Auf S. 18 der Abhandlung wurde, bei der Umarbeitung derselben, dem verdienten Werke von Naumann eine Ungenauigkeit grundlos zur Last gelegt. —
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Genaueren Aufschluss über die Bildungsweise des Quarzes gab diejenige Richtung der Wissenschaft, welche sich auf optische Erscheinungen stützte. In Haidinger hat sie einen würdigen Repräsentanten, und in der Kaiserstadt die Hülfsmittel gefunden, welche sie bedurfte. Man liess das Licht durch dünn geschliffne, senkrecht auf die Hauptaxe geschnittene Platten fallen, und bemerkte, dass von einer „gleichmässigen Bil- dung “ des Krystalls gar nicht die Rede sein könne. Die Krystallspitze war gewöhnlich heller, durchsichtiger, als der Krystallfuss , ein „Kern“ zeigte sich, oben breiter wie unten. Bei dem Amethyst bemerkte man an drei abwechselnden Seiten der sechsseiti- gen Platten sich durch die Farbe auszeichnende Zwickel oder Keile, und diese drei- eckigen Räume wiederum durch eine dunklere Linie getheilt. Die Polarisalionsfiguren waren durch den ganzen Raum wechselnd, oder es fand sich eine „äussere Rinde“ vor, in welcher der Amethyst andere Erscheinungen zeigte, als im Kern. Und je tie- fer man in dem Krystall herabstieg, desto mannichfaltiger stellte sich die Grup- pirung dar.
Nun aber kamen die Schlussfolgerungen , bei welchen natürlich auf die Lehrsätze der geometrischen Mineralogie auch Rücksicht zu nehmen war. Zwei Kräfte waren es, die sich in dem Krystall in ihren Wirkungen offenbart hatten, eine nach rechts, eine nach links gestaltende, schaffende. Diese Kräfte wurden in den geometrischen idealen Hälften personificirt; sie erhielten die Namen: rechts- und linksdrehende Krystalle, eine Bezeichnung, die nicht unglücklicher ist als das Wort: Hemitropie. Von diesem Halt- punkte konnte man weiter bauen, und baute man weiter. Der Krystall wurde construirt aus rechts- und linksdrehenden „Bergkrystallindividuen“, oder aus dünnen rechts- und links - Blättchen , welche in einer bestimmten Richtung geschichtet waren. Anders sei hierbei der Vorgang gewesen bei dem Absatz der äusseren Hüllen, als bei den tieferen Schichten; anders bei dem Amethyst, als bei dem Bergkrystalle. Man sprach aus, dass die „ Eigenschaft des Drehens “ der eigentlich „normale Zustand“ des krystallisirten Quarzes sei, und dass die Stelle, wo er sich wie ein gewöhnlicher positiver Krystall verhält, ein erst hervorgebrachtes Gleichgewicht zwischen entgegengesetzten Wirkungen darstelle. Den Naturforscher leitete hierbei mehr ein richtiger Takt, als eine klare An- schauung des Vorgangs. Das gleiche kann von dem Nachweis gesagt werden, dass die Art und Weise, wie die Trapezflächen an den plagiedrischen Berg- krystallen um diese herumliegen, „den Sinn jener Drehung bestimme“. Brewster schloss aus den optischen Eigenschaften, dass in einem linksdrehenden Krystall an einzelnen Stellen rechtsdrehende Theile „eingeschaltet“ seien, in einem andern
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Vorkommen aber in einen ursprünglich rechtsdrehenden Krystall linksdrehende „ein- gedrungen“ seien.
Von grosser Bedeutung sind neuerdings die Untersuchungen von Leydolt und von Descloiseaux geworden, welche nicht nur das, durch beide hervorgehobene Rich- tungen der Mineralogie gesammelte wissenschaftliche Material benutzten, sondern auch die optischen Anschauungen noch klarer stellten. Im Laufe seiner Untersuchungen fand sich Leydolt mehr und mehr zu der Vorstellung gedrängt, dass der ganze Quarz- krystall aus kleinen regelmassigen Körpern in bestimmten Stellungen wunderbar zusam- mengesetzt sei; daneben hält er auch an dem Satze fest, dass alle Quarzkrystalle ihrem inneren Baue nach aus den im rhomboedrischen Systeme vorkommenden Hälften bestehen, daraus zusammengesetzt seien. Wie Quenstedt die Darstellung der Projectionsfigur als den einzig wahren Weg zur Erkenntniss der Krystalle bezeichnet, so ist Ley- dolt der Meinung, dass mit der Aetzung senkrecht auf die Axe geschnittener Plättchen der einzige Weg betreten worden, der zur lienntniss der Zusammen- setzung des Quarzes führen werde. In mancher Beziehung mag er dabei Recht haben. Auch die innere Structur des Baumes konnte man nicht errathen, so lange man nicht den Stamm quer durchschnitten, und die so gewonnene Fläche untersucht hatte. Aber war damit die Kenntniss der Pflanze erschöpft? Noch blieb es übrig, die Functionen der Wurzeln, der Rinde, der Blätter kennen zu lernen. Aehnlich bei dem Krystall. Wissen wir es doch nicht einmal zu erklären, warum das Aetzen der Platten nicht eine gleichmässige Wirkung hervorbringt, warum die Landkartenbildung deutlicher vortritt. —
Descloiseaux seinerseits verfolgt einen andern Weg. Er findet, dass die Unter- suchungen des äusseren Krystalls zwar nicht immer genügen, die durch das Licht anschau- lich gemachten Anomalien der inneren Structur zu erkläre^, umgekehrt aber auch der innere Bau in seinen Beziehungen zur äusseren Hülle nicht klar gestellt sei. Er hebt es entschieden hervor, dass der Hauptzweck, welcher seiner Arbeit zu Grunde gelegen, der gewesen sei, nachzuforschen, ob zwischen dem verschiedenartigen Auftreten der äusseren Hülle und der inneren Structur eine Wechselbeziehung sei. Möglich, dass ihn am Ende gerade wieder das herkömmliche Aufsuchen von neuen, noch unbekannten Flächen verhindert hat, das vorgesteckte Ziel ganz zu erreichen. Wenige mögen mit solcher Gewissenhaftigkeit und Ausdauer den Quarz beobachtet haben, wie Descloiseaux. Aber er sieht es für ein Unglück an, wenn das Goniometer nicht mehr angelegt, der Winkel nicht genau gemessen werden kann.
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Der Weg aber, den Descloiseaux eingeschlagen, das Ziel, das er sich vorge- steckt, es bleibt zu verfolgen, bis es erreicht sein wird.
Seitdem Haüy für einen jeden Krystall eine Grundform bestimmte, und um diese mit gleichgeformten Körpern den Bau fortsetzte, seitdem ist es noch nicht gelungen, über eine Grundform des Quarzes sich zu einigen. Der Geometer ist noch bemüht , das wahre Grundrhomboeder herauszurechnen, und der Optiker steht darnach vergeblich auf der Warte. Während G. Rose die verlängerte Fläche von P als Grundrhomboeder beibehält, findet Haidinger, übereinstimmend mit Mohs, es „vorteilhafter“, das Trigonoid S als Grundlage anzunehmen. Vielleicht Hesse sich auch eine Vereinigung, eine Zusammenstellung der Flächen S und + R als Grundform denken, — aber je mehr man sich in den wunderbaren Bau des Krystalls vertieft, desto mehr dringt sich die Vermuthung auf, dass gar keine Grundform des Quarzes existirt, nur ein Grund- gesetz, wie bei der Pflanze. Alle anscheinend einfachen Gestalten, z. B. das langge- streckte Rhomboeder (s. Fig. 1.), von welchem Exemplare in dem Wiener Hof-Mine- ralien-Cabinet und in dem Heidelberger Akad. Museum zu Tage liegen, oder ähnliche Formen , sie tragen in der chloritischen Erfüllung und in den gewundenen Kanten mehr das Gepräge oder die Andeutung einer Missbildung, als einer Grundform.
Der Pyramidenbau des Quarzes tritt dem Beschauer als der wichtigste, bedeutungs- vollste Theil entgegen. Wohl hat man behauptet, diese Flächen in alleinigem Auftreten, ohne das Prisma gefunden zu haben, nie aber das letztere ohne die Pyramidalflächen. Fehlen sie hier und da gänzlich oder zum Theile, so ist gewiss immer ein äusseres Hinderniss zu entdecken, das der gesetzlichen Ausbildung im Wege gestanden. Nach dessen Beseitigung sind es vor Allem die Pyramidalflächen, welche der Krystall mit dem grössten Eifer, oft mit Uebereilung, herzustellen strebt.
Diese Wichtigkeit der Pyramidalflächen fand darin eine Anerkennung, dass einige Lehrer der Mineralogie die hexagonale Pyramide als Grundgestalt dem Quarze zutheil- ten; ihre Flächen würden an allen Quarzen angetroffen, auch entsprächen die Blätter- durchgänge den Flächen dieser Gestalt. Man construirte demgemäss alle bildlichen Dar- stellungen von Bergkrystallen , die Gipfelkanten mussten in einer Spitze zusammenstossen. Andere Forscher beachteten mehr die verschiedene Ausdehnung der sechs Gipfel- flächen, entdeckten „eine Tendenz rhomboedrischer Hemiedrie“, und wählten desshalb ein Rhomboeder als Grundgestalt. Geometrisch die vorhandenen Flächen darnach zu berechnen und zu benennen , das machte keine Schwierigkeit , desto mehr aber das An- schaulichmachen und klare Deduciren eines dergestalt zusammengewachsenen Baues. Die
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Spaltbarkeit war nach allen Flächen so ziemlich gleichmässig nicht vorhanden, doch fand man bei einigen Quarzen von Siena und von Oisans abwechselnd eine horizonte Streifung auf den P Flächen. Man glaubte darin eine neue Bestätigung zu finden, dass die sechs- flächige Zuspitzung des Quarzes aus zwei Rhomboedern bestehe, von denen das eine als die Grundform oder das Rhomboeder R, das andere als sein Gegenrhomboeder r' oder — R zu betrachten sei. Beide unterschieden sich nicht allein „häufig“ durch die Verhältnisse des Glanzes und der Grösse, sondern auch durch ihr Vorkommen mit den andern Rhomboedern. Sind aber die Rhomboeder erster Ordnung alle glänzend und glatt, diejenigen zweiter Ordnung „meist“ matt oder gestreift, oder sind die Flächen des Hauptrhomboeders wellig (ondulees), diejenigen des Gegenrhomboeders „par- faitement unies“ , zeigt sich daneben in den optischen Erscheinungen keine Ueberein- stimmung, so muss eine verschiedene Bildungsweise einer solchen Verschiedenheit zu Grunde liegen. Ein Weiteres Hesse sich nicht daraus schliessen, insbesondere nicht, dass das Hauptrhomboeder + R, und das Gegenrhomboeder — R oder r', zweien ver- schiedenen rhomboedrischen Individuen angehören , welche durcheinander gewachsen seien.
Auch die optischen Erscheinungen in der Pyramide des Bergkrystalls sprechen wohl dafür, dass eine verschiedene Bildungsweise von + R und von — R wahrschein- lich sei, nicht aber für ein durcheinander gewachsen sein zweier rhomboedrischen Indi- viduen. Die drei keilförmigen Ausschnitte, welche auf drei abwechselnden Flächen P sich hemerklich machen, auch auf den Krystallplatten von Uescloiseaux vortreten, sie werden von Hai ding er beschrieben als durch eine dunklere Linie in zwei Theile getrennt, welche eine verschiedene Anordnung unterscheiden Hessen. Leydolt beobachtet nach dem Aetzen der äusseren Krystallhülle kleine Vertiefungen auf den Pyramidalflä- chen, Formen, welche zwar an und für sich gleich gestaltet, aber auf + R parallel der anliegenden Kante des Prisma , auf — R parallel der Kante von + R : + R ge- reihet sind.
So scheint hier und dort eine Besonderheit auf der einen oder auf der andern Pyramidalfläche sich hemerklich zu machen , aber sie alle weisen nur darauf hin , dass der Quarz seine Flächen in verschiedener Weise baut oder bauen kann, nicht aber dass seine Gestalt durch das Zusammentreten mehrerer Individuen bedingt sei. Wenn wir es unternehmen aufzusuchen, wie der Krystall seine verschiedenen Flächen baut, werden wir ohne Zweifel eine richtigere, eine würdigere Vorstellung von dem Wesen des Krystalls erhalten.
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Uebereinstimmend mit andern Forschern glaube ich die Ansicht aussprechen zu dürfen, dass der Quarz durch Auflagerung feiner Blättchen auf den verschiedenen Flächen wächst. Aeusserungen von Descloiseaux3), von Haidinger4) und An- deren lassen auf eine gleiche Vorstellungsweise schliessen. Die scharfsinnigen Unter- suchungen von Leydolt haben auch wohl diesen Forscher zu gleicher Ueberzeugung ge- bracht. Auf dem durchschnittenen Quarze sieht er feine Furchen, „deren jede einer Platte entspricht“.
Die Ueberkleidung mit jüngeren Blättchen findet aber nicht auf allen Flächen, welche am Quarze gefunden werden, gleichmässig statt, sie scheint selbst nicht auf den gleich- geltenden Flächen in gleicher Weise und Anordnung vor sich zu gehen. Am deutlich- sten lässt sie sich nachweisen auf den Pyramidalflächen, dann auf den Prismenflächen, ebenso auf den glatten und glänzenden steileren Rhomboederflächen , endlich auf den Flächen 2 P 2; es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass auch die Trapezflächen, vor allen 6 P % solche Ueberkleidungen erleiden.
Die Gestalt dieser feinen Blättchen scheint eine Raute zu sein. Sie findet sich so am vollständigsten ausgebildet auf den Prismenflächen, auf m R und auf 2 P 2. Auf den Pyramidalflächen ist es meist nur ein Theil, eine Hälfte, welche von der Kante P : P nach dem inneren Flächenraume vorwächst, die spiessigen Formen an einander gereiht oder über einander gelagert.
Fast überall ist eine bestimmte Richtung nachzuweisen, in welcher die Ueber- lagerung der Lamellen vor sich geht, aber es ist vorerst durchaus kein allgemeines Gesetz dafür aufzufinden. Bei den verschiedenen Vorkommen scheint es ein Verschie- denes zu sein , und wieder mannichfaltig scheint die gedrängte Krystallstellung , die Be- hinderung in der freien Ausbildung, und das Zusammenwachsen von Krystallen auf den Fortbau der Krystalle einzuwirken. Während die Ueberkleidung von R bei dem einen Krystalle von einer Gipfelkante her vorschreitet, zieht sie bei einem zweiten von dem Gipfelwinkel herab, oder scheint gar mitten auf der Fläche den Ausgang zu nehmen. Ersteres ist besonders bei den Madraner Krystallen zu verfolgen, und wieder vorzugs- weise auf Flächen + R, die jüngeren Blättchen stets kleiner aufgelagert, die untere Kante fast parallel mit der Kante R : oo R — cf. Fig. 2. — Bei den Krystallen von
3) Memoire S. 20. 148. 166.
4) Pleochroismus u. Kryst. str. in Sitzungsberichten Bd. XII. S. 402.
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Bogshan , sowie bei solchen von Elba, auf den grossen Orthoclasen daselbst aufge- wachsen, finden wir dagegen, dass Blättchen von den zwei Gipfelkanten her wie Fenster- vorhänge sich übereinander decken,* Fig. 3. Auch bei anderen breiten, tafelförmig geeinten Krystallen ist nicht selten das gleiche zu beobachten; Fig. 4, Krystall vom Madranerthal. Bei Krystallen von Oberstein zieht sich bisweilen die blättrige Feberlagerung von der Spitze herab in schuppenförmigen Absonderungen, wie in Fig. 5 dargestellt.
Es scheint, dass aus solcher Fortbildung durch Lamellenauflagerung auf umschlos- senen Theilkrystallen die eigenthiimlichen erhabenen Zeichnungen zu erklären sind, welche auf den Pyramidalflächen der Bergkrystalle in kleineren geschweiften Umrissen die Gestalt der Gesammtfläche wieder nachahmen, und welche vielleicht nicht unpassend nach ihrer Aehnlichkeit mit einer Bischofsmütze „Infulbildungen“ benannt werden mögen; Fig. 6, Carrara; Fig. 4, Oberstein. V. Lang hat sie in einem Aufsatze: Unter- suchung über die Structur des Quarzes (Sitzungsberichte 1856) geometrisch zu messen versucht. Descloiseaux vermuthet, dass diese leichten Vorsprünge auf den Pyramidal- flächen — ayanl la forme d’un triangle isocele aigu, ä cötes faiblement arrondis et Orientes comme les cötes de la face eile meine — zahlreichen Nadeln angehören, deren Vereinigung den Gesammtkrystall bilde. G. Rose hat dieser Erscheinung wohl allzu- wenig Aufmerksamkeit geschenkt; er spricht nur von „warzigen“ Flächen. Es ist sehr interessant, dass die gleiche, parquetartige Infulbildung auch auf Pyramidalflächen der Topase, besonders von Murtschinsk, sich findet.
Solche Blättchen, welchen hier der Fortbau des Krystalls zugeschrieben wird, treten zuweilen so stark ausgebildet auf, dass ihre schmalen Seitenflächen genau erkannt werden können. Bei unregelmässig und unvollständig ausgefüllten Krystallen von Schemnitz, vom Greiner und von Elba ragen dünne Blättchen von den Kanten aus, spiessig ausgezackt, nach dem mittleren Flächenraume; sie sind zum Theile wandartig, freistehend, die Seiten- flächen spiegeln alle gleichzeitig ein , Fig. 8.
Wenn wir sehen, dass hei den verschiedenen Vorkommen eine verschiedene Fort- bildungsweise der Quarzkrystalle sich anzudeuten scheint, so drängt dies zu der Unter- suchung, ob nicht auf diesem Wege Merkmale aufgefunden werden können zur Unterscheidung von -j- R und von — R. Allein das Resultat einer solchen Prüfung ist ein sehr zweifelhaftes. Man glaubt oft diese oder jene Bildungsweise der einen Fläche Vorbehalten zu müssen, und dann trifft man wieder dieselbe Eigenthümlichkeit bei einer andern Fläche an, welche zweifellos von entgegengesetzter Bedeutung ist. Die bestimmtesten Kennzeichen und Aufschlüsse über eine Pyramidalfläche finden sich nicht
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Abhandl. d. Senckcnb. naturf. Ges. Bd. III.
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auf dieser selbst, sondern zur Seite, in der Streifung- der anliegenden Fläche 2 P 2, welche parallel der Kante mit + R läuft, in dem Auftreten gewisser Trapezflächen auf einer Prismenfläche, und in den steileren Rhomboedern, welche bei jedem Vorkommen in bestimmter Weise einem + oder aber einem — R anzuliegen pflegen. Weniger zuverlässiges Merkmal ist das Vorherrschen dreier + Rflächen; bei manchem Vorkom- men, z. R. von Schemnitz und von Elba, findet dasselbe in der That statt, bei anderem aber auch nicht. Dann spottet wieder die mannichfachste Einigung von Krystallen jeder Berechnung , welche auf Abwechselung von + und — , oder auf die grössere räum- liche Ausdehnung des ersteren gebaut ist. Manchmal finden sich bei bipyramidalen Krystallen an der einen Pyramide fünf Flächen 2 P 2 mit dem bestimmten Nachweis, dass fünf Flächen + R daselbst sich zur Seite liegen.
Weder die Glätte, noch die Wellenbildung, die Zitzen-, Parquet-, Inful -Bildung, Täfelung, oder wie man sonst die auftretenden Zeichnungen benennen mag, mögen dem einen oder aber dem andern R zu reserviren sein ; man findet sie hier und findet sie dort, oft gleichartig auf allen oder den meisten subsequenten Pyramidalflächen sich wie- derholend. Manchmal ist man versucht den Unterschied in der Richtung der Strömung gleichsam von Substanz, welche die sich überlagernden Blätter darstellt, erkennen zu wollen; es scheint, als ob bei + R die Parquetzeichnungen mehr senkrecht stehen, die Basis derselben stets horizontale Streifen parallel mit der Kante von oc R bildet , dass bei — R aber die untere horizontale Begrenzung der Inful -Zeichnung bauchig ausge- schweift, auch statt dieser die Zitzen -Bildung characteristisch, dass überhaupt die Zeich- nung auf — R weniger regelmässig sei, kurz gebrochen, oft wie durcheinander liegende Palmzweige oder Federn, in den verschiedensten gebogenen Streifengruppen gedrängt; — aber alles dies kann auch in dem unregelmässigen Bau der einzelnen Krystalle einen Grund haben. Vorzugsweise bei + R mag ein Ueberziehen der Pyramidalflächen von einer Gipfelkante her stattfinden, ausgezeichnet dies bei den Krystallen von Oberstem (Fig. 9), ebenso die breite, gleichmässige Ueberlagerung der Blättchen (Fig. 2); aber auch auf -f R, z. B. von Bogschan, Fig. 3, kann ein Ueberlagern der Fläche von zwei Seiten her beobachtet werden, und bei den Bergkrystallen , welche neben dem gediegenen Gold von Siebenbürgen sich finden, ist diese Ueberlagerung von zwei Kanten her ebensowohl auf den rhomboedrischen + Rflächen, als auch auf dem tiefer abwärts auftretenden — R deutlich zu erkennen.
Eine verschiedene Bildung von + und von — R ist ausgezeichnet bei den Ame- thysten von Rio Pardo zu bemerken, deren das Wiener Hof- Mineralien - Cabinet eine
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grosse Anzahl besitzt. Auf + R ist die Zeichnung in Bändern parallel den Gipfelkanten geordnet, in der Diagonale der Fläche eigenthümlich verstrickt (Fig. 10), — R ist dagegen entweder glatt, oder mit kleinen Wärzchen durchaus drüsig bedeckt.
So zeigt sich wenigstens bei manchem Vorkommen, dass + R anders erbaut sei, als — R; es mag ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden bestehen, weniger vielleicht immer in der Art und Weise der Construction, als in der Bedeutung und Auf- gabe, die ihnen geworden. Es scheint + R die Grundbedingung des Krystalls zu sein, — R aber die Bedingniss der Vollendung, der gleichmässigen Gestaltung und des Säulenbaues. Im Laufe dieser Abhandlung wird es nöthig sein, darauf wieder zurück- zukommen. —
Ist schon beim Bergkrystalle es oft schwierig + R und — R zu bestimmen, so ist dies in bei weitem höheren Grade noch der Fall beim gemeinen Quarz.
Ueber die Anwendung der Bezeichnung „Quarz“ und „Bergkrystall“ bestehen keine festen Regeln; das erstere wird vorzugsweise und im Allgemeinen als Familiennamen für die aus Kieselsäure bestehenden Individuen oder Massen des Mineralreiches benutzt, das letztere für die reiner und in prismatischer Erstreckung ausgebildeten Individuen. Mit dem Begriff eines Krystalls war frühe schon die Vorstellung des klaren, reinen, durchsichtigen verbunden. Kostbare Arbeiten aus „Bergkrystall“ waren vor Jahrhun- derten schon in den Schatzkammern von Dresden und von Wien aufbewahrt: „Berg- krystall“, „Krystall“, „Wasserkrystall“ wurden als gleichbedeutend aufgeführt. A 1 1 — mann gedenkt seines Landsmanns Dr. Cappeler, welcher den Grimselberg besucht, „die Geburtsstadt des Krystalls“; er glaubt, dass die Krystalle nichts seien als ein reiner Quarz. Gmelin giebt an, der Bergkrystall habe seine wesentlichen Eigen- schaften mit dem Quarze gemein, aber er breche nur nesterweise, habe ein mehr blätt- riges Gewebe und immer etwas bestimmtes in seiner äusseren Gestalt, die in ordent- lichen Linien eingeschlossen sei. Vogel beschreibt den Quarz als festen, mehr oder weniger durchsichtigen Grubenstein,- er sei entweder körnigt und ungeformt, oder kry- stallinisch. Den weissen Krystall nenne man insgemein „Bergkrystall“.
Eine strenge Grenze hier zu ziehen ist vorerst unmöglich ; in Traverselia findet sich der Bergkrystall in langen, wasserhellen Säulchen, aber auch kurz, fast prismenlos, end- lich auch in grüngefärbten Säulen. Die trüben, undurchsichtigen, säuligen Krystalle von Brilon oder von Pforzheim werden in manchen Handbüchern als Bergkrystalle aufgeführt, ebenso wie in den Alpen auch die mannichfach verwachsenen braunen oder grauen Quarzgruppen als „Strahlen“ oder „Strahle“ mitbezeichnet werden. In dem trefflich
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geordneten Wiener Hof- Mineralien- Cabinet ist unter der Bezeichnung: „Bergkrystall“ aufgelegt: das Vorkommen von Marmarosch, daneben Rauchquarze, Citrin, Rheinkiesel, Schemnitzer Krystalle; unter dem „gemeinen Quarze“: die Krystalle von Monte Pulciano, Osnabrück, St. Jago, Zinnwald und wiederum Schemnitz, von den ersteren nicht wesent- lich zu unterscheiden. Neuerdings haben die Mineralogen in den wissenschaftlichen Arbeiten sich vorzugsweise des allgemeineren Familiennamens „Quarz“ bedient, doch ist es wohl denkbar, dass sich schärfere Unterscheidungsmerkmale zwischen Quarz und Bergkrystall noch auffinden lassen; nur an dem prismatisch ausgebildeten Bergkrystall finden sich die mannichfaltigen Secundärflächen vor, selten ist heim gemeinen Quarze neben der Pyramide und dem kurzen Prisma noch die Fläche 2 P 2 , schmal und langgestreckt zu entdecken. Der Bergkrystall scheint mehr ein geschlossenes Individuum darzustellen, der Quarz mehr ein Sammelindividuum zu sein , welches über seine Theile nicht voll- ständig Herr geworden. 5)
Es treten auf dem mittleren Flächenraume von R häufig kleine Krystallköpfe selbstständig auf6); sie ragen zum Theil giebelförmig vor aus der lückenhaften Fläche. Gelingt es dem Gesammtkrystall , die untergebenen Individuen zu beherrschen und zur gemeinsamen Ausbildung zu fördern, so werden die R flächen mehr oder weniger glatt sich darstellen. Auf den grösseren Quarzkrystallen von Griedel und von Usingen ist immer ein etwa fingerbreiter Rand zu beiden Seiten der Gipfelkanten von dem Gesammtkrystall fertig gebracht; der mittlere Flächenraum zeigt nur unregelmässige Erfüllung und aus der Vertiefung vortretende Krystallköpfe. Bei anderen grösseren Rauchquarzen besteht der Rand der Flächen aus Lamellen, welche, wie bei den Bogshaner Amethysten, in Form von Vorhängen über einander geschlagen sind ; der obere Theil der Fläche, zunächst dem Gipfel, ist völlig zugedeckt, es treten viele kleine Infuln darauf vor; auf dem untern Theile der Fläche ist der mittlere Raum nicht ausgeglichen und zeigt die dreieckigen Ver- tiefungen, Hohlformen zwischen mangelhaft geeinten Krvstallchen.
Zunächst den Pyramidalflächen sind es die Prismenflächen, welche eine besondere Aufmerksamkeit verdienen, wenn auch seither zumeist die geometrische Ausmessung genügen musste. Man hat das Prisma mit äusserst steil aufgerichteten Pyramidalflächen
5) V o 1 g e c weicht in „Erde und Ewigkeit“ von der jetzt üblichen Benennung ganz ab; er wünscht, dass die locale Bezeichnung : „Strahlen“ (Strahler) allgemein für Bergkrystall angewendet werden möchte.
6) Photographisch dargestellt, Bd. I. dieser Abh. , Taf. XX.
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verglichen, bei welchen, wie bei überhohen Tönen, die menschlichen Sinne zur Unter- scheidung nicht mehr ausreichen. Die Streifung auf den Prismenflachen hat man als das Ergebniss von, den primitiv Rhomboederflachen parallel aufgelagerten Blättern gedeutet, oder auch als das Resultat einer sogenannten „oscillatorischen Combination“ (von cd K und 4 R, ?), hervorgebracht durch den Versuch des Krystalls, den Bau durch die Pyra- mide abzuschliessen , und durch das stets wiederholte Vorwärtsschiessen der Prismen- bildung. Man hat über manche Lebensäusserung gespottet, welche dem Ilrystall angedichtet worden sei, aber eine solche launenhafte Sinnesänderung, die findet man ganz natürlich. Selbst Dana wiederholte sie noch in der dritten Ausgabe seines „System of Mineralogy“.
Ob beim Quarze das Prisma beständig vorkomme, ob es Bedingung der Krystall- gestalt sei, darüber ist man nicht einig. Aber für den Fall des reinen Dihexaeders giebt man zu, dass es nur „klein und sehr klein“ vorkomme; somit scheint jedenfalls die Gestaltung von prismatischen Flächen bei der Fortentwickelung, bei dem Wachsen des Krystalls eine Nothwendigkeit zu sein. Vielleicht aber zeigt sich dieselbe schon durch das Auftreten der — R flächen bedingt. Quenstedt giebt zwar auf S. 161 seines Handbuchs die Abbildung der kleinen säuligen Bergkrystalle auf dem Eisenglanze von Elba, welche nur rhomboedrische Endigung haben sollen. Bei genauer Untersuchung aber wird man das Gegenrhomboeder entdecken, wenn auch nur in der Grösse einer Stecknadelspitze.
Man hat sich hier erlaubt, die zunächst an + R angrenzende Prismenfläche bei dem Mangel einer bessern Bezeichnungsweise mit + oc R, die zu — R gehörende als — oo R zu benennen. Bei bipyramidalen Krystallen muss dabei freilich das + oo R allmählig in — qd R übergehen. Es mag eine solche Scheidung dazu dienen, die Bestimmung der Pyramidalflächen zu erleichtern. G. Rose giebt (S. 233) an, dass der Quarz von Järischau in Streifung und Glanz Verschiedenheit zeige auf den abwechselnden Pris- menflächen.
Dass das Prisma bloss durch Auflagerung von weiteren Krystalltheilen auf R sich bilden könne, ist nicht sehr wahrscheinlich. Es müssten sonst alle oder die grosse Mehr- zahl der Bergkrystalle unverhältnissmässig schlank werden, vorzüglich aber die Indivi- duen, welche nach zwei Seiten hin bipyramidal sich fortbilden. Allein im Ganzen haben die aufgewachsenen Krystalle einen längeren Säulenbau als diejenigen, welche, porphyr- artig eingelagert, beide Pyramiden besitzen. Unter den letzteren haben die Krystallehen im Gypse von Lüneburg eine schlankere Gestalt, während die Krystalle von St. Jago mehr in die Dicke gewachsen sind. Die Krystalle von Buccelli in Toscana, die Grup-
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penkrystalle von Mühlbach in Sachsen haben, wie die Javanesen, fast gar keine Säule aufzuweisen; die Krystalle von New -York, von Marmarosch, von Carrara, von Pforz- heim und von Brilon, — sie alle haben eine Säulenhöhe, welche die Krystalldicke selten übersteigt, oft noch unter der Breite einer Prismenfläche bleibt. Der grosse bipyramidale Krystall von Madagascar im Wiener Hof -Mineralien -Cabinet, in vieler Beziehung eine ungewöhnliche Erscheinung, ist bei etwa 2 Ellen Länge ziemlich Vi so dick wie lang. — Bei aufgewachsenen Bergkrystallen dagegen ist die Säulenhöhe in der Regel etwa doppelt so gross als die Krystalldicke ; Bergkrystalle, deren Säule die dreifache Krystall- dicke übersteigt, haben schon eine auffallend schlanke Gestalt. Es sind dies gewöhnlich vielfach geeinte Krystalle, wie die Rauchquarze vom Wallis, oder die Scepterquarze von Schemnitz. In der He ssenb er gischen Sammlung befindet sich ein wasserheller, aber vielfach geeinter Krystall von 145 mm Länge auf nur 18ram mittlerer Dicke. Die Spiesse von Oisans, welche während des Wachsens eine fremdartige Auflagerung zu erdulden hatten, besitzen meist eine ungewöhnliche Erstreckung. Die prachtvolle Sammlung auf Schloss Schaumburg bewahrt einige, welche auf 7'" mittlerer Dicke, 54/// Länge und auf 3'" Dicke, 24'" Länge messen. Am meisten aber aufgeschossen mögen die wasser- hellen Nädelchen auf dem Magneteisen von Traversella sein, welche bei einer Länge von 7mm kaum die Dicke von !4 — Vs1"™ erreichen.
In welcher Weise, in welchem Verhältnisse die einzelnen Flächen der Krystalle wachsen, darüber geben zuweilen Individuen Aufschluss, welche von einer Richtung her mit einer feinen, staubähnlichen Substanz bedeckt, darüber hin weiter gewachsen sind. In Fig. 11 ist ein solcher Krystall aus dem Maderaner Thale abgebildet,- die punktirten Linien zeigen den Umfang des Krystalls zur Zeit der Auflagerung einer fremden Sub- stanz. Das Wachsen und das Ueberkleiden der einzelnen Flächen ist in der verschie- densten Weise erfolgt. Die Prismenfläche a ist um nicht weniger als 17!/2mrn in der Richtung der Hauptaxe aufgewachsen, die Fläche b dagegen nur 9,nn), c nur 7mm. Dabei ist die Gestalt der Pyramide durchaus verändert worden. Früher waren die beiden Pyramidalflächen über, oder angränzend an a und an b, ziemlich gleich gross, die Fläche über c war dagegen ganz klein; ein einspringender Winkel daneben zeigte, dass eine Einigung zweier Krystalle stattgefunden halte. Von diesem Winkel oder Ausschnitte ist jede Andeutung auf der äusseren Fläche jetzt verschwunden, die Pyramidalfläche h ist ziemlich von gleicher Grösse geblieben, diejenige von c ist grösser, diejenige von a endlich ist ganz klein geworden. Der Krystall ist, im Ganzen genommen, jetzt schlanker als er war, aber er ist sowohl in die Länge als in die Dicke gewachsen.
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Dieses Dickerwerden eines Krystalls kann entweder dadurch erfolgen, dass Krystall- lamellen, welche in paralleler Richtung über R aufgelagert sind, mehr und mehr sich ausdehnen, wachsen und den Umfang des Krystalls so vergrössern, oder aber dass neue Krystal Itheile rindenartig sich anlegem Vielleicht kann der Krystall auf die eine und auf die andere Weise wachsen; Andeutungen darüber fehlen nicht. Die mangelhafterfüllten Krystalle von Elba und von Schemnitz zeigen Fetzen und lappige Rlättchen, welche sich in der Richtung von qd R über die Prismenflächen herüberspannen, Fig. 8, aber sie lassen auch daneben Blättchen, welche alle mit R einspiegeln, zur Ausfüllung der leeren Räume vorrücken; Fig. 12. Es sind Bildungen, vielleicht in gleicher Weise con- struirt, aber in verschiedener Richtung erstreckt.
Auch der Bergkrystalle von Zinnwald kann bei dieser Gelegenheit gedacht werden; sie erscheinen ringsum von einer dichten Schale oder Kruste von kleineren Individuen bedeckt. An dem Gipfel der Pyramide ist diese Schale durchsichtig, daselbst ist sie zugleich bei weitem am dicksten, während sie nach den Prismenflächen herab allmählig undurchsichtig und dünner wird. Es kann indess dieser Vorgang nicht unbedingt auf die Weise des Wachsens der Bergkrystalle überhaupt bezogen werden.
Wir wenden uns zu den Streifen und Wülsten, welche so häufig die Flächen des Prisma bedecken. Welche Mannichfaltigkeit der Formen und des Baues zeigt sich plötz- lich der aufmerksameren Beobachtung. Diese Streifen, diese Wulste, sie lösen sich auf in hundert und aber hundert feine Lamellen, die sich von einer Seitenkante aus über- einander gelagert , in horizontaler Richtung über die Fläche hinüberziehen ; Fig. 13—15. Häufig tritt ein solches Haufwerk mitten auf der Fläche vor, indem es eine gesonderte Thätigkeit nachweist. Meist sind bestimmte Flächen zu erkennen, welche die Wulste begrenzen; unter diesen das Trapezoeder 6 P %. Zum Theil aber sind die Flächen gerundet, in geschwungener Form, unmessbar. Die Zeichnungen, welche wir ent- decken, bestehen nicht bloss in einer horizontalen Streifung, bei Zwillingsverwachsungen gleichen sie mehr zusammengeordneten Lanzenspitzen ; Fig. 1 6. Die unteren Seitenflächen der ein Zickzack darstellenden Lamellen spiegeln oft genau mit dem in einer unteren Ecke der Prismenfläche auftretenden 2 P 2 ein, und scheinen mit demselben in einem gewissen Zusammenhang zu stehen. Fig. 21.
Bei manchen Krystallen, von Viesch z. B., scheint eine solche blättrige Ueberkleidung von dem Krystallfusse nach — R vorzuwachsen ; die vordere Kante der Lamellen ist unregelmässig begrenzt, in kleinen Spitzen ausgezackt. Bei anderen, z. B. von Tra- verselia, ist eine Streifung auf dem Prisma ganz und gar nicht zu finden, die Flächen
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haben vielmehr ein schuppiges Ansehen, wie zusammengesetzt aus unendlich vielen kleinen Krystalltheilen. Noch andere zeigen die Wulste und Streifen nur auf einem schmalen Bande zunächst der Kanten <x> P : oo P und lassen vermuthen, dass die Fortbildung des Prisma nicht in verticaler Richtung, sondern von diesen Kanten aus in horizontaler Ueberlagerung erfolge. Täuschung ist aber sehr leicht, und dies fordert zu höchster Vorsicht auf. —
Es bleibt hier dem Microscope noch ein weites Feld für Beobachtungen. Bei hellen Krystallen bedarf es dabei keiner Abformung, nur muss sorgfältig die rechte Lage auf- gesucht werden, ein Bemühen, welches ein kräftiges Auge erfordert. Das Ausbrechen der zu untersuchenden Krystalltheile wird die Anwendung des Mikroscops sehr erleichtern.
Es ist noch eine ganze Reihe sogenannter „secundärer“ Flächen hervorzuheben, Flächen, welche an der „Grundform“ nicht gefunden werden, aber doch mit ihr in einem mathematischen Zusammenhänge stehen sollen. Vielleicht haben sie neben dieser äusseren Beziehung noch eine tiefere, ja eine so wesentliche, dass die Bezeichnung „secundäre“ Flächen als ungeeignet erscheinen könnte.
Vor allen andern ist es die rhombische Fläche 2 P 2 oder S, welche unsere Auf- merksamkeit auf sich zieht. Nicht nur ist sie es, die wohl am häufigsten unter allen Genossen uns entgegentritt, auch der Umstand, dass sie stets, fast möchte man sagen im Ueberflusse sich breit macht, wo eine Unregelmässigkeit auszugleichen oder ein Mangel zu ergänzen ist, rechtfertigt es, dass ihr zuerst Beachtung geschenkt wird.
Die blosse geometrische Berechnung und Bestimmung einer solchen Fläche darf dem Mineralogen nicht genügen. Es kann nicht bloss ein Zufall sein, dass dieselbe hier oder dort auftritt, hier eine Ecke abschneidet, dort eine gleichgeltende stehen lässt. Unmög- lich kann die Vorstellung eine richtige sein, dass der Krystall gleichsam in ein Prokrustes- bett gesteckt wird, und Ecken, welche sich vielleicht zu weit vorgewagt, fallen müssen; „durch die ungleächmässige Ausdehnung der Flächen“ träfe aber ein solches Unheil nicht alle Ecken. Nein! sobald die Wissenschaft aufhört, in dem Krystall nur ein unorgani- sches Haufwerk zu erblicken , sobald wird es ihr auch Pflicht , über die tiefere Bedeu- tung, über die Entstehung der einzelnen Flächen nachzuforschen.
Bei einem solchen Unternehmen sehen wir uns vorerst hingewiesen auf die äussere Erscheinung, auf die äusseren Kennzeichen der Fläche; und als solche sind uns ange- geben, dass die Fläche S entweder glatt, oder zart gestreift ist, und zwar in einer be- stimmten Richtung zu + und zu — R. Dieses Merkmal wird mit Recht als ein durch- aus bezeichnendes für die Fläche R genannt, so dass es auffallen muss, dass Descloiseaux
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zu dem Memoire sur la cristallisation du Quartz in Fig. 57 auf Taf. TI. eine punctirte Fläche S uns abgebildet giebt. Es wird um so wahrscheinlicher, dass hier bloss eine gestörte Bildung, eine Contactfläche vorliege, als der dargestellte Krystall überall Spuren einer Unregelmässigkeit zeigt. Das Gleiche mag der Fall sein bei einem Krystalle, welchen das Wiener Hof-Mineralien -Cabinet von Serra do Chrystaes, Cap. Govaz, Brasilien besitzt. Auch dort mag die drüsig rauhe Oberfläche von S auf eine Störung hinweisen.
Welcher Art ist nun die Streifung auf S, und welche ist ihre Veranlassung? Eine Streifung kann entstehen entweder durch Vertiefungen, welche eine ebene Fläche durch- ziehen, wie die Eindrücke, welche der Kalkspath in dem sich auflagernden Quarze hin- terlässt, oder aber durch ein Aufsetzen von Krystallen oder von Krystallth eilen, wie bei dem Gypse, bei dem Magneteisen von Traversella und auch bei den steileren minus- Rbomboedern des Bergkrystalls. Wie auf den zuletztgenannten scheint auch die Streifung von S zunächst das Resultat von äusserst schmalen Seitenflächen von Lamellen zu sein, welche zuweilen in ihrer Gesammtheit wulstartige Erhöhungen darstellen.
In Fig. 17 und 1 a. ist eine Darstellung einer solchen Lamellenauflagerung ver- sucht nach Krystallen des Maderanerthales. Sie sieht den Wülsten auf dem Prisma über- raschend ähnlich. Auch hier tritt eine gesonderte Thätigkeit des Krystalls vor unsere Augen ; er scheint beschäftigt einen noch fehlenden Krystalltheil nachzubilden. Räthsel- haft ist wieder, von welcher Stelle aus er dazu die Nahrung beiführt? Nicht von den bereits hergerichteten Pyramidalflächen, noch weniger von dem Prismenbau; am aller- wenigsten ist es ein gleichmässiger Niederschlag aus der Luft oder aus dem Wasser. Der Blätterbau scheint am meisten gehäuft zunächst der Kante S : x oder 6 P Vs, wenn diese Fläche als Begleiterin auftritt. Wie bei dem Prisma so auch bei der Fläche S sind es unendlich feine rhomboidische Blättchen, welche gleichmässig übereinander gelagert, parallel laufende Erhöhungen darstellen. Die untersten Blättchen derselben sind die grösseren, die oberen, jüngeren sind kürzer, so dass auf den Wülsten selbst eine äus- serst zarte Querstreifung sich bemerklich macht.
Noch ist zu untersuchen, unter welchen äusseren Verhältnissen die Fläche S vor- zugsweise gerne auftritt. Wie bereits erwähnt ist dies besonders der Fall bei der Heilung von Schäden, bei der Nachbildung von gestörten Flächen, der Ausgleichung eines Mangels. Ein solcher Fall ist in Band II der Abhandlungen der Senckenbergischen Gesell- schaft auf Taf. XIII in Fig. 2 von Fr. Hessenberg zu den mineralogischen Notizen dargestellt worden. Der betreffende Bergkrystall war, wie es scheint, durch ein tafel-
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Abhandl. <1- Senckenb. naturf. Ges. Bd. III.
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förmiges Mineral, wahrscheinlich durch Kalkspath, bei der Ausbildung seiner Pyramide behindert worden. Mit der Entfernung der Störung beginnt eine nachträgliche Er- gänzung der gestörten Pyramidalflächen. Dieselben sind noch durch keine Kante R : R begrenzt, aber das gleichmässige Einspiegeln von tausend kleinen Rflächen deutet sie an. Ein wenig weiter gedreht und wieder glänzen tausend Flächen S aus der graulich grünen Färbung heraus. Eben so reichlich hergestellt findet sich die Fläche oc R und 3 R (?), auch in geringerer Menge und Grösse das Trapezoeder x. Gleichzeitig mit der beschrie- benen, gleichsam von innen herausdrängenden Fortbildung der Pyramide ist es dem Kry- stall gelungen, von einer Richtung, von der Spitze der Pyramide her die chloritische Auflagerung zu überkleiden; er hat einen breiten Gipfel bereits fertig gebracht, von welchem nunmehr auch von oben her eine Ausbesserung der mangelhaften Flächen vor sich geht. Dieser schalige Ueberzug ist auf der Abbildung dargestellt, unmöglich aber war es dabei die vielen Stellen hervorzuheben, an welchen auf seinem Rande immer wieder die Fläche S auftritt. Die grösste dieser S flächen besitzt eine ganz deutliche Lamellenbildung, bei welcher an einer Stelle auch die Querstreifung mit blossem Auge zu erkennen ist. Zwei S flächen grenzen sogar ohne Vermittelung des Prisma an ein- ander; die eine dieser Flächen gehört zur oberen Pyramide, die andere zur unteren, welche auf dem Chlorit theil weise auflagert. Es drängt sich auch hier wieder die Frage auf, ob es wohl verschiedene rhomboedrische Individuen sein können, welche hier, zu- sammentretend, für die Nachbildung und Herstellung des Stammkrystalls Sorge tragen, ob nicht vielmehr ein und dasselbe Individuum diese Arbeit verrichtet, verschiedene Flächen in verschiedener Weise herstellend und ergänzend?
Der äussere Umriss der Fläche 2 P 2 wird je nach der Beschaffenheit der anlie- genden Flächen ein verschiedener sein. Wenn ein — oo R mit s. g. Treppen Wechsel in ein steileres Rhomboeder übergeht, muss auch die anliegende Fläche 2 P 2 eine Ver- kürzung, einen Abschnitt erdulden. Sie kann dabei nach Umständen ihre rhombische Gestalt ganz und gar einbüssen ; Fig. 18 und Descloiseaux Taf. 1. Fig. 17. 18. 19. Bei der ungleichmässigen Ausbildung von 4- R und von — R kann S entweder lang- gestreckt an + R hinlagern, so dass verschiedene Blättergruppen, eine vor der andern sich aufbauen können, Fig. 19, oder es wird diese Fläche breit und kurz sich gestalten, so dass die Blättergruppen, verkürzt, nur seitlich Raum finden; Fig. 20. In solchen Fällen mag man sich hüten, die Querstreifung für die Hauptstreifung zu halten. Auch bei ungleichmässigem Fortbau auf der Fläche 2 P 2 kann dieselbe an einer Stelle noch breiter sein , als an einer andern , sie kann in zweien und mehr Absätzen sich
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darstellen. An Krystallen von Dissentis bewirkt ein vielfach wiederholtes Auftreten von — R, S und + oo R sägeförmige Ausschnitte zwischen + R und — oc R; Fig. 21.
Es ist bereits hervorgehoben, wie neben einer und derselben Rfläche viele Flächen 2 P 2 auftreten können; bei Einigung mehrerer Krystalle kann eine Sfläche auf der einen, ein zweites S auf der andern Seite derselben + R fläche erscheinen; oder es kann auch an einem Eck die Fläche S breit in kurzer Streifung und lang in langer Streifung sich wiederholen, Fig. 22; oder es kann endlich dieselbe auch nur theilweise an einer Pyramidalfläche hinziehen und plötzlich abbrechen; Fig. 23.
Das Verhältniss der Grösse von 2 P 2 zu den Flächen R ist ein sehr verschie- denes, meist ist dieselbe klein und sehr untergeordnet, es kommen aber freilich miss- bildete Krystalle vor, an welchen S achtmal so gross ist als — R und dabei auch dem anliegenden + R nur sehr wenig an Grösse nachsteht; Fig. 24. An Bergkrystallen von Arkansas finden sich S flächen, welche 8 — 9mm lang und 1 — 2,,1,n breit sind, neben kleinen, kaum sichtbaren — Rflächen.
Am meisten aber bleibt immer die grosse Uebereinstimmung zu beachten, welche die äusseren Kennzeichen der Fläche S mit denen von co R besitzen. Man mag ver- suchen damit die parallel ziehenden Vertiefungen zusammenzustellen, welche Leydolt auf den geätzten Flächen + R gefunden.
Wenn wir zu einer andern Fläche übergehen, nämlich zu 6 P % oder x, so über- rascht uns die Verschiedenheit der Anschauung, welche diese Fläche den Mineralogen gewährt zu haben scheint. Ein Jeder last hat für dieselbe eine andere Bezeichnungs- weise. Der eine (Wackernagel) nennt sie hell und glänzend, nach einem andern (Quenstedt) neigt sie sich stark zum Malten, von einem dritten (Descloiseaux) ist sie in bildlicher Darstellung (PI. I. Fig. 31) als rauh gezeichnet, mit kleinen Ver- tiefungen übersät, während in der zugehörigen Abhandlung die Flächen x bisweilen als gewellt, ondulees, aber als stets glänzend bezeichnet werden, die Flächen u oder 4 P % aber als ordinairement ternes ou piquetees; Gustav Rose beschreibt x als „in der Regel glatt und glänzend“, (Dissentis, Dauphine, Striegau) stark glänzend und eben, sehr glänzend, (Gotthard) doch etwas weniger glänzend als R (S. 232), dann auch „rauh, mit Chlorit bedeckt“ (S. 249). Da die Fläche x von nicht geringerer Bedeutung bei dem Quarze ist, als die Fläche S, wie der aufmerksame Beobachter, Descloiseaux, es bereits erkannt hat, so dürfen wir uns die Mühe nicht verdries- sen lassen, ihr gleichfalls etwas näher zu treten.
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Das wahre Vaterland der Fläche x muss unter den Rauchquarzen und den Morionen gesucht werden; so häufig wie dort findet sie sich kaum anderswo, es müsste denn etwa auf den gewundenen Bergkrystallen sein. Bei der Vergleichung einer grösseren
Anzahl von Flächen, besonders solcher, welche eine bedeutende Erstreckung haben, bis
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zu Zoll Grösse, kann man in der That ein doppeltes Aussehen wohl unterscheiden. Einmal sind die Flächen zwar glänzend, aber eingeknickt, mit welliger, unregelmässig gedrängter Zeichnung, Fig. 25, dann aber wieder sind andere Flächen x mattglän- zend, wie fein punctirt. Es kann keine Täuschung sein, das Goniometer stimmt überein. Dem matt Erscheinen einer Fläche kann nur die Veranlassung zu Grunde liegen, dass eine Unterbrechung der Ebene stattfindet; und diese Unterbrechung kann entweder linear geordnet sein, oder punctirt vertieft. Werden beim Auflagern von Blättchen, z. B. auf R, diese allmählig an einer Kante kürzer, so entsteht an dieser Stelle eine neue Fläche, hier ein spitzeres Rhomboeder, mR, welches als Gesammtfläche matter erscheint als R, obgleich es in den einzelnen Lamellen durchaus mit demselben einspiegelt. Die feinen Seitenkanten der Lamellen sind es, welche in der Gesammtanschauung den Glanz der einzelnen Blättchen unterbrechen, die Fläche als matt erscheinen lassen. Aehnlich so ist es mit den Trapezoederflächen u und x, aber hier erscheint das Matte nicht als das Product eines einfachen Blätterbaues, vielmehr sind es unzählige Krystallköpfchen, welche gemeinsam einspiegeln. Die Gesammtfläche x besitzt einen viel matteren Glanz als die Nachbarflächen -f R und + gc R, dagegen spiegeln die kleinen Flächen, welche sie zusammensetzen, in grosser Mannichfaltigkeit ein. Es kann eine solche Spiegelung beobachtet werden zuerst mit + R und 4- gc R, dann mit 2 P 2, weiter mit einem steileren Rhomboeder, bei manchen Krystallen sogar mit — R und — oo R. Kommt neben x zugleich die Fläche u oder 4 P % vor, so erscheint diese letztere in dem Ge- sammteindruck noch viel matter als x; sie ist bei weitem mehr löcherig, noch weniger ausgefüllt: sie spiegelt durchaus gleichmässig mit x ein, aber die kleinen Flächen, welche dies Einspiegeln bewirken, sind weit grösser als diejenigen von x. Der Rand zwischen u und dessen anliegenden Flächen — oo R und + R ist weit zackiger als der Rand, welchen x mit diesen Nachbarflächen und mit + gc R bildet.
Bisweilen tritt aus der Fläche x das Prisma heraus. Blättchen, welche auf + oc R aufgelagert sind, und diese Krystallfläche bilden, sind nicht zur vollständigen Ausbildung gelangt, sie sind von der Ecke mehr und mehr abstehend geblieben. Aber das Zurück- bleiben war kein gleichmässiges , hie und da fehlen ganze Fetzen, an welcher Stelle dann die unteren, zunächst angrenzenden Blättchen von + gc R glänzend herausschauen,
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horizontal gerippt, gerade so wie die Gesammtfläche -r gd R selbst. Auf andern Kry- stallen spiegelt die Fläche x auf der ganzen Kante des Prisma herab mit gleichgelagerten Lamellen ein, die Kante oo P : oo P ist etwas abgeschrägt, fein gestreift, parallel dem Rande von x. Bei den gewundenen Bergkrystallen von Göschenen und von Dissentis ist die Fläche x vielfach zerrissen, ohne Zusammenhang; auch hier zwar zeigt sich wieder in breiten Canälen oder in fetzenartigen Vertiefungen + oo R glänzend und horizontal gerippt, zugleich aber tritt + R mitten in der Fläche x auf, mit 2 P 2. Ueberall mehren sich die Andeutungen, dass der Quarz kein so einfacher Bau, nicht bloss aus Pyramidenschalen übereinander gestülpt, nicht gleiehmässig erstarrt oder fertig abgeschlossen geschaffen, sondern mannichfach und wunderbar zusammengefügt, auf die verschiedenste Weise zu einer Fortbildung geeignet, befähigt sei.
Wenn andere Flachen x eine glatte Bildung zeigen, so könnte die Veranlassung nur in einer andern Zusammensetzung, oder, was wahrscheinlicher ist, in einer allmäh- ligen Ausfüllung und Ueberkleidung liegen. Wir sehen, wie manche Flächen x in der Gegend des Randes glätter und glänzender sind als in der Mitte; wenn aber das Malte ganz verschwindet, ist die glänzende Ebene doch selten völlig glatt, meist ist sie viel- fach zusammengeknickt, gebrochen, oder es ist eine deutliche Blätterbildung, welche sich übereinander schiebt; in dem einen Falle scheinen sich Krystalltheile zu drängen, in anderen Fällen ist deutlich ein Uebei fliessen , ein Darüberhinziehen zu erkennen ; Fig. 26. Es sind manchmal Einschnitte, kleine Vertiefungen auf der Fläche x zu be- merken, wie mit einem Federmesser, die Schneide gegen + R gerichtet, eingestochen. In andern Fällen zeigen sich unendlich viele kleine Erhöhungen, wie langgezogene Regen- tropfen , welche in paralleler Richtung mit den Kanten von -\- <x> R und u , in einem dickeren Köpfchen nach + R hin gerichtet sind. In der Schaumburger Sammlung wird ein grosser Krystall, wahrscheinlich vom Gotthard, aufbewahrt (43%), welcher in breiter Ausdehnung die maltschimmernde Fläche u, einen glänzenden Streifen y, und eine spie- gelnde Fläche x zeigt; Fig. 27. Diese Flächen sind zum Theil durch Orgelpfeifen ähnliche Vertiefungen unterbrochen, welche an der schmalen Abstumpfung der Kante : — go R (i ?) entlang hinziehen. Die Vertiefungen spiegeln ein mit der Fläche y und anderseits , wie es scheint , mit dem leider abgebrochenen 2 P 2. Bei einem so gänz- lich isolirten Vorkommen eine Deutung versuchen zu wollen, mag bedenklich sein; es scheint dass auch hier die Ausgleichung einer stattgefundenen Störung vorliegt. Die schmale Fläche i (?) spiegelt mit der äusserst feinen Seitenfläche der Lamellen ein, welche auf — gd R gegen die Trapezflächen vorrücken; Fig. 14. —
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Bei dem Untersuchen der äusseren Verhältnisse der Fläche x ist besonders ihr Auftreten mit den gewöhnlichen Nachbarflächen zu beachten. Die Fläche 2 P 2 ist ihr eine sehr häufige, wenn auch nicht eine nothwendige Begleiterin. Beiden Flächen scheint eine gleiche Ursache zu Grunde zu liegen, ein Mangel der Erfüllung, der Vollendung des Krystalls. Aber die Fläche 2 P 2 scheint eine innigere Beziehung zur Fläche + R zu haben (damit freilich auch zu — oo R), die Fläche x aber zur Prismenfläche t od R. Wo ein Blätterwulst auf der Prismenfläche sich erhebt, fehlt ihm selten nur die Fläche x; bei vielfach geeinten Krystallen spiegelt sie überall ein, selbst mitten auf der Fläche oo R. Sie ist dabei ein ebenso sicheres, vielleicht noch unfehlbareres Wahrzeichen als die Streifung auf 2 P 2. Auch der Ausschnitt x kommt nur s. g. positiven Flächen zu, unter + R, oberhalb + oo R. Findet sich auf derselben Prismenfläche das x oben und zugleich unten, so kann nur eine Zwillingsverwachsung dem zu Grunde liegen. Wir bemerken solche Bildungen bei den gewundenen Bergkry stallen von Göschenen, wo unter, der grossen Anzahl der zum Theil mit horizontalen Grenzflächen in Zwillingsver- wachsung geeinten Krystalle nicht die geringste Uebereinstimmung in der Stellung der x fläche zu finden ist. Vielleicht giebt diese Fläche x noch Auskunft über die Bildungs- weise solcher gedrehten Krystalle.
Wo zwei subsequente Prismenflächen , oder gar deren drei , vier , fünf stets wieder die Fläche x beherbergen, da ist an einer Unregelmässigkeit der Zusam- mensetzung ebenfalls nicht zu zweifeln. Bei einem aufgewachsenen Bergkrystalle vom Maderanerthale treten fünf x flächen breit und deutlich vor, eine sechste scheint (?) in einem spiegelnden Pünctchen angedeutet; zugleich sind fünf Flächen 2P2 vor- handen, welche alle gleichmässig die R flächen des rechtsgebauten Krystalls für -f R bezeichnen.
Mit dem Angeführten möchte die Eigentluimlichkeit in Zusammenhang zu bringen sein, dass die Fläche x wohl nie unter sehr kleinen + R, oder auf sehr hoch hinauf reichenden Flächen + oo R sich findet. Auf einem dicken Bergkrystall , welcher auf der südlichen Seite des Strimthals (Sedrun) nach dem Fusspfad herabgestürzt lag, reichen die Flächen x auf den abwechselnden Prismenflächen über die Mitte dieser Flächen hin- auf, so dass sie unmittelbar an einander stossen (cf. die Quarzfig. Quenstedt S. 164, aber ohne die Flächen n' und u). Auch bei diesem Krystall zeigen die Prismenflächen eine Schweifung, eine Drehung beim Einspiegeln. Eine so regelmässig ausgebildete Gestalt wie die cit. Figur von Quenstedt, Bergkrystall von Dissentis, dürfte in der Natur wohl schwerlich zu finden sein.
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Zuletzt bleibt noch übrig- die Beziehung-en der Fläche x zu den steileren Rhom- boedern zu gedenken. Diese Rhomboeder haben wesentlichen Einfluss auf ihre Gestalt. Bei mehrmaliger Wiederholung, bei öfterem Auftreten der steileren Rhomboederfläche oder bei nicht gleichmässiger Ausbildung der Prismenflächen erhält die Kante von + oo R : x ein sägeförmig gezacktes Aussehen (Fig. 27 und Descloiseaux
Fig. 23 bis). Gewinnt das steilere Rhomboeder 3 R die Oberhand , herrscht es vor,
wie an den Bergkrystallen der montagne della Cistella (Simplon), so tritt die Fläche x von dem Gipfel + R weg, sie lagert sich zwischen 3 R und oo R. Dies alles führt
zu einer Untersuchung der s. g. steileren Rhomboeder hin.
Wir betreten auch hier wieder ein Feld, auf dem noch tiefe Nacht gelagert ist, vielleicht auch einige Zeit noch bleibt. Der Chemiker hat darauf nichts zu suchen, auch dem Optiker ist es für seine Forschungen nicht geeignet. Nur der Mathematiker hat es unternommen, das Goniometer prüfend anzulegen. Er hat gefunden, dass eine über- raschend grosse Abwechselung und Verschiedenheit daselbst herrscht, auch dass gewisse Neigungen dem plus Rhomboeder, andere dem minus Rhomboeder zukommen, oder sich vorzugsweise damit verbunden finden. Aber welcher Art ein solcher complicirter Bau überhaupt sei, ob auch hier ein Ringen zweier sich widerstrebender Gewalten vorliege, wie man die Furchenbildung des Prisma deutet, oder oh es ein Abschneiden sei durch eine unsichtbare Krystallform , oder ein Zusammenneigen der Prismenwände, oder ein erfolgloses Bemühen der Rhomboederflächen die Prismen herzustellen? solche Fragen hat der Naturforscher bis jetzt noch nicht erledigt, ja noch nicht gestellt; es genügte ihm die äussere Gestalt des Krystalls mathematisch zu berechnen. Oersted, welcher Betrachtungen über Geist und Studium der allgemeinen Naturlehre anstellt, hebt schliess- lich auch hervor, wie viele der vorzüglichsten Bearbeiter der Naturlehre allzu sehr ge- sucht haben , ihr die Form der Mathematik oder vielmehr der Euklidischen Geometrie aufzudrücken. Der Naturforscher scheue sich nicht, die Erfahrungen des Mathematikers zu seinem Beweise zu gebrauchen , wenn er sie mit dem Gepräge eines inneren Zu- sammenhanges darstellen könne; aber einen solchen unmittelbaren Vernunftzusammenhang verlange er, und werde durch keinen andern befriedigt. „Man hat“, so fügt er bei, „hinreichend, vielleicht schon zu viel, die Naturlehre der Mathematik genähert; vielleicht wäre es Zeit, dass die Mathematik sich der Naturlehre zu nähern suchte.“ Oersted hält sich dem Reiche der Krystalle ziemlich ferne, aber wenn man den Siegesjubel hört, welchen die neueren Lehrbücher der Mineralogie im Interesse der vorzugsweise
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mathematischen Behandlungsweise derselben anstimmen, sollte man meinen, er habe hier besonders die Mineralogie im Auge gehabt.
Dies vorausgeschickt mag es gestattet sein, die äusseren Kennzeichen näher in’s Auge zu fassen, mit welchen uns die verschiedenen s. g. steileren Rhomboeder in ver- schiedener Weise entgegentreten.
Vor Allem sind es die Flächen unter — R, welche durch ihre horizontale Streifung und den damit verbundenen matten Glanz unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Descloiseaux gedenkt der „stries caracteristiques des rhomboedres inverses “. Es gelingt nicht selten bei grösseren Krystallen diese Mattigkeit und diese Streifung zu deuten. Es sind unendlich feine Kanten, welche einerseits mit — R, andrerseits mit — oo R einspiegeln, und in der Gesammtheit dasjenige hersteilen, was man Flächen eines negativen Rhomboeders nennt. Sind die Kanten mehr gegen — R zusammenge- drängt, so wird dies s. g. Rhomboeder ein stumpferes, im entgegengesetzten Falle ein steileres erscheinen. Sehr häufig wird das Wachsen des Krystalls in dieser Kanten- bildung ein ungleichmässiges sein; das Rhomboeder ist dann „abgerundet durch Streifung", es ist „unglücklicherweise“ nicht zu messen, der Mathematiker sieht sich „in die traurige Nothwendigkeit versetzt, aus der Summe der Einspiegelungen ein Mittel auszurechnen“. Es wird ihm aber daneben die Freude, nicht selten eine grosse Anzahl verschieden geltender Neigungsflächen aufzufinden.
Sehr verschieden von den steileren minus Rhomboedern ist das Auftreten der plus Rhomboeder. Das äussere Ansehen derselben ist im Ganzen glänzend und glatt, aber gar häufig mit unregelmässig in horizontaler Richtung gelagerten Hügeln oder Wülsten, welche zum Theil tief gefurcht, und gleichmässig in Flächen einspiegelnd, eine ähnliche Lamellenbildung erkennen lassen wie das Prisma gd R; Fig. 28. Ist schon bei dem Hauptrhomboeder es häufig schwierig, das + von dem — Rhomboeder zu unterscheiden, so ist dies in weit höherem Grade noch bei den steileren Formen der Fall. Wo diese breit und bedeutend auftreten , weicht das Hauptrhomboeder fast verschwindend zurück ; (s. z. B. die Aufsicht eines Krystalls, angeblich von Pfitsch, Fig. 29) die secundären Trapezfiächen fehlen dann meist. Die gewöhnliche Abwechselung in der Reihenfolge der Plus- und der Minusflächen wird nicht selten vergeblich gesucht, indem die ersteren gar oft an Zahl vorherrschen, manchmal 5 glatte Flächen vorhanden sind, daneben nur eine einzige matte. Wahrscheinlich liegt diesem Umstand dann eine Einigung mehrerer Krystalle zu Grunde, denn eine solche ist in solchen Fällen stets nachzuwreisen ; die
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Grenze zieht oft quer durch die Kanten und Flachen hin, sie schneidet untergeordnet auftretende, secundäre Flachen kurz ab, ähnlich wie bei Descloiseaux auf Taf. II No. 62. 64 solche auf den Kanten des Prisma sich vorfinden.
Sind die steileren Rhomboeder nur schmal und untergeordnet, so ist es leichter, die Plus- und die Minusflächen zu sondern; nicht nur sind dann die Hauptrhomboeder bestimmter gezeichnet, auch die Rhomben- und die Trapezflächen kommen zur Hülfe, ja die steileren Rhomboeder selbst werden an den verschiedenen Fundorten stets nur neben bestimmten Flächen auftreten. So gehört in Carrara das 3 oder das 6 R stets dem Plusrhomboeder zu; unter der Minusfläche ist eine steilere, in der matten Streifung weniger bestimmte Abstumpfungsfläche.7) Im oberen Wallis, hei Viesch, gehört 3 R zu dem Plusrhomboeder, 4 R (oder % R ?) vorzugsweise zu — R, obgleich es auch mit + 00 R vorzukommen scheint zur Seite von 6 P 6/ä, manchmal fast auf allen Seiten sich findet.
Im Ganzen sind es auch hier die Plusrhomboeder, welche eine vorragende Stellung einzunehmen scheinen. Die Minusflächen zeigen sich manchmal nur als schmaler Streif; tief unter dem Gipfel beginnend, haben sie nur die Breite eines Messerrückens ; s. Fig. 30. Auch hier scheint wie bei dem Hauptrhomboeder, sei es in Folge von Störungen bei der Ausbildung, sei es aus anderer Veranlassung, die Entwickelung der Plusrhomboeder eine andere zu sein, wie diejenige der Minusrhomboeder. Ist eine Seite der Pyramide stark vortretend, während die drei Flächen der entgegengesetzten Seite wie verkümmert klein sind , so mag wohl ein einziges Plusrhomboeder vor allen übrigen Flächen vorwiegen ; eine Minusfläche wird schwerlich in der Weise auftreten, wenn nicht wenigstens eine andere Minusfläche ihr die Waage hält; s. Fig. 31. 32.
Noch wäre eine Eigenthiimlichkeit zu erwähnen, welche gerade auf den steileren Rhomboedern besonders häufig zu finden ist, nämlich die Landkartenzeichnung. Da dieselbe aber für den Bau des Krystalls überhaupt noch Aufschluss zu geben verspricht, mag ihrer an einer anderen Stelle gedacht werden.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch die grosse Anzahl der zum Theil neu aufge- fundenen oberen , oder doch der unteren secundären Flächen mit dem Auftreten der steileren Rhomboeder in Verbindung zu bringen ist. Bis jetzt sind diese Flächen nur, nach Zonen gruppirt, gemessen worden, es bleibt noch der innere Zusammenhang der- selben klar zu stellen. Die Streifung von 2 P 2 welche auf einer ganzen Reihe benach- barter Flächen sich wieder findet, sollte sie nicht auf das Verständnis dieser Flächen
7) Hiernach ist die irrige Angabe in „Krystall und Pflanze“ S. 160 zu berichtigen.
Abhandl. d. Senckenb. naturf. Gas. Bd. III.
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hinweisen, und das Einspiegeln der s. g. oberen Trapezflächen mit den schmalen Flächen der Lamellen von R würde vielleicht ebenso eine sorgfältige Untersuchung lohnen. Diese oberen Trapezflächen findet man hauptsächlich auf den Bergkrystallen von Traversella, einem Vorkommen, das fast auf allen Flächen Spuren von Störung und Missbildung zeigt. Kleine Eisenrosen und Bitterspath sind reichlich aufgelagert und eingewachsen, und die Prismenflächen haben, wie schon bemerkt, meist ein zerstücktes, schuppiges und vielfach geeintes Aussehen.
Das Vorkommen der Endfläche 0 P, welches mit dem Bau des Quarzes durchaus nicht in Uebereinstimmung scheint, vorerst nur für eine Störungsfläche zu halten, mag gestattet sein , da auch Andere solchen Zweifel sich erlaubt haben (cf. Quenstedt S. 164).
Ueber die Einigung der Krystalle — selbständiger Individuen , nicht idealer Hälf- ten, — ist in dem Werke: „Krystall und Pflanze11, eine längere Ausführung unternom- men, und dabei S. 72 u. ff. vorzugsweise der Quarz berücksichtigt worden. Das deutsche Wort „verwachsen“ schliesst zwar auch den Begriff des zu einem Ganzen verbundenen Seins in sich, es ist auch, z. B. von Hausmann, in diesem Sinne gebraucht worden, allein von dem animalischen Reiche her wird leicht der Begriff des Misswachsenen sich daran knüpfen. Ein geeinter Krystall ist durch und während des Wachsens aus mehreren zu einem einzigen Individuum geworden, das wohl auch missbildet sein, ebenso aber auch das höchste Ebenmaass besitzen kann. Dana bezeichnet denselben Begriff als „Compound crystalls“. Solche Einigung könne geschehen sein entweder bei dem ersten Entstehen, oder später beim allmähligen grösser werden (connatal compound crystalls oder postnatal). Eine solche Scheidung streng durchzuführen wird nur dann gelingen, wrenn man es zu Wege bringt, auf die Atome oder Krystallkeime zurück- zugehen.
Wie bereits oben angedeutet, so scheint die Einigung einen, oder den Hauptunter- schied zwischen Quarz und Bergkrystall zu bilden oder zu veranlassen. Der letztere stellt das geschlossene Individuum dar, die freiere, edlere Gesammtform; der Quarz aber, im engeren Sinne, zeigt mehr den Gesammtkrystall , welcher nur mit Mühe oder gar nicht die einzelnen Theilkrystalle beherrschen kann. Während er es unternimmt, die Grundfesten der Gestalt in den Kanten fortzubauen, und von dort aus die Flächen zu überkleiden, erheben sich die Köpfe der Krystalltheile selbständig, in der Gesammt- fläche die Sonderflächen ausbildend ,• und gelingt es dem Gesammtkrystall, die Aus- gleichung der Pyramidalflächen zu bewerkstelligen, so ragen häufig noch die Spitzen der
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Theilkrystalle daraus hervor, und geben zu reden von einem „Durchwachsen“ oder von einem „Durchstossen“. Volger beschreibt in den Studien (S. 148) das Zusammen- wachsen vieler kleinen Adulare zu einem grösseren „Sammelindividuum“, er führt die weisse Farbe desselben auf das Vorhandensein solcher Theilindividuen in abweichender Stellung zurück. Ein solcher Mangel einer regelmässigen Gesammtentwickelung mag auch Veranlassung sein, dass der Quarz meist trübe, undurchsichtig und unrein ist.
Wie ganz anders der Bergkrystall , wenn er mit andern Individuen sich verbindet. Auch dieser wird, wenn eine Störung, welche die regelmässige Ausbildung gehemmt, entfernt ist, eine gesonderte Fortbildung auf den Flächen zeigen, eine starke, oft zu Krystallköpfen vorspringende Täfelung. Aber die Theilkrystalle treten meist nur hervor zur rascheren Ausgleichung der Gesammtflächen ; sie bilden selten scharfe Kanten, nur rundliche Erhöhungen.
Bei der Einigung der Bergkrystalle tritt ein Umstand hervor, welcher auch bei der Landkartenbildung näher zu beachten sein wird, nämlich die verschiedene, die selb- ständige Ausbildung der verschiedenen Flächen. Die Einigung k a n n auf oo R ebenso deutlich sich bemerklich machen, wie auf der darüber stehenden Rfläche, aber es muss dies gerade nicht der Fall sein; die Pyramide kann die Ausgleichung , die Einigung auch rascher zu Wege gebracht haben. Es ist etwas ganz Gewöhnliches, dass auf den Prismenflächen der Bergkrystalle verticale Striche und Furchen auftreten; es liegen ge- einte Krystalle vor, der eine mit starker Horizontalfurchung, der andere mit ganz glatter Fläche. Die Pyramidalfläche, welche der Prismenfläche anliegt, sich gemeinsam darüber haut, kann daneben eine durchaus glatte, gleichmässige Bildung zeigen. Doch finden sich auch Pyramiden, deren Theile verschieden einspiegeln. Bei doppelter Ausgipfelung ist die Fläche R oft mannichfach geknickt und zeigt überall die Spuren des Zusammen- tretens mehrerer Individuen und der unvollständigen Erfüllung, die Vertiefungsgestalten oder Hohlformen. Ebenso sind Spuren einer mangelhaften Einigung manchmal auf der Pyramide und auf den Prismenflächen zu sehen, aber das dazwischen liegende steilere Rhom- boeder ist vollständig eben, ohne die geringste Naht. —
Wie die Pyramide in zwei Gipfel sich zertheilen kann, so auch in drei (Made- ranerthal), und in vier (Schemnitz). In der Krystallmitte zeigt sich in der Richtung der Hauptaxe dann eine Vertiefung, durch innere Pyramidalflächen gebildet; s. Fig. 33. Viel häufiger ist die Einigung eine vollständige; nur die äussere Form der Krystallge- stalt, das Verhältniss der Flächen ist ein ungewöhnliches. Es giebt Verwachsungen, welche ein durchaus rhombisches Aussehen haben, 4 plus Rflächen breit ausgebildet,
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nur 2 minus R, schmal und klein sich gegenüberliegend ; s. Fig. 34. Auch derjenigen Krystalle ist hier zu gedenken, welche zwar eine Einigung zeigen, aber nur eine seit- liche , ein Aneinanderwachsen, der eine Krystall vielleicht säulig ausgebildet, der andere tafelartig, s. Taf. 35, oder der eine breitgipfelig , dachartig, der andere pyramidal zu- gespitzt. Solche seitliche Einigung kann dann, je nachdem die Krystallgrundlage eine verschiedene war, zu den mannichfaltigsten Gestalten Veranlassung geben. Im Madera- nerthale sind die Krystalle zuweilen seitlich krahnenartig herausgebaut in der Richtung einer Pyramidalkante, oder in gebogener Richtung verbunden, die prismatische Horizon- talstreifung so erstreckend. Auch die Aufsätze gehören gewissermassen hierher, die Taubenhausformen von Werner, und die berindeten Bergkrystalle von Zinnwald, welcher bereits in „Krystall und Pflanze“ bei Gelegenheit der Breschenbildungen S. 169. 170. kurz gedacht worden ist. Es sind dies meist grössere Krystalle, bräunlich, vor- zugsweise von einer Richtung her, bestäubt und gefärbt, und durch eine Unzahl kleiner, gleichmässig gelagerter Krystalle überrindet. Auf den Prismenflächen des Gesammlkry- stalls ist diese Rinde lediglich von den kleineren Individuen gebildet, welche mit ihren Pyramidchen vorstrebend die Prismen concav biegen und dem Gesammtprisma ein eigen- thümliches Schimmern verleihen. Gegen die Pyramide hin treten die aufgelagerten Kry- stallchen inniger zusammen, und gehen in dieselbe über, eine abgerundete Kante dar- stellend. Wir sehen aber auch von dem Gipfel der Gesammtpyramide eine Ueberkleidung lagenweise mit horizontaler Begrenzung herabsteigen und die kleinen Köpfchen zudecken, welche sich nur schwach noch in der Täfelung bemerklich machen. Diese merkwür- digen Krystalle sind oft durch irgend eine Veranlassung bis in den Kern hinein zer- sprengt und zerrissen, hier 2 — 3mm klaffend, an einer andern Stelle noch fest zusam- menhängend. Diese Zerklüftung giebt uns Aufschluss auch über das Innere. Es zeigt sich daselbst ein glasglänzender, etwas rauchgrauer Kern, der überall in Täfelung vor- gewachsen ist zur Herstellung und Ausgleichung der Beschädigung. Die obengedachte färbende, braune Substanz hat sich hie und da auch in die zerklüfteten Krystalle hin- eingelagert, aber sie ist bereits überkleidet, von der Täfelung bedeckt; wo die Auf- lagerung eine dichtere, gleichmässige war, könnte man den Krystall als Eisenkiesel bezeichnen; an anderer Stelle ist aber die färbende Substanz nur flockig „eingestreut“. Neben dem Kerne liegt bei solchen Breschenbildungen auch die Rinde im Durchschnitte offen. Sie ist graulich weiss, von dem Kerne scharf durch die Farbe und durch matteren Glanz geschieden; ihre Dicke beträgt auf den Pyramidalflächen 2 — 3mm, auf den Prismen- flächen kaum auch sie zeigt eine Täfelung, eine Parquetbildung zur Fortent-
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Wickelung-, diese aber in kleiner Zeichnung, in winzigen Köpfchen, während der Kern daneben sie in weit grösseren, schlankeren, geschwungenen Formen bildet. Hier ist Bergkrystall und Quarz, jedes in seiner Eigentümlichkeit und in demselben Krystall verbunden, der durchsichtige Kern, und die trübe, mannichfach geeinte Rinde.
Wie die Zinnwalder Bergkrystalle die höchste Beachtung verdienen, so auch die Schemnitzer verästelten Gestalten und die Amethystbündel von Porkura in Siebenbürgen, an welchen wohl am besten untersucht werden mag, oh in der That nur gleichgerichtete, nur genau parallelaxige Krystalle zur Einigung geeignet sind. Auch bei diesen Gruppen- krystallen ist eine Rinde von kleineren Individuen zu finden, welche aber mehr ent- wickelt, freier hinausstreben, und doch wieder nach den Stammkrystallen sich hinbeugen müssen, durch unsichtbare Gewalt gebunden. (Krystall u. Pfl. S. 92.)
Bei Gelegenheit der Einigung, Verwachsung von Quarzkrystallen , wird auch der Zwillingskrystalle zu erwähnen sein. Zwillingskrystalle werden solche genannt, die nach einem bestimmten Gesetze eine regelmässige Verwachsung zweier Individuen der- selben Species darstellen. Früher war die Definition eine beschränktere; sie verlangte, dass die Verwachsung in nicht paralleler Stellung der Individuen geschehen sei, allein neuerdings hält man, vorzugsweise in Folge der Deutung landkartenähnlicher Zeichnung auf manchen Quarzkrystallen nicht mehr an dieser Beschränkung fest; es sollen nicht selten die Quarzzwillinge eine dem einfachen Individuum „ganz ähnliche Gestalt“ besitzen.
Es könnte sehr überflüssig scheinen auf diesen Gegenstand näher einzugehen, wenn nicht der dermalige Standpunkt der Mineralogie es verlangte, möglichst über die Eigen- tümlichkeiten der Krystalle sich Rechenschaft zu geben, sie klar zu stellen. Es kann aber die mit geometrischer Genauigkeit stets wiederkehrende Art der Verwachsung zweier Krystalle nur in dem inneren Bau, oder in der Weise des Fortbauens dieser Krystalle seinen Grund haben. Mit der Lamellenauflagerung , mit dem Blätterdurchgange wird die Zwillingsfläche nie ganz zusammenfallen, sonst würden beide Individuen zu einem einzigen verwachsen sein , wohl aber werden die beiden Individuen durch Inein- andergreifen der Lamellen in einem geometrischen Zusammenhänge stehen. In dem klaren, durchsichtigen Gypskrystalle von Kandern und von Friedrichsroda reflectirt die Zwillingsfläche den Lichtstrahl; es zeigt sich daselbst eine Spiegelfläche. Zwillinge haben auf der Zwillingsfläche eine festere Einigung, als in den übrigen Krystalltheilen.
Bei sorgfältiger Berücksichtigung dieser Thatsachen wird die Frage, ob beim Quarze überhaupt eine Zwillingsbildung vorkomme, nicht so ganz ungerechtfertigt erscheinen. Es ist sehr zweifelhaft, ob derselbe einen reinen Biätterdurchgang habe; in einem geo-
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metrischen Zusammenhänge in Bezug auf denselben würden aber zwei Individuen nur dann stehen können, wenn ein solcher vorhanden wäre. Auffallend bleibt es sodann, dass bei der ungeheuren Menge der gebildeten Quarzkry stalle nur in äusserst seltenen Fällen Zwillinge (hemitropies , macles), gefunden werden; Descloiseaux, nachdem er reichhaltige Sammlungen durchsucht, hat nur einige wenige gefunden, besonders aus dem Dauphine. Er hätte vielleicht noch einige kleine Krystalle vom neuen Brückenbau bei Dissentis anführen können, und aus dem Maderanerthale. Die Verwachsungslläche ist aber keine eigentliche Fläche, es ist ein zickzackförmiges Ineinandergreifen oder Verwachsen ; Descloiseaux PI. II. Fig. 68. 69; es erinnert an die gewöhnlichen Behinderungs- oder Contactflächen , und mag auch wohl nichts anderes sein. Betrachtet man die Dauphineer Krystalle, auf welchen sich oft hunderte von kleineren Individuen angesiedelt haben, so überrascht es zu bemerken, dass alle diese in den verschiedensten Stellungen sich auf- gesetzt, in den verschiedensten Richtungen fortgewachsen sind. Solche Thatsachen beweisen nichts für die Unmöglichkeit einer Zwillingsbildung beim Quarze, aber sie lassen dieselbe sehr zweifelhaft erscheinen.
Sollte eine Zwillingsverwachsung zweier oder mehrerer Bergkrystalle aufzusuchen sein, so würde man sie vielleicht am häufigsten noch nach dem Gesetz: Zwillingsebene parallel oP auffinden. Unter den gewundenen Krystallen von Göschenen, freilich einer Missbildung, sind sie öfter zu beobachten, wenn auch nicht immer (wie auf S. 157 von „Krystall und Pflanze“ angegeben wurde). Allein hier liegt die Möglichkeit vor, dass auf einem dünnen tafelförmigen Kalkspathe oder einem anderen fremden Minerale, Berg- krystalle nach verschiedenen Richtungen sich aufgesetzt, und erst bei Wegführung des- selben allmählig zusammengewachsen seien.
Zuletzt muss auch noch die s. g. Landkartenbildung auf den Flächen der Quarze, insofern sie als Zwillingsbildung bezeichnet wird, erörtert werden.
Nachdem Hai ding er beobachtet hatte, dass Quarzkrystalle aus dem Dauphine eine eigenthümliche Bildung auf den Pyramidalflächen zeigten, aus matten und aus glänzenden Stellen in der Weise zusammengesetzt, dass eine glänzende Stelle der einen Fläche, in der Endkante an eine matte Stelle der benachbarten Fläche angrenze , hat G. Rose auf anderen Krystallen gefunden, dass solche Abwechslung von matt und glänzend nich bloss fetzenweise , inselweise sich vorfinde , sondern auch mit stetig fortlaufender Grenze über mehrere Flächen hinlaufend. Leydolt hat auch im Innern der Krystalle eine ver- schiedene Gruppirung oder Lagerung der Krystalltheile erkannt, so dass sich die bereits früher entdeckten optischen Erscheinungen als ganz natürliche Folgen herausstellten. Die
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Optiker hatten darnach die Bergkrystalle in rechts- und in links -drehende eingetheilt, und die Mineralogen haben diese für selbsttätige Individuen nicht passende Bezeichnung beibehalten. Die Tlieile eines Krystalls können rechts- oder links-gelagert, der Krystall kann rechts-, kann links -gebaut oder geordnet sein.
Es mag wohl nicht daran zu zweifeln sein, dass die Landkartenbildung mit diesem Aufbauen der Krystalle zusammenhängt, aber erklärt ist sie damit noch nicht. Im Ganzen sind die matten Stellen an Umfang den glänzenden sehr untergeordnet; dann ist die landkartenartige Bildung eine verschiedene auf den verschiedenen Flächen ; endlich auch mag nicht überall bloss eine verschiedene Lagerung zu Grunde liegen. Auf den Rauch- quarzen der Insel Arran z. B. scheinen matte Seitenflächen von Lamellen die glänzende Infulzeichnung zu begrenzen ; auf breiten Trapezflächen 6 P 6/s ist es o o P, welches glän- zend mehrfach aus der matten, zerrissenen Fläche durchblickt; hei manchen Bergkry- stallen weisen matt vertiefte Stellen, zum Theil mit Ockerstaub erfüllt, auf eine Störung hin; auf grossen Amethysten endlich sind es sehr kleine Infulbildurtgen, welche ketten- artig gereiht auf den Rflächen eine Landkartenzeichnung bilden.
Es sind viererlei Flächen, auf welchen beim Quarze8) die durch verschiedene Lagerung der Krystalltheile entstandene Landkartenbildung aufzusuchen und zu beachten ist; zuerst die Pyramidalflächen, dann das Prisma, ebenso die steileren Rhomboeder, endlich die s. g. Contact- oder Behinderungsflächen. Auf einer jeden dieser Flächen stellt sich dieselbe anders, in eigenthümlicher Weise dar, und nur durch ein gesondertes Studium kann das Verständniss erzielt werden. Selten nur, wie z. B. auf den schönen Beryllstufen von Murschinsk, wird ein Fortziehen und Uebergehen der Landkartenzeich- nung von der Pyramide auf das Prisma oder ein steileres Rhomboeder, oder von dem Prisma auf das letztere gefunden werden. G. Rose und Quenstedt haben dies in ihren Zeichnungen sehr richtig beachtet.
Auf den + Rflächen tritt die Landkartenzeichnung am schönsten auf, die bestimmteste Zeichnung mit der feinsten, zartesten Ausführung; aber in doppelter Weise: entweder gehen die glänzenden Stellen der einen Fläche genau in matte Stellen der anliegenden Fläche über, oder aber es geht die Scheidung quer durch alle Flächen hindurch, so dass z. B. der ganze Gipfel auf mehreren subsequenten Flächen matt ist, der ganze Fuss
8) Der Quarz ist nicht das einzige Mineral, bei welchem eine landkartenähnliche Zeichnung auf einzelnen Flächen zu beobachten ist; bei grösseren Baryten, von Dufton z. ß., findet sie sich zuweilen auf 4 P oo. Es mag wohl nicht immer die gleiche Veranlassung zu Grunde liegen, besonders beim Kalkspath.
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der Pyramide aber glänzend. Aus welcher Veranlassung erscheint hier oder dort der Krystall matter als an anderen Stellen? Entweder war es ein äusseres Hemmniss; dies vielleicht bei der letzteren Alternative, oder ist es eine unvollständige Erfüllung der Fläche, oder endlich ist eine verschiedene Aufstellung und Ordnung der den Krystall zusammensetzenden Theile zu bemerken, eine Zwillingsgruppirung derselben. Zuweilen glaubt man bestimmt eine zerfetzte äusserliche Auflagerung zu sehen. Die vortretenden Stellen haben eine Seitenfläche, welche deutlich vorglänzt oder auch einen feinen Schlag- schatten wirft; es zieht die zerrissene Auflagerung über die Infulzeichnung, über die horizontale Streifung, über Einigungsstellen verbundener Krystalle ungestört hinüber.
Dieses Hinüberziehen ist vorzüglich auch auf den Prismenflächen zu bemerken, und noch in viel grösserer Allgemeinheit. Die Furchen , die horizontal gelagerten Wulste auf oo R stören die Landkartenbildung durchaus nicht; sie schauen ebenso durch das Matte hin- durch, wie sie in den glänzenden Stellen weiter fortziehen; es ist keine Unterbrechung sichtbar, wie es doch bei verschiedenen Bauherren, von welchen der eine den Hausgipfel oben, der andere unten hinstellte, wohl der Fall sein würde. Die matten Stellen sind unendlich fein gefurcht; sie correspondiren nicht so sorgfältig mit einer glänzenden Stelle der anliegenden Prismenfläche, wie dies bei der Pyramide der Fall ist; auch ist die Begrenzung und die Scheidung von glänzend und matt nicht so scharf wie dort. Ein Uebergang der Zeichnung von der Fläche R nach dem Prisma hinüber findet, wie bereits bemerkt, sehr selten statt. Manchmal zeigt die prismatische Horizontalstreifung an solchen Stellen einen Bruch oder ein Einknicken, oder die oben gedachte Gruppirung von Lan- zenspitzenformen; Fig. 16.
Ziemlich übereinstimmend mit go R sind die gross und selbständig ausgebildelen Flächen der steileren Rhomboeder, so namentlich 3 R, nur dass bei diesen die Land- kartenzeichnung so häufig auftritt, dass sie fast im engeren Zusammenhänge mit dieser Krystallform zu stehen scheint. Auch hier, wie bei oo R, glaubt man vorzugsweise ein äusserliches Fortbilden, Auflagern zu erkennen; Fig. 36, Fig. 21 ; auch hier arbeitet jede Fläche für sich, weder ist ein Uebergang der Zeichnung auf die Nachbarfläche, noch insbesondere auf R zu verfolgen.9) Manchmal tragen sämmtliche Flächen wenig- stens Spuren davon, öfter auch nur eine einzige. Stets aber sind die matten Stellen oder Bezirke im Verhältniss zu den Gesammtflächen nur klein.
9) Wohl aber scheint die prismatische Lamellenüberlagerung auf’s engste mit der unteren Trapezfläche (i ?) zusammenzuhängen. Die Streifung geht von der einen Fläche genau in die andere über.
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Zuletzt bleibt noch die Landkartenzeichnung- zu erwähnen, welche auf den Behin- derungsflächen , den gestörten Flächenbildungen deutlicher wie irgendwo sonst vortritt. „Contactflächen“ werden dieselben auch sonst genannt; nicht das blosse „berühren“ verhindert, z. B. beim Quarze im Gypse von Lüneburg, die regelmässige Ausbildung, wohl aber das wechselseitige Hemmen und Drängen zweier gleichartigen oder fremd- artigen Krystalle bei mangelndem Raume. Solche Flächen können demnach als Behin- derungs- oder als gestörte Flächen, oder auch mit Websky als „Druckflächen“ be- zeichnet werden. Bei den Maderaner Bergkrystallen sind es vorzüglich Kalkspathtafeln, welche die regelmässige Ausbildung der Flächen verhindert haben; die Tafeln, weg- geführt, lassen dem Bergkrystall ihre Streifung aufgeprägt. Der lebenskräftige Krystall wird eine nachträgliche Ergänzung zu bewerkstelligen suchen. Es geschieht dies in verschiedener Weise, je nachdem die gestörte Fläche mehr mit dem Prisma zusam- menfällt, oder aber mit der Pyramide; fast überall tritt neben der Parquetbildung auch eine Landkartenbildung vor, welche auf eine zwiefache Gruppirung der Krystalltheile zurückzuführen ist. Ist sie anfangs nur schwach durch die abgedrückte Streifung des Kalkspaths hindurch zu erkennen (Fig. 37) , so macht sie sich mehr geltend mit dem allmähligen Schwinden derselben. Die matten und die glänzenden Stellen — hier eigent- lich relative Begriffe, je nach dem Einspiegeln — sind durch glänzende Vertiefungen geschieden , welche gleichlaufend mit der Fläche 2 P 2 gefurcht sind ; man könnte die verschiedenen Gruppen für Faserbündel halten, welche in der Gesammtheit der Faser- köpfe die gestörte Fläche und die verschiedenen Gruppen der Landkartenzeichnung dar- stellen , und diese Köpfchen spiegeln auf glänzenden und auf matten Stellen in verschie- denen Richtungen ein.
Ist es allein die Prismenfläche , welche eine Störung erfahren und später den Fortbau ermöglicht findet, so wird der Krystall von der Grenze der unvollendeten Stelle aus den Raum allmählig überkleiden und zwar in spiessigen Lamellen , welche zu einer Horizontalfurchung verwachsen, und mit der früher beschriebenen Wulstenbildung auf oo R in der Anordnung übereinstimmen; Fig. 38. Auch hier zeigt es sich, dass die Fort- bildung, wenigstens die Ergänzung des Prisma, in der Herstellung eines rindenartigen Ueberzugs bestehe; ebenso das eifrige Bestreben des Krystalls, vor Allem die Kanten auszubilden, dann erst das Innere der Flächen. Bei der Ergänzung der Pyramide werden die Theilkrystalle mehr vortreten und gesonderte Köpfe oder Infuln erscheinen lassen.
Diese Fortentwickelung der Krystalle verdient die grösste Beachtung der Minera- logen. Nach dem Ausspruche tiefer Denker befindet sich die Gesammtheit der Welt-
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körper nicht nur in steter Bewegung-, sondern zugleich in unablässiger Entwickelung. Nur allein die Krystalle hat man seither von diesem Naturgesetze ausnehmen zu müssen geglaubt, weil sie nicht über Nacht in die Höhe geschossen sind wie das Gras der Wiese, nicht aufgebrochen sind wie die Knospen an den Bäumen. Aber man versuche es nur einmal die gestörte Bildung der Bergkrystalle zu beachten, zu verfolgen, man wird auch dort Thätigkeit und ein unablässiges SchalTen der Ergasia finden, sei es in der Ueberkleidung der Sagenittafel und des Chloritstaubes oder des Helminthes, sei es in dem Ergänzen mangelhafter Theile. Man lasse sie nur einspiegeln, diese Tausende von Köpfchen, welche hervordringen, es ist kein Ueberrest eines abgestorbenen, eines zerfressenen Wesens, es sind die fortbauenden Flächen des schaffenden Krystalls, die Flächen + R und 2 P 2.
In dieser fortbauenden Thätigkeit ist höchst wahrscheinlich die Erklärung der, erst in diesen Tagen wieder von H. Da über ,0) nachgewiesenen Eigentümlichkeit zu suchen, dass die Winkel , auch der ebenflächigsten Krystalle , niemals genau den theoretischen Forderungen genügen, sondern innerhalb gewisser Grenzen um die idealen Werthe schwanken. Dauber seinerseits behauptet freilich, dass diese Messungsdifferenzen „gewissen durch Schwere , Temperaturwechsel und andere Kräfte veranlassten Störungen der Krystallisation“ zuzuschreiben seien , er wird sich aber bedenken, ehe er den Beweis dieser Behauptung zu liefern unternimmt.
Bei der Fortentwickelung, bei dem Wachsen der Krystalle werden häufig kleinere Individuen, aufeinander stossend, sich innig verbinden, einen einzigen Krystall darstellen. War die Anordnung der Krystalltheilchen eine verschiedene bei den verschiedenen, ver- bundenen Individuen, so ist es wohl denkbar, dass im Fortwachsen ein Uebergreifen des einen Theilkrystalls in den Bereich des Nachbarn stattfindet, und so die unregel- mässigen Landkartenzeichnungen entstehen, wie sie auf der oberen Krystallfläche, auf den Durchschnitten , auf den Behinderungsflächen sich darstellen. Kaum könnte hier noch von Zwillingskrystallen gesprochen werden, da es ein und dasselbe Individuum ist, in welchem ein doppeltes Streben, ein Fortwachsen bei verschiedener Gruppirung der Theile sich offenbart; ein einziges Individuum tritt vor unsere Augen, sowohl in den äusseren Umrissen, als auch in einer den Gesammtbau beherrschenden Ergasia. In seltenen Fällen nur ist es möglich , die verschieden geordneten Theile zu unterscheiden , und selbst dann nur auf einigen Flächen, während auf anderen jede Spur einer Sonderung verwischt ist.
10) Poggendorf, Ann. 1858. I.
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Auch bei dem Aragonite finden wir eine Zwillingsbildung, welche in dem äusseren Um- fange nur ein Individuum darzustellen scheint. Die Einigung ist aber weniger voll- ständig als beim Quarze. II. Jordan giebt zu der vortrefflichen Abhandlung: „über den Wiederersatz verstümmelter Krystalle“ ") eine Abbildung No. 2 auf Taf. III, die Ergänzungsfläche an einem verstümmelten Octaeder des Chromalauns; sie ist durch viele Furchen in kleine Felder abgetheilt, welche der Stammform und den Combinationen des Alauns entsprechen; man könnte auch hier von einer mannichfaltigen Anordnung der Krystalllheile reden, nicht aber von Zwillingen. 12)
Von den Stellen, wo eine Störung von aussen her stattgefunden, sind sehr wohl die Ilohlformen zu unterscheiden, welche durch die mangelhafte Einigung des Krystalls selbst bedingt sind. Leydolt nennt solche Lücken: „Vertiefungsgestalten“, das alte Wort „Hohlform“ ist vielleicht noch bessere Bezeichnung. Die Lücke, welche durch unvollständige Einigung dreier Krystalle auf der Fläche R sich zeigt, ist gebildet seitlich durch zwei Flächen R, und im Hintergründe durch die Wand cc R des dritten Krystalls. Es können aber auf den Theilkrystallen , welche in der Einigung den Gesammtkrystall bilden, auch andere Flächen, wie 2P2, G P %, 3 R oder 4 R sich vorfinden, und zur mannichfaltigsten Gestaltung der Hohlform das ihrige beitragen; Fig. 39.
Nicht nur auf den oberen Flächen der Krystalle finden wir solche mangelhafte Erfüllung, sie tritt uns auch im Inneren derselben entgegen. Auf Behinderungsflächen grösserer Quarzkrystalle und Amethyste sehen wir sie oft zahlreich unter dem mittleren Theile der Flächen , während in der Nähe der Kanten und Axenwände der Krystall gleichmässiger erfüllt ist. Solche Individuen machen gleichsam die Probe auf das Gesetz der stetigen Erfüllung, welches die Theorie für die Krystalle herausgerechnet hat.
Verschiedentlich ist bereits der Missbildungen gedacht worden. Es wird mehr und mehr die Aufgabe der Mineralogie sein, die Veranlassung solcher Missbildungen aufzu- suchen. Bei einer Prachtstufe aus dem Dauphine, jetzt in der ausgezeichneten Sammlung Sr. kais. Hoheit des Erzherzog Stephan, eine Sammlung, welche die mit dem feinsten Geschmacke geordneten Schätze in liebenswürdigster Weise dem Studium zur Verfügung stellt, kann mit ziemlicher Sicherheit die Ursache einer ungleichmässigen Ausbildung der Pyramidalflächen verfolgt werden. Durch Zersetzungsstaub, welcher den Krystallen von
1 ') s. Müller, Archiv f. Anatomie 1842, Die Beobachtungen von Jordan gehen denjenigen von Pasteur (Krystall und Pflanze S. 26) voraus.
1 2) Auch Quenstedt, Handbuch S. 164, zweifelt, ob hier von Zwillingen die Rede sein könne.
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einer, und zwar von der oberen Seite her, aufgefallen oder durch Feuchtigkeit zuge- führt und abgelagert 13) worden, kann die Stellung, welche die Stufe am Multergestein hatte, genau bestimmt werden. Die oberen Krystalle der Stufe stehen ziemlich vertical aufrecht, sie boten ihre ganze Pyramide der auffallenden Substanz dar, diese hatte aber keinen Halt; die Pyramiden sind ziemlich gleichmässig , + R ebenso wie — R ausge- bildet. Auf dem unteren Theile der Stufe aber neigen sich allmählig die Krystalle mehr horizontal, die fremdartige, braune Substanz ist auf den oberen Prismenflächen liegen geblieben, und die gleichmässige Ausbildung der Pyramidalflächen ist gestört. Die am tiefsten liegende Pyramidalfläche ist am mächtigsten vorgewachsen , am bedeutendsten ausgebildet; die oberen Pyramidalflächen sind ganz klein, fast verschwindend. Bei den unteren ist wieder genau zu unterscheiden, ob die Fläche ein -+ R, ob sie ein — R sei. Im ersteren Falle ist gerade nur die eine unterste Fläche weitaus vorherrschend, im anderen aber sind es zwei — R, welche sich die Waage hallen, ebenso wie dies bei Gelegenheit der steileren Rhomboeder oben erwähnt ist; Fig. 31. 32.
Unter einer reichhaltigen Sammlung von Bergkrystallen wird man leicht die wunder- lichsten Formen finden, welche theils in einer Behinderung von aussen die Veranlassung haben, theils aber auch in dem Bestreben des gestörten Krystalls, seine gesetzlichen Formen nachzubilden. R. Hermann erwähnt eine solche Fortbildung im Bulletin de la Soc. imper. des naturalistes de Moscou 1857. II. „das Wachsen der Steine“; er be- schreibt S. 547 einen Quarz, der im Laufe von 7 Jahren, in der Sammlung selbst, die Contactflächen zur Parquetbildung ausgeformt habe. Ob hier eine s. g. cristallisatio fixa stattgefunden, oder ob vielleicht nur das Auge des Forschers durch das Beobachten selbst allmählig mehr geschärft worden , ist natürlich nur schwer zu ermitteln. Die mannichfaltigste Gestaltung und Missstaltung von Bergkrystall wird unter denjenigen Individuen zu finden sein, welche auf anderen Bergkrystallen aufgelagert, festgewachsen sind. Sie sind häufig nur schwach befestigt, und brechen leicht von der Grundlage ab. Sehr häufig sind dann zwei -f R übermässig ausgebildet , das dritte , dem Stammkrystall zugewandte, ist verkümmert, oft nur stecknadelgross. — R tritt erst auf weit hinab von dem Gipfel; Fig. 40. Oder es zeigt sich auch der aufgelagerte Krystall zu einer
13) Solche Störung der regelmässigen Ausbildung durch Auflagerung fremdartiger Substanz scheint auch bei andern Mineralien statt zu haben. Bei dem Baryt z. B. von Przibram sind es dann die Flächen P oc , bei manchem Flussspath die diagonale Gitterung auf oo 0 oo und die Flächen 2 0 4, welche besondere Bedeutung zu erhalten scheinen, bei dem Kalkspath aber die Auflösung des Gesammtkrystalls , oder das Vortreten des Theilkrystalls.
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dünnen Tafel verzogen, an welcher fast nur eine Prismenfläche zu erkennen ist; Fig. 41 .
Bei Gelegenheit der Verzerrung ist auch der schon mehrgedachten gedrehten oder gewundenen Krystalle von Göschenen , auch von Dissentis zu gedenken. Sie bestehen aus seitlich geeinten Individuen. Das — R der Breitseiten ist meist schmaler als + R, zerstückter, von einigen Flächen + R und x dazwischen unterbrochen. Auf der schmaleren Krystallseite befinden sich je zwei Flächen + R mit x, zwei ganz kleine — R in m R übergehend , und die zugehörigen Prismenflächen. Durch die Art und Weise, wie die kleineren Individuen hier zu dem Gesammtkrystall sich verbunden, scheint ein wechselseitiges Stören und ein mangelhaftes Ausbilden des letzteren veran- lasst zu sein. 14)
Bei den interessanten Krystallen von Bieliggratz in Krain zeigt da , wo die rothe Färbung nur schwach ist, + R und — R nur wenige Verschiedenheit in der Grösse; an Krystallen aber, welche von der braunen, staubigen Substanz fast ganz zuge- deckt waren, haben vorzugsweise drei Flächen + R fortgebaut, — R ist daneben kaum sichtbar.
ln allen Verzerrungen erblicken wir aber doch wieder, wie Oerstedt es bezeich- net, eine Grundidee, welche die Natur zu erreichen bemüht ist, welche sie unter den verschiedenartigsten Störungen, auf den manichfaltigsten Wegen immer wieder zur Dar- stellung zu bringen sich bestrebt.
Ein Vorkommen , welches, schon vielfach besprochen, noch immer zu den räthsel- hafteren gehört, der Schriftgranit, verdient hier noch erwähnt zu werden. Man findet grosse Feldspath -Individuen , deren jedes viele stengliche, „aber seltsam verzerrte und nur durch gestreifte Zusammensetzungsflächen begrenzte Quarz -Individuen “ umschliesst. G. Rose hebt hervor , dass die F eldspathmasse häufig bis in das Innere der Quarz- krystalle dringe, die den Feldspathkern dann nur von zwei oder drei Seiten umgeben. Der Feldspath scheine früher als der Quarz krystallisirt zu sein, der sich in den gelas- senen Raum fügen musste. Wo die Blätterbrüche des Feldspaths, so sagt Quenstedt, in grosser Flucht aushalten , nehmen die krystallinischen Massen „hohle Quarzkrystalle“ auf. In der Abhandlung: „Aus der Naturgeschichte der Krystalle“ ist der Schriftgranit als Breschenbildung durch Quarz bezeichnet, und noch immer scheint diese Erklärung im
,J) Quenstedt gedenkt auf S. 380 seines Handbuchs d. M. der verzogenen Flussspäthe vom Teufels- grunde. Auch diese weisen in ihrer einseitigen, nicht gegitterten, diagonalen Streifung auf eine Unregelmäs- sigkeit der Structur hin.
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Wesentlichen die richtige zu sein. In allen Fällen wird man zu der Ueberzeugung hingeführt, dass der Feldspath früher als der Quarz vorhanden gewesen; meist ist jener grau oder fleischroth, speckig glänzend, oft, wie z. B. in Zwiesel und Aschaffenburg, ist der graue Orthoclas fleischroth gesprengelt. Aber stets ist der Zustand der ganzen Feldspathmasse ein durchaus gleichmässiger, sei sie von Quarztafeln auf zweien oder mehr Seiten umschlossen, oder liege sie frei. Unmöglich war es, dass der Feldspath beim Krjstallisiren Löcher oder leere Räume gelassen habe, welche dann der Quarz erfüllt habe. Die Entstehung der Löcher wird mit der Ausfüllung derselben in eine und dieselbe, in eine spätere Zeit gefallen sein. Dem sich bildenden Quarz gelang es aber nicht , sich regelmässig zu gestalten ; er stellt entweder Stengel dar , oder Platten , die zum Theil in Winkeln zusammengewachsen sind. Es stimmen die Winkel der Platten- verwachsung mit den regelmässigen Winkeln des Quarzes nicht überein. Auch die Streifen, welche sich auf den Quarzstengeln vorfinden, sind nicht aus einer natürlichen Entwickelung desselben zu deuten ; sie fallen zwar manchmal mit der Prismenstreifung zusammen, aber man findet sie auch in schiefer Richtung; stets sind sie abgerundet, und höchst wahrscheinlich zeigen sie nur Abdrücke, zum Theil von Glimmersäulen. Sehr selten ist an dem Quarzstengel eine Zuspitzung zu der Pyramide zu finden, auch diese dann ohne scharfbegrenzte Flächen; selbst auf hohlen Räumen des Granits mit Zersetzungsrückständen (von Turmalin oder von Glimmer?) haben sich die Flächen des Quarzes nur höchst selten frei ausgebildet.
Da man sich so wenig erst mit der Bildung und dem Wachsen der Krystalle beschäftigt hat, ist es sehr natürlich, dass auch die hiervon abgesondert behandelte Structurlehre mehr eine beschreibende als eine erklärende ist. Man hat die Benutzung des Wortes „Spaltbarkeit“ statt „Blätterbruch“ eine Verschlechterung des Ausdrucks genannt, denn spalten könne man auch Holz. Als ob der Schöpfer andere mechanische Gesetze dem Krystall gegeben habe , andere der Pflanze. Die Blätterbrüche des Kry- stalls sollen das wesentlichste Unterscheidungsmerkmal zwischen dem Krystall und der organischen Schöpfung liefern. Dann muss in der That dieser Unterschied nur ein sehr geringer sein. Leopold v. Buch, Haidinger und neuerdings Leydolt und G. Rose haben das Erscheinen des rhomboedrischen und prismatischen Kalkhaloids in den kalkigen Theilen wirbelloser Thiere untersucht ; sie haben gefunden , dass fossile Muschelschalen aus Lamellen beständen, zusammengesetzt aus parallelen Fasern oder Krystallen , welche in den kleinen Zellen rechtwinklich auf der Oberfläche der Lamellen stehen. Die kry- stallinischen Faserköpfe sollen gleichmässig einschimmern. Leopold v. Buch glaubt
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nicht, dass diese Krystallbildung- durch einen späteren Prozess bedingt sei, und Ley- dolt schliesst mit der Behauptung-, dass die kleinsten Theile der Schale schon beim lebenden Thiere eine krystallinische Structur hätten. Hiernach würde ein nicht unwe- sentlicher Theil des Thieres nach den Gesetzen der Krystallbildung hergestellt, oder von Krystallen gebildet, von Kalkspathen, von Aragoniten oder auch von diesen beiden zusammen. Der Unterschied zwischen Zelle und Krystall , welche beide im Anfang grosse Uebereinstimmung besitzen sollen13), fände seine Versöhnung in dem organischen Geschöpfe selbst.
Wächst der Krystall, indem er Lage über Lage deckt, und sind die Bestandteile dieser Lagen in anderer Weise unter einander verbunden, in anderer mit den Theilen der angrenzenden Lage, so wird auch die Scheidung der Krystalltheile eine verschiedene sein in dieser, oder in jener Richtung. Blätterbrüche „beherrschen “ also nicht das Innere des Krystalls, sondern sie sind natürliche Folge des Aufbauens; sie hängen wohl von gewissen Krystallisationsrichtungen ab, aber nicht bloss von solchen, welche „im Innern“ des Krystalls wirken , sondern von Krystallisationsrichtungen, welche den ganzen Krystall herstellen und nach einer bestimmten Ordnung aufwachsen lassen. Sehr zweck- mässig unterscheidet man den Bruch von der Spaltfläche. Erfolgt das Zerschlagen eines Minerals in einer Richtung, in welcher keine Spaltbarkeit vorhanden ist, oder besitzt das Mineral, welches angeschlagen wird, überhaupt keine Spaltbarkeit, so entstehen Bruchflächen.16) Je unvollkommener die Spaltbarkeit, um so bestimmter tritt der Bruch hervor. Dem Quarz wird „unvollkommene“ Spaltbarkeit zugeschrieben, zugleich „muscheliger“ Bruch. Auch ein „versteckter“ Bruch wird ihm geheimnissvoll zuge- schrieben, oder gar eine „versteckt blättrige Textur, die gewöhnlich hinter dem Bruche sich verberge“. Erhitzt man einen Krystall und taucht ihn dann plötzlich in kalte Flüs- sigkeit , so lässt sich leichter eine Spaltung ausführen , denn die Ausdehnung und der Zusammenhang der Krystalltheile wird eine andere sein auf den äusseren Flächen, eine andere im Innern. Aber der Quarz muss eine Structur haben ganz verschieden von dem Kalkspath und von anderen Mineralien, welche dem gleichen Systeme beigeordnet werden; die Verbindung seiner Theile muss eine andere sein; der muschelige Bruch selbst, welcher als constantes Ergebniss betrachtet wird, sollte darüber Aufschluss geben.
,5) Haidinger, Berichte Bd. I. S. 147.
Der Gyps zeigt auf (oo P gd) Spaltbarkeit, die unvollständige, fasrige Spaltungsfläche nach P ist nur ein Bruch der einzelnen Blättchen , die unvollständige , s. g. muschelige Spaltbarkeit aber lässt schliessen , dass die Verbindung der Blättchen orthodiagonal eine andere sei wie hemipyramidal.
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Wie zwei Kräfte, welche in verschiedener Richtung- auf einen Körper constant einwir- ken, demselben eine bestimmte Bewegung, und zwar eine krummlinige vorschreiben, so umgekehrt müsste aus dem Resultat des Anschlagens, aus dem Ab- oder Aus- brechen von Krystalltheilen , der verschiedenartig wirkende Widerstand und Zusammen- halt derselben zu erklären, ja selbst auszumessen sein — wenn dies Resultat ein so gleichartiges wäre, als welches es bezeichnet wird. Allein wir finden im Ganzen den muscheligen Bruch des Bergkrystalls nicht so gar häufig, am meisten und am tiefsten an den Ecken und Kanten ; auf oo R aber bei weitem flacher. Tief im Innern ist der Bruch unregelmässig ; bei stark geeinten Krystallen treten nicht selten bestimmte Flächen, z. B. gd P, wiederholt auf ihm vor ; bei anderen Krystallen , vorzugsweise den Ame- thysten, ist die Bruchfläche unregelmässig gewölbt oder vertieft, dabei wie kreuzweise gerippt, oder gestrickt, oder guillochirt, am besten mit der Zeichnung im Elfenbein zu vergleichen. Bei einem grösseren , mannichfach und unvollständig geeinten Krystalle vom Gotthard gelang es diese Bildung noch deutlicher zur Anschauung zu bringen. Die Fig. 42 versucht es, eine Abbildung nach dem Gypsabgusse zu geben. Die breiteren Maschen liegen ungefähr in der Richtung der Hauptaxe, die feinere Zeichnung erstreckt sich nach gd P hin. Diese gestrickte Bildung, diese gekreuzte Zeichnung ist äusserst merkwürdig. Wir finden eine solche auch bei andern Mineralien, z. B. auf den diagonal gegitterten Würfelflächen des Flussspaths aus dem Münsterthale , dem 48Flächner, aber bei diesem zeigt sich äusserlich ein vielfaches Zusaramenlagern , im Innern die gewöhnlichen Spaltflächen des Flussspaths. Nur selten ist die gekreuzte Streifung auch auf dem Bruche der Krystalle zu finden, bei dem Zinnerz, manchmal bei dem Pyrit. Wie aber ist ein derartiger zusammengesetzter Bau zu erklären. Wir haben hier oben mehrere Richtungen kennen gelernt, in welchen der Bergkrystall baut. Vor allem in der Richtung von R durch Auflagerung neuer Lamellen auf dieser Fläche, und zwar von den zwei Gipfelkanten her sich über einander lagernd, oder auch vereint, horizontal begrenzt, vom Krystallgipfel herabsteigend; dann sahen wir in den Infuln eine Sonder- thätigkeit auch durch oder zwischen diesen Lamellen sich bemerklich machen, weiter war es eine rhomboidische Ueberlagerung auf gd R und auf 2P2, welche unsere Auf- merksamkeit auf sich zog; eine gleiche glaubten wir auf den s. g. steileren Rhomboe- dern zu bemerken, insbesondere bei der Landkartenbildung,- noch liess das Auftreten von V2 R ein besonderes Gefüge in den Kanten R : R vermuthen, endlich ist auch der Zwillingslagerung oder Anordnung der Krystalltheile hier nochmals zu gedenken, welche vor allem auf eine zusammengesetzte Bildungs weise hindeutet.
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Wenn auch für jetzt eine Zurückführung dieser anscheinend sehr verschiedenen Thätigkeitsäusserungen des Bergkrystalls auf bestimmte, einfache Gesetze nicht unter- nommen werden kann, so wird sehr wahrscheinlich eine nicht allzu ferne Zukunft diese Räthsel lösen.
Auch hei dem Bruche soll der gemeine Quarz wieder eine Eigenthümlichkeit zeigen, er soll mehr splittrig sein, der Bergkrystall aber mehr blättrig, oder wenigstens dem entsprechend. In dem Splittrigen würde eine grössere Sonderung, ein Vortreten ein- zelner Theile vor dem Gesammtkrystall zu erkennen sein, während der Bruch des Berg- krystalls, selbst der muschelige, wohl auch einen zusammengesetzten Bau, aber doch einen gleichmässigeren , fester verbundenen beurkundete. Krystalle, welche am Fusse milchig weiss gefärbt sind, zeigen an dieser Stelle gewöhnlich splittrigen, am klaren Gipfel aber muschligen Bruch.
Es überrascht den muscheligen Bruch des Bergkrystalls bei dem Opal und bei dem Hyalith wiederzufinden, welche doch „ganz unkrystallinisch“ sein sollen; aber bei diesen glänze der vollkommen muschelige Bruch „wie Gallerte oder Harz“. Und auch der Chalcedon, „ein inniges Gemenge von amorpher und krystallinischer Kieselerde“, zeigt flachmuscheligen, dabei feinsplittrigen Bruch. Wie ist denn ein stets gleiclnnässig auftretender, bestimmt gestalteter Bruch mit einem regellosen, einem gestaltlosen Aufbau zusammen zu reimen? Gerade Kanten oder ebene Flächen besitzt der Hyalith wohl nie, aber stets zeigt er doch bestimmte Formen, deren Ausbildung keineswegs allein der Schwerkraft beizumessen ist; Fig. 43. 44. Auf dem Basalte von Rüdigheim, welcher durch die Thätigkeit von Dr. C. Rössler die gebührende Anerkennung gefunden, ist der Hyalith in ausgezeichnetster Weise ausgebildet, kranzartig gruppirt, schichtenweise aufgebaut, nierenförmig, cylindrisch aufstrebend oder in knospiger Ausbildung. Aehnlich beschreibt Blum den Hyalith von Steinheim (?); es sollen durch Aneinanderreihen von kleinen Kügelchen ästige, Stauden- und baumfönnige Gebilde entstanden sein. Glöck- ner schreibt dem schlesischen Hyalith eine zusammengesetzte sphärische Bildung zu.17) Ist es hier „Abneigung“ oder ist es „Unfähigkeit zu krystallisiren“, welche der Kiesel- säure diese eigentümlichen Formen verleiht? 18) Eine Verringerung der Kieselmasse
17) Heidelb. Jalirb. 1837 S. 35. 1832 S. 286.
18) Poggendorf, Ann. 1839 (124.) 48 S. 344. — Die Formen des Hyalith sind nicht gerade der Kieselsäure eigenthümlich. Auch der Kalkspath zeigt manchmal solchen nierenförmigen Schichtenbau, z. B. unterhalb — ]/2 R von Schneeberg. Diese Fläche hat ihre characteristische Furchung, oo R ist glatt, aber durch feine Blättchen nur mangelhaft ausgefüllt; kleine Scalenoederflächen spiegeln glänzend ein und treten überall vor, mitten aus der abgerundeten Nierenbildung, welche „leider“ nicht zu messen ist.
Abhandl. d. Senckenb. natarf. Ges. Bd. 111.
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„durch Erstarrung“ hat bei der Hyalithbildung nicht stattgefunden, wenigstens zeigt sich überall eine Vermehrung des Volumen, ein Beengen, ein Hinausdrängen, Bei der Sill— lication organischer Körper hat man Wärzchen mit concentrischen Ringen entdeckt, Ringsysteme, welche in Verbindung mit einander getreten, welche sich auch beengt und einander den Platz versperrt haben. Die Bildung des Hyalith ist damit sehr über- einstimmend. Beim Hyalith vom Zoptenberg beachtet Dr. Müller ebenfalls concentrische Ringe von maltweisser Farbe, welche als eine „beim Hervorquellen“ des Hyalith in kreisförmiger Bewegung abgesonderte Masse erscheinen. Walchner untersucht ein anderes Hyalithvorkommen und findet kein Hervorquellen, findet den Hyalith nie unmit- telbar auf dem Mandelstein, stets auf Bitterkalk, mit diesem verbunden, an der Basis umfasst. 19)
Von dem Chalcedon wird hervorgehoben, dass er nie durchsichtig, stets von mattem Aussehen sei und „grosse Neigung“ zu Stalaktitenbildung besitze. Er sei unter Hindernissen entstanden, welche die Bildung des eigentlichen Quarzes gehemmt, man könne ihn als „unvollendeten Quarz“ betrachten. Damit im Widerspruch hat man auch kry- stallisirten Chalcedon aufgefunden, oder aufzufmden geglaubt. Ein solcher aus der Auvergne findet sich in der k. k. geol. Reichsanstalt, ein Geschenk des Herrn Grafen v. Breunner. Auf einem Tulfgesteine liegt eine dünne Schichte von schwarzem Erdpech; auf diesem strahlig gruppirte Quarze, zum Theil bis zu 13mm frei ausgebildet. Die Mitte der Gruppe ist ausgefüllt von einem Haufwerk perlenähnlicher Quarzküchelchen von Stecknadelkopf- grösse. Wo die strahlige Gruppe abgebrochen ist, zeigt sie deutlich im Innern grauen, glasigen Quarz, aber äusserlich ist milchblauer Chalcedon in verschiedenen dünnen Schichten dem Quarze aufgelagert, dessen Kanten und Ecken abrundend. So scheint der Chalcedon allerdings Quarz in unvollendetem Zustande zu sein, oder gewesen zu sein, schwerlich aber in dem Sinne, dass eine Erhärtung und Verfestigung noch fehle.
Dafür sprechen auch die wenigen Pseudomorphosen , welche wir in der Substanz des Chalcedon besitzen; so besonders die schönen, blauen Handstücke von Tresztyan. Beudant giebt in seiner Ungarischen Reise (II. S. 319.) darüber an, dass sie wahr- scheinlich aus dem Grünsteinporphyr herstammen, dass aber nichts Bestimmtes darüber vorliege, da dies Vorkommen meist aus Bächen oder aus dem Sande entnommen sei. Das Muttergestein war also zerstört, während die Geode oder Chalcedonplatte noch zusammenhielt. Die Stufen zeigen auf der einen, (unteren oder äusseren) Fläche Hohl-
19) Heidelb. Jalirb. 1822. Ebendas. 1825.
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formen nach einem drüsigen Minerale, wahrscheinlich Bitterspath, jetzt mit gelblich grauem Staube erfüllt; nach der andern Richtung hin sind sie entweder in Faserstructur zu hundertfältig einspiegelndem Glaskopfe erwachsen, oder aber sie zeigen mehr oder weniger deutliche Gestalten nach Würfeln des Flussspaths. Die Formen der Würfel sind zum Theil abgerundet, von Wülsten überdeckt, so dass sie einem stumpfen Rhomboeder ähneln, zum Theil aber sind sie von der höchsten Schärfe, so dass die mangelhaft gefügten Theilkrystalle des Flussspaths bestimmt vortreten, und die Flächen des Pyra- miden-Würfels deutlich einspiegeln. Solche Schärfe der Formen, wie sie auch beim Haylorit sich findet, spricht deutlich genug gegen eine allmählige Erhärtung zur Krystallfonn.
Es ist zu wünschen, dass der Quarz, wie er in den basaltischen Gesteinen sich vorfindet, noch sorgfältiger beachtet, untersucht, verglichen werden möge. G. Rose hat hervorgehoben, dass ein Scalenoeder in den Höhlungen des Mandelsteins sich linde. Solche Scalenoeder-ähnliche Formen, wie sie in den Mandelsteinen von den Färöern, von Island, von Oberstein sich finden, scheinen auf einer Verzerrung der Flächen + R zu beruhen, Fig. 45. Die Seitenflächen der sich überdeckenden Blättchen sind mit dem Auge erkennbar ; auf der einen Fläche ziehen sie von dem Gipfel herab, auf der Nachbar- fläche scheint oft die Ueberkleidung von der Seite her zu geschehen; Fig. 9. Selten nur, am meisten noch bei ganz kleinen Krystallen, ist die Begrenzung eine regelmässige, bei dem Heranwachsen der Krystalle verliert sich die Regelmässigkeit mit dem Auf- treten der völlig sich überlagernden Blättchen, Fig. 5. Bei einer Grösse der Krystalle von etwa 4mm sieht man hie und da auch eine glatte Prismenfläche auftreten. Es ist ein . — QO R; das — R befindet sich ganz klein darüber. Noch fehlt + oo R; es zieht + R ohne horizontale Begrenzung in unregelmässigen Schichten und Lagen bis zum Krystallfusse herab; an manchen Krystallen eine oder zwei Kanten +R: + R, ohne — R, während an der dritten das — R sich zeigt, glatt und glänzend, durch scharfe Kante von seinem Prisma geschieden, Fig. 46. Die Absätze der Lamellen von -f- R, oft Vs”"1 dick geschichtet, sie zeigen auf — R daneben keine Spur, kein Hinüberziehen.
In den grossen Hohlräumen des schmutzig grauen Mandelsteins von Berufiord auf Island liegt meist zu unterst, unmittelbar auf dem Gestein die chloritische Ausscheidung, der Delessit, dann folgt ein milchweisser Quarz, anscheinend in Faserbildung, von mattem Glanze, allmählig mehr in Glasglanz übergehend, da wo die innere Fläche der Geode drüsig zu den kleinen dreiflächigen Gipfeln sich aufbaut. Auf den dicken Chalcedonplatten von Eskifiord ist die eine Stelle des Quarzes manchmal ausgehend in kleine , scharfbegrenzte , dreiflächige Gipfel ; auf andern Stellen aber sind die auf dem
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Chalcedon erwachsenen Quarzkrystalle mit — R flächen von 3 — 5mm versehen, noch grössere + R flächen haben schon eine deutliche, horizontale Begrenzung nach + go R ausgebildet. Am merkwürdigsten aber sind solche Geoden von Ober- stein, zunächst der Rinde über Hohlräumen zersetzter Krystalle aus bandartigem Achate bestehend, der in stänglich gedrängten, glasigen Quarz übergeht. Auf den 10 bis 12mm grossen Krystallköpfen von eigentümlich mattem Irisscheine ist — R überall , wenn auch untergeordnet, ausgebildet, zum Theil mit +R einspiegelnd. Es tritt in jeder Beziehung vor diesem heraus, sowohl körperlich, mit — go R in scharfer Kante vor- tretend, als auch durch den einigen Glanz der Fläche, während -f R in viele Flächen und Seitenflächen zertheilt ist, und in dieser Weise bis zum Krystallfusse herabsteigt; Fig 9.
So scheint es, als ob hier von Schritt zu Schritt eine Entwickelung des Quarzes, welche zur Säulenbildung hin führe, zu verfolgen sei. Die früher ausgesprochene Ver- muthung, dass der Quarz — richtiger noch der Bergkrystall — zur Scalenoederbildung sich nicht eigne, erhält daneben eine grössere Wahrscheinlichkeit. Die äussere Form des Scalenoeders mag als eine hemiedrische Form zur dihexagonalen Pyramide mathe- matisch dargestellt werden, in der Wirklichkeit aber scheint das Scalenoeder eher ein mannichfacher zusammengesetzter Körper zu sein , als das Rhomboeder. 20)
Auch eine sorgfältige Zusammenstellung und Vergleichung, in welcher Weise und in welcher Eigenthümlichkeit der Quarz in den verschiedenen Gesteinen sich vorfindet, möchte nicht wenige interessante und belehrende Thatsachen erbringen. Sieht man von den neuesten Gesteinsformationen , insbesondere auch von der Lava ab , so wird der Quarz wohl in allen Arten der Gesteine gefunden werden. In den Kalksteinen und Mer- geln ist er gar nicht selten, so in Melan und auf dem höchsten Grath des Sentis. Breithaupt führt in der Paragenesis, S. 27, eine Reihe von Quarzvorkommen aus den jüngeren Gebirgsgliedern auf. In dem körnigen Kalke von Auerbach findet man ihn neben Epidot und Granat; es zeigt ihn der körnige Kalk von Carrara in der höchsten Reinheit, von Erbsen- bis über Daumengrösse. In dem Gypse liegt er eingebettet, all- seitig umschlossen, aber in der regelmässigen Ausbildung nicht gehindert. In der Grau- wacke und dem Thonschiefer ist er sehr gemein; wo Erzgänge erscheinen ist meist auch der Quarz. Selten findet er sich in dem Sandstein, wie z. B. in Waldshut; aber in dem Glimmerschiefer, dem Gneiss und dem Granite ist er nicht nur nothwendiger Bestandtheil, sondern auch in Hohlräumen frei ausgebiidet, so im Granite von Baveno
20) Weiteres hierüber spater beim Kslkspalh.
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und auf der Insel Arran. Es bemerkt Hugi, der ausgezeichnete Naturforscher, auf S. 168 der naturhistorischen Alpenreisen, die Krystallgewölbe seien auf der Grenzlinie des ächten Granites und Gneisses oder Halbgranites zu suchen, auf der Grenze der chemischen Metamorphose. Das reichste Vorkommen von Bergkrystall ist jetzt viel- leicht am St. Gotthard zu verfolgen. Steigt man von Anistag den steilen Pfad ostwärts am Kerstlenbache hinauf, so gelangt man auf eine schöne, ziemlich ebene Alp; die Be- wohner nennen sie die Ruppletenalp , sonst heisst sie auch das Madraner oder Madera- nerthal. Südlich zweigt sich das Ezlithal ab, durch welches der Weg über den Kreuzli- pass nach Bündten führt. Hoch oben, weiter hinauf an der linken Thalseite, öffnet sich ein kleines wildes Thälchen, das Grieser- oder Krieserthal. Die mannichfaltigsten Mine- ralien bergen diese Thäler und die verschiedensten Quarzvorkommen ,• im Ezlithal mit Epidot und Amianth, am Krispalt die Rauchquarze, am Stuzigergrath , Brunnithal, die braunen, missbildeten Krystalle, im Grieserthal mit Adular und Kalkspath und mit den interessanten Brookittafeln. Mit einer langen, vorn umgebogenen eisernen Stange ziehen die Mineraliensucher aus, und bemühen sich die Krystalle aus den Klüften herauszu- reissen; ein unförmlicher Hammer muss ihnen sonst auch behülflich sein. Wie man
weiter hinauf der Gotthardstrasse dem granitischen Gebiete entgegensteigt , bei Wasen und Göschenen, findet man schon grössere Bergkrystalle. Es klettern die riesigen Män- ner nach dem Gletscher des Thierbergs hinauf, wo sie selbst unter dem Eise, aus Schmutz und Schlamm die gewaltigen Rauchquarze ausbrechen, und die schwere Last in Tragkörben heimschleppen. Der grösste Krystallreichthum fand sich noch tiefer im granitischen Gebiet. Saussure beschreibt im dritten Bande der „Voyages“ die Krystall- höhlen am Fasse des Zinkenstocks, aus welchen im Jahre 1719 angeblich 1000 Ctnr. Bergkrystall genommen worden, die eine derselben 18' breit und tief im grosskörnigen Granit, die grösste aber 60' bis 80' tief hineinreichend. Ilugi hebt hervor, dass einer Quelle folgend man zu jenem Keller gekommen sei; Alt mann sagt von ihm, dass es wohl der allerreichste gewesen, so jemals in der Welt eröffnet worden; das grösste Stück habe über 800 Pfd. gewogen. —
Ich habe diese Arbeit unternommen in der Hoffnung, dass es mir gelingen solle, den inneren Bau des Bergkrystalls klar zu stellen. Am Ende der Arbeit angelangt täusche ich mich nicht darüber, dass das Ziel unerreicht geblieben ist; aber die Ge- wissheit habe ich gewonnen, dass es der Wissenschaft gelingen werde, vollständigen Aufschluss über das Leben und Wachsen der Krystalle zu erlangen. In der Schrift
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„Krystall und Pflanze“ ist aufmerksam gemacht auf den Kalkspath von Traversella, dessen Prismenflächen Ueberfluthungen der bauenden Substanz zeigen, anders bei dem einfachen Krystall, anders bei der Zwillingsbildung. Von bestimmten Kanten aus wird die Nahrung verwendet; ist der Weg durch die Zwillingsfügung versperrt, so ist die wellige Ueberlagerung in anderer, aber in ebenso bestimmter Weise geordnet. Ebenso hat sich jetzt wieder in der vorliegenden Arbeit herausgestellt, dass die Thätigkeit des Bergkrystalls in verschiedener Weise sich äussert an der einen, in verschiedener an der andern Kante. Während von der Kante 4- R : + R vorzugsweise die Krystallbil- dung vor sich geht, und auch von den Kanten go R ; oo R her ein Vordringen der bildenden Substanz zu beobachten ist, scheinen wieder andere Kanten, wie z. B. + R : + go R mehr nur ein gewonnenes Resultat darzulegen.
An einer andern Stelle der genannten Schrift (S. 101) ist der Quarz mit dem kohlensauren Kalke verglichen , des ersteren Streben hervorgehoben gesonderte Theile dem Gesammtindividuum einzuverleiben , des letzteren Neigung dagegen der individuellen Sonderung freieren Spielraum zu lassen. Wenn damals in dieser mannichfaltigeren Gruppirung und Gestaltung eine höhere Stufe der Entwickelung im Reiche der Krystalle vermuthet wurde, so hat sich jetzt dagegen gezeigt, dass der Quarz in nicht weniger bewunderungswürdiger Weise die Herstellung des Gesammtkrystalls erstrebt, dabei auf den verschiedensten Wegen und unter den mannichfaltigsten Verhältnissen und Hemm- nissen ein Ideal oder Urbild zu erreichen bemüht ist.
So unbedeutend auch an und für sich solche Beobachtungen sind, so drängen sie doch mehr und mehr dahin, dem Ausspruch eines anerkannten Naturforschers beizu- stimmen: dass man in dem Krystallisationsprocesse auch nicht mit gar zu grosser Sicherheit lediglich ein Aneinanderreihen (Juxtaposition) gleichartiger Atome zu sehen habe. —
Ueber einige Farngattungen.
Von
G. Mettenius.
T. Clieilantlies.
Tafel III.
Cheilanthes :
Sori apicem nervorum incrassatum occupantes punctiformes oligocarpi vel poiycarpi vel breviter oblongi et infra apicem incrassatum in partem supremam nervorum immu- tatam producti, intramarginales distincti vel confluentes, lineam intramarginalem conti- nuam vel interruptam efformantes, dorsum vel apicem emarginatum vel sinus dentium crenarumve occupantes, nudi margine segmentorum fertilium omnino immutato vel sub- velati, margine in lobulos abbreviatos vel membranam angustam basin sporangiorum tegentem producto, vel velati, margine sensim vel abrupte attenuato continuo vel inter- rupto, revoluto vel replicato soros tegente vel involvente. Sporae tetraedrico-globosae.
Cheilanthes Sw. ; Hook. ; — Pteridis sp. Sw. ; — Adianti sp. Sw. 5 — Notholaenae sp.
R. Br.; Hook.; — Hypolepidis sp. Hook.
Die in vorstehender Diagnose defmirte Gattung Cheilanthes unterscheidet sich durch kugelförmig-tetraedrische Sporen von Hypolepis , deren Sporen eine kugel-quadrantische Gestalt besitzen. Diesen Unterschied stehe ich nicht an hervorzuheben, weil er bei sämmtlichen Arten beider Gattungen sich bewährt, während die in der Stellung der Fruchthaufen und dem Wuchs des Rhizom’s gesuchten Charactere bei verschiedenen Arten von Hypolepis nicht unbedeutenden Schwankungen unterworfen sind. Auch Ple- cosorus weicht durch kugel-quadrantische Sporen von Cheilanthes ab und beurkundet in der Stellung seiner Fruchthaufen auf dem Rücken der Nerven eine so innige Ver-
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wandtschaft zu den Aspidieen , dass ich nicht mehr anstehe, diese Gattung J) einzuziehen und Phegopteris 2) zuzutheilen.
Gymnogramme , Jamesoma , Allosoms , Ceralodactylis , Cryptogramma, Adiantum, Pteris 3), Cheilanthes stimmen in der kugelig-tetraedrischen Gestalt ihrer Sporen überein.
Unter diesen Gattungen ist Cheilanthes durch die Stellung der Fruchthäufen auf dem angeschwollenen Ende der Nerven characterisirt , während bei Pteris die Frucht- haufen auf einer intramarginalen Anastomose der Nerven zur Ausbildung gelangen. — Nach diesem Kriterium sind u. a. Pteris consohrina, dessen fertile Nerven mit einer so bedeutenden Anschwellung enden, dass die auf ihnen inserirten Fruchthaufen sich beinahe berühren, ferner alle diejenigen Arten, deren Nerven zuweilen paarweise in dem punktförmigen Receptaculum eines Fruchthaufens sich vereinigen, z. B. Cheilanthes pteroides , aurantiaca zu Cheilanthes zu ziehen, während alle Arten, welche normal auf der intramarginalen Anastomose ihrer Nerven das Receptaculum ausbilden, wenn auch zuweilen, bald in grösserer, bald in geringerer Ausdehnung eines Blatts auf dem freien Ende einzelner Nerven getrennte Fruchthaufen Vorkommen, z. B. Pteris geraniifo- lia , lonchophora 4) u. a. zu Pteris gehören.
!) Siehe Fil. h. Lips. p. 80, wo meine Angabe in Betreff der Gestalt der Sporen zu berichtigen ist.
2) Phegopteris speciosissima ; Cheilanthes A. Br.; Kz. anal. pt. 35 T. 23. Linn. 13. 145; Hk. sp. 11.
103. Kl. Linn. 20, 337. — Plecosorus Moore Ind. XL.; — PI. mexicanus Fee. g. 151.
T. 1 3 A. f. 1 ; Sm. bot. Herald. f. mex. 5 ; Mett. f. h. Lips. 80
ist einzuschalten nach Phegopteris pycnolepis (n. 7 vide üb. Phegopt. u. Aspidium p. 295).
Plecosorus peruvianus Fee g. 151 — Peruvia — ist mir unbekannt.
3) Mit Ausnahme der anderwärts bezeichneten Abtheilungen.
4) Nach meinen Untersuchungen gehören zu Pteris:
Pteris lonchophora Taf. III. f. 1 — 3.
Rhizoma repens abbreviatum , paleis rigidis fuscis subulatis vestitum ; folia subcoriacea glabra ; petiolus 1 — \\n longus ebeneus; lamina 1 — 2" longa, e basi cordata elongata-oblonga sensim attenuata obtusa integra vel tripartita ; Iacinia media elongata , laterales patenti-divergentes vel deflexae abbreviatae, nonnumquam bilobae, lobo inferiore ininore; maculae Doodyae utrinque ad costam triseriatae, immersae; radii macularum seriei externae marginem attingentes, liberi et apice incrassato soriferi plerumque confluentes et receptaculum intramarginale continuum vel interruptum efformantes ; sori abbreviati vel elongati , continui vel interrupti ; margo revolutus crispatus subscariosus hinc inde dilaceratus denique subexplanatus.
Cheilanthes Roem. in herb. Kz.; Lonchitis heterophylla Beyrich in herb. Kz. ; L. hastata Bongard in herb. Kunze. — Rio Janeiro.
Ex affinitate Pteridis sagittifoliae Radd. et Pt. palmatae W.
Ferner müssen nach meinen Untersuchungen zu Pteris gezogen werden :
Pteris pilosa Lam. enc. V. 717; Sw. s. 103; W. v. 362; Pellaea Hk. sp. II 132 T. 114 B; Chei- lanthes heterophylla W. Klf. en, 210 Allosorus Pr. t. 152. — Insula Mauritii.
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Allosoms bildet auf den unveränderten oder kaum veränderten Endstücken der Nerven längliche oder lineal - längliche Fruchthaufen aus, welche einen breiten intra- marginalen zusammengesetzten Fruchthaufen darstellen. Dieser ist während seiner Aus- bildung von dem zurückgerollten Blattrand bedeckt und erscheint nach der Ausbreitung des letzteren, gewöhnlich mit dem Eintritt der Reife der Sporangien nackt; die äusser- sten Enden der Nerven schwellen weder kopfförmig an, noch tragen sie dichter gehäufte Sporangien. — Dieser Gattung nähern sich diejenigen Arten von Cheilanthes , deren Fruchthaufen von dem angeschwollenen Ende der Nerven abwärts auf den unverän- derten Theil derselben sich erstrecken und eine längliche Gestalt annehmen, zumal wenn gleichzeitig ihr Rand sich wie bei Allosorus verhält, z. B. Cheilanthes microphylla , welche daher von Liebmann dieser Gattung zugetheilt wurde, ferner Ch. allosuroi- des , hispidula, tenuifolia in gewissen Formen. — Allosorus rigidus, rohustus , hirsu- tus hingegen müssen wegen Ausbildung punktförmiger Fruchthaufen auf dem ange- schwollenen Ende der Nerven zu Cheilanthes gezogen werden.
Bei Gtjmnogramme nehmen die Sporangien die Nerven entweder in dem grösseren Theil ihrer Ausdehnung, meist mit Ausnahme ihres Anfangs und ihres Endes, ein, z. B. G. pumila, javanica, leptophglla, chaerophylla , retrofracta , rufa, tomentosa , caraca- sana, ferruginea, tartarea, Martensii etc., oder es sind die Sporangien auf die äussere Hälfte der Nerven beschränkt und werden von dem Ende derselben kaum oder gar nicht überragt, z. B. G. pedata. Niemals sind die Sporangien auf dem Ende der Nerven in grösserer Zahl angehäuft. — Wegen übereinstimmender Anordnung der Spor- angien sind der Gattung Gymnogramme zuzulheilen: Notholaena lanuginosa 5) , ferner IV. Marantae 6), deren vorzüglich auf der äusseren Hälfte der Nerven ausgebildete
dessen nächste Verwandte seyn dürften :
Pteris concolor Langsd. et Fisch, ic. f. 19 T. 21 — Nucahiva, u.
Cassebeera paradoxa Fee mem. 7. 30. T. 20 f. 2. Brasilia (Gardner 5930) ; ferner: Pteris contractu Mett. msc.
Cheilanthes Kz. Linn. 23. 307; — Ch. hastata var. contracta Kz. in lit. ; — Prora, b. spei, welche neben Pteris hastata einzureihen ist; und Pteris caespitosa Wall. cat. 90;
Allosorus Pr. t. 152 (von Kz.); — Cheilanthes varians Hk. sp. II. 89 T. 103 A; Fee mem. 7. 36 T. 11 f. 3; — Pteris Wall. cat. 86; — Cheilanthes tenuifolia J. Sm. in Hk. journ. 3. 404 ex parte ; — Ch. malaccensis Fee g. 157 ex Fee mein. 7. 36; — Ch. Griffithiana Fee g. 157 ex Fee mem. 7. 36. — Nepal (Wallieh) Luzon (Cum. 408).
5) Gymnogramme lanuginosa A. Braun. Milde bot. Zeit. 15. 476.
6) Gymnogramme Marantae Mett. f. h. Lips. 43.
Abhandl. d. Senckenb. naturf. Ges. Bd. IU.
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— 50 —
Sporangien von dem plötzlich zusammengezogenen schmalen Rand niemals bedeckt werden und N. sinuata 7), deren fertile Abschnitte einen völlig unveränderten Rand besitzen und auf der äusseren völlig unveränderten Hälfte der Nerven die Fruchthaufen ausbilden. Ferner stehe ich nicht an, zu Gymnogramme alle diejenigen Arten zu ziehen, welche Fäe als Cincinalis von Notholaena abzutrennen versucht. Unter diesen bilden N. deal- bata 8) und eine bisher unbeschriebene Art 9) ihre Sporangien in der ganzen Ausdeh- nung der Nerven aus, während bei G. flavens 10) nur der Anfang der Nerven steril
7) Gymnogramme sinuata Pr. t. 219; Acrostichum Sw. s. 14; W. V. 120; Notholaena Klf. en. 135;
Kz. f. I 95 T. 45; Bot. Mag. 4699; Brack, expl. 19; Mett. f. h. Lips. 45; J. Sm. bot. Herald. 4; Fee mem. 8, 117. N. chalcolepis A. Braun ex Kz. Linn. 13, 135. — Mexico.
var. Integra: Liebm. Mex. Bregn. 61 sub. Notholaena; — N. laevis Mart. Gal. F. d. Mex. 46; Kz.
Linn. 20. 2; 23. 314; Mett. f. h. Lips. 45; Fee mem. 8, 117; — N. crassifolia Moore et Houlst ex Loowe f. I T. 14 A.
var. basi bipinnatisecta Brack. I. c. — Peruvia“ (Brack.).
Dieser Art sind anzuschliessen:
Notholaena pruinosa Fee mem. 8. 78; 9. 10; „an var. N. sinuatae Klf.“ — Mexico.
Notholaena tectaria Dsv. Ann. Linn. VI. 219. — Peruvia.
8) Gymnogramme dealbata.
Notochlaena Kz. Sill. Journ. 1848. 82; f. II. 57 T. 124 f. 1. — Cheilanthes Pursh. fl. am. sept. II. 671; Nutt. fl. am. II. 253 ; Poir. suppl. V. 536; — Cincinalis Fee g. 160; — Notochlaena pulchella Kz. bot. Z. I. 633; Linn. 17. 567.
9) Gymnogramme candida.
Rhizoina repens caespitosum, paleis membranaceis fuscis ovato-lanceolatis acuminatis onustura ; folia coriacea, supra laete viridia et laxe, infra strato crassiusculo pulveris ceracei candida ; petiolus 3 — 4" longus cum rami- ficationibus castaneus nitidus ; lamina 4 — 6" longa , deltoideo-ovata , tri-quadripinnatisecta ; segmenta primaria et secundaria patentia manifeste petiolata deltoideo-ovata, ultima sessilia vel petiolata , ’l\‘“ longa, l^//y lata, e basi subcordata, elliptico-oblonga rotundato-obtusa integerrima vel subintegerrima, terminalia distincta petio- lulata, rarius cum proximis confluentia ; nervi densi immersi, in toto decurso e costa ad marginem sporangiis occupati, apice extremo immutato soros paullulum superantes; sporangia laxe disposita, massae ceraceae semiim- mersa, fusca, denique paginam totam inferiorem segmentorum obtegentia. — Mexico (Schmitz 231,234).
Sporangiis sororum juvenilium jam in toto decursu nervorum evolutis, ut in G. dealbata, differt ab G. nivea , cujus sori partem supremam vel dimidiam externam nervorum occupant. G. dealbata statura humiliore, petiolo fusco, segmentis ultimis crenatis diversa.
10) Gymnogramme ßavens Klf. en. 140; Hk. fil. exot. 47.
Acrostichum Sw. syn. 16, 204; W. V. 125; Poir. suppl. I. 125. — Cincinalis Dsv. Berl. Mag. V. 329 ; Fee g. 160 T. 30 B. ; — Notholaena Moore Ind. LXX; — N. chrysophylla Kl. Berl. Gartenz. 1855, 265 an et Linden, Moore ind. LXX?
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bleibt und bei G. nivea n) lenera 12) die von den Sporangien bedeckte Strecke der Nerven zwischen einem und zwei Dritttheilen ihrer Ausdehnung- schwankt; bei N. Fcnd- leri 13) sind zwar nach der Abbildung- Kunze’s die Fruchthaufen auf die Nervenenden beschränkt, doch dürfte diese Art, da Kunze ihre nahe Verwandtschaft mit N. dealbata hervorhebt, wohl ebenfalls zu Gymnogramme zu stellen seyn.
G. tenera nähert sich durch den in geringem Grad zurückgerollten, die Frucht- haufen niemals verhüllenden Rand jugendlicher fertiler Abschnitte an Allosorus , welche Gattung, nach Hinzuziehung von Cryptogramma H) und Ceratodactylis in der Ausdeh- nung der von den Sporangien bedeckten Strecke der Nerven die nämlichen Variationen darbietet, welche bei Gymnogramme nach Aufnahme der genannten Arten von Notho- laena angetrofTen werden, während der zurückgerollte die Fruchthaufen verschleiernde Rand als der durchgreifende Unterschied von Allosorus und Gymnogramme anzusehen ist.
Bei Jamesonia nehmen die Fruchthaufen die Costula nebst dem Anfang der Nerven ein, erstrecken sich niemals bis zu dem Ende derselben und werden niemals von dem verschmälerten zurückgerollten Rand der Fieder bedeckt, die Blätter sind einfach gefie- dert und einer unbegrenzten Entwickelung fähig.
Schwieriger als die Feststellung der Unterschiede zwischen Gymnogramme , Allo- sorus, Pteris und Cheilantlies ist die Lösung der Frage, ob die der letzteren Gattung nach der oben mitgetheilten Diagnose verbleibenden Arten in mehrere Gattungen zu trennen seien und der Grenze von Notholaena (nach Ausschluss der namhaft gemachten Arten) und Cheilanthes eine generische Bedeutung zuerkannt werden könne.
1J) Gymnogramme nivea.
Pteris Lam. enc. V. 718; — Notholaena Dsv. Journ. d. bot. 3, 93; Kz. f. I. 43 T. 22, t; Mett. f. h. Lips. 46; Sturm f. chil. 16; Poir. enc. suppl. IV. 110. — Cincinalis Dsv. Berl. Mag. V. 313; Fee g. 160; — Acrostichum Dsv. Ann. Linn. VI. 212: — A. albidulum Cav. ex Sw. s. 16, 205 T. 1 f. 2; W. V. 125; Poir. suppl. I 125; — Cincinalis
chilensis Fee Gay. fl chil. 6. 497 ex descript. — Notholaena Sturm f. chil. 16.
Peruvia, Chili, Ins. Juan Fernandez.
Specimina mexicana (Fee mem. 9. 10) non vidi.
,2) G. tenera.
Notholaena Gill.; Hook, bot. Mag. 3055 ; gen. f. T. 76 A; Kz. f. I. 44 T. 22, 2; Brack,
expl. 20; Mett. f. h. Lips. 46; Lowe f. I. T. 15 A. — Cincinalis Fee g. 160.
13) G. Fendleri.
Notholaena Kz. f. II. 87 T. 136. — Cincinalis Fee g. 160.
*4) J. Smith bot. Herald. f. mex. 5, vereinigt sogar Cryptogramma acroslichoides u. Brunomana mit Allosorus crispus Bernh. zu einer einzigen Art; ebenso Ilooker sp. f. II. 128.
7*
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Nach der Diagnose von R. Brown sind die randständigen Fruchthaufen von Notho- laena 15) nackt oder nur von Epidermoidalorganen umgeben, während bei Cheilantkes 16) nach Swartz die Fruchthaufen von dem zurückgebogenen Rand bedeckt werden, so dass man annehmen möchte, die Trennung der Arten nach Maassgabe dieser Unter- schiede werde zwei Gattungen ergeben, welche sich wie Gymnogramme und Allosorus zu einander verhielten.
Führt man aber nach Maassgabe dieser Charactere die Trennung der Arten aus, so würde Notholaena einzuschränken seyn auf: N. trickomanoides , Aschenborniana, eriophora, hypoleuca, canescens , hirsuta, welche darin überein'stimmen, dass ihre fer- tilen Abschnitte entweder ganzrandig oder mit unansehnlichen Zähnen versehen sind, auf welchen die Fruchthaufen sitzen; alle andern Arten müssten, da der Rand ihrer fertilen Abschnitte mit der Entwickelung der Fruchthaufen bald eine geringfügigere, bald eine bedeutendere Veränderung erfährt, zu Cheilantkes gezogen werden.
Bei denjenigen Arten von Cheilantkes , welche in der Stellung der Fruchthaufen mit den angeführten Arten von Notholaena übereinstimmen, wachsen nämlich entweder an der Basis der Fruchthaufen einzelne Zähnchen des Randes zu kleinen unansehnlichen Läppchen aus, z. B. Ch. candida, cretacea , Pohliana, oder es erheben sich von dem Rand der krautigen Fiederabschnitte zarthäutige Läppchen um die Basis der Fruchthaufen, z. B. Ch. inaequalis (Fig. 4), oder es bildet der Rand ein schmales continuirliches Häutchen, welches die Sporangien überragt, z. B. N. Eckloniana , ferruginea, Ch. brachypus , squamosa , Borsigiana , oder es weicht der Rand fertiler Abschnitte durch einen von farblosen Zellen gebildeten hyalinen Saum von dem krautigen Rand steriler Abschnitte ab , z. B. Ch. hispidula, semiglabra , profusa, N. distans, oder es sind die bereits an dem sterilen Rand deutlicher ausgebildeten Zähne um die Fruchthaufen zurück- gebogen und entweder mit einem hyalinen Saum versehen oder in eine hyaline Spitze vorgezogen, z. B. N. mollis, Ch. hirta, Mathewsii, micropteris.
Einen deutlicheren Schleier bildet bei der gleichen Stellung der Fruchthaufen auf dem Rücken der Zähne der Rand, wenn er plötzlich sich zusammenzieht und als ein farbloses Häutchen, scheinbar auf der unteren krautigen Blattfläche befestigt, auftritt,
15) „Sori marginales continui vel interrupti; involucrum nullum nisi setae interstinctae vel squamulae lanave frondis.“ R. Brown, prod. fl. Holl. 145.
1G) „Capsulae in punctis distinctis marginalibus , tectae indusiis e squamis distinctis membranaceis interius dehiscentibus 1. c. crenulis marginis ipsius replicatis.“ Swartz. syn. f. 126.
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wie z. B. bei Ch. fragrans (Fig. 17), tomentosa, Bradburii , Scovilsii , lendigera (Fig. 9-11).
Sitzen die Fruchthaufen an dem ausgerandeten oder eingebogenen Ende der krau- tigen Zähne, durch die sterilen Einschnitte zwischen den letzteren getrennt von ein- ander, so entsteht das den Fruchthaufen bedeckende Läppchen entweder durch eine allmählige oder durch eine plötzliche Zusammenziehung des Zahnes, ersteres bei Ch. ma- derensis (Fig. 23, 24), angustifolia var . , letzteres bei Ch. multifida (Fig. 20, 21), welcher Kunze17) einen wahren Schleier zuzutheilen gesonnen war.
Sind die Zähne in ihrer ganzen Ausdehnung zurückgebogen oder so tief ausge- randet, dass die sterilen Einschnitte zwischen denselben als Vorsprünge erscheinen, oder stehen die Fruchthaufen an den Einschnitten der Kerbzähne 18) seihst , so kehren die gleichen Verhältnisse wieder, indem entweder der Rand allmählig fortgebildet ist und die Fruchthaufen bald bedeckt, wie hei Ch. angustifolia , marginata , auriculata , bald dieselben vollständig umhüllt, z. B. Ch. rigida (Fig. 36), oder plötzlich verschmälert ist und als ein Schleier auftritt, dessen scheinbar intramarginale Insertion bald einen geringeren, z. B. Ch. arabica, triangula , bullosa , bald einen höheren Grad, z. B. Ch. nitidula , intramarginalis erreicht. Doch auch hier lehrt der Mangel der Spaltöffnungen auf der die Basis des Schleiers scheinbar überragenden Blattfläche, dass der Rand der Fiederabschnitte selbst in den Schleier ausgewachsen ist. — Bei allen diesen Varia- tionen ist der Rand bald in der Ausdehnung ganzer Segmente continuirlich, bald partiell in der Ausdehnung einzelner oder mehrerer Fruchthaufen zurückgebogen.
Vergleicht man nun die Arten, welche nach den Diagnosen von Swartz und R. Br own zu Notholaena und Cheilanthes gehören, so wird Niemanden entgehen, dass die Arten der ersteren Gattung und diejenigen der letzteren, deren Rand mit der Ent- wickelung der Fruchthaufen nur unbedeutende Veränderungen erfährt, in der überein- stimmenden Stellung der Fruchthaufen eine innige Verwandtschaft beurkunden, ja man wird finden, dass diese Arten nirgends nach Maassgabe der Diagnosen unter Cheilanthes und Notholaena vertheilt wurden. N. tricliomanoides mit unverändertem Rand fertiler
1») Linn. 10, 537.
18) Bei Cheilanthes auriculata, marginata, nitidula, angustifolia, incisa, argentea, farinosa, pteroides, made- rensis, regularis, radiata, chlorophylla u. a. treten die Enden der sterilen Nerven in den Rücken der Zähne, die der fertilen an die Einschnitte derselben; bei Ch. intramarginalis, triangula, Schimperi (Fig. 34, 35), capensis, glandulosa (Fig. 32), enden die Enden fertiler und steriler Nerven an den Einschnitten der Zähne; von Ch. pulchella, bullosa, arabica u. a. kenne ich nur fruchttragende Blatter, so dass ich bei der Anordnung der Arten auf diese Verhältnisse nicht überall Rücksicht nehmen konnte.
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Abschnitte müsste z. B. von N. candida und cretacea, deren Rand in unansehnliche Zähne vorgezogen ist, generisch getrennt werden, während Hook er und Lieb mann diese letzteren ebenfalls zu Notholaena stellen; N. hypoleuca mit unverändertem Rand der fruchttragenden Abschnitte müsste von N. rufa, deren krautiger gezähnter steriler Rand an fertilen Abschnitten zu einem ganzrandigen zarthäutigen fortgebildet wird, ent- fernt werden, während Botaniker, welche sonst die Grenze von Notholaena und Chei- lanthes im Sinne von R. Brown und Swartz anerkannten, indem sie z. B. N. mollis zu Cheilanthes zogen, der natürlichen Verwandtschaft beider Arten folgend sie in einer Gattung beliessen. Notholaena Eckloniana, Cheilanthes brachypus , squamosa sind Arten der nächsten Verwandtschaft, wie aus der Ansicht von Fee, welcher Ch. squamosa zu Nolochlaena zieht und von Hook er, welcher Ch. brachypus nur als eine Varietät von Ch. squamosa betrachtet, hervorgeht, werden aber gewöhnlich unter 2 Gattungen vertheilt,- N. canescens , hirsuta , densa , distans, Ch. profusa , semiglabra, hispidula, welche in naher Verwandtschaft stehen und zum Theil nicht verschieden sind, wer- den mit Ausnahme der beiden ersten bald unter Notholaena , bald unter Cheilanthes aufgezählt. Diese Beispiele dürften wohl darthun, dass generische Grenzen zwischen diesen bald zu Notholaena , bald zu Cheilanthes gestellten Arten naturwidrig seyn müssen.
Dagegen erscheinen die Beziehungen derjenigen Arten von Cheilanthes, deren nahe Verwandtschaft zu Notholaena dargethan ist, zu denjenigen, deren Fruchthaufen eine abweichende Stellung besitzen oder deren Rand mit der Entwickelung der Frucht- haufen eine bedeutendere Veränderung erfährt, entfernter zu seyn und muss daher die Frage erledigt werden, ob die verschiedene Stellung der Fruchthaufen und der schein- bare intramarginale Ursprung des falschen Schleiers als Momente von generischer Be- deutung angesehen werden können.
Zwischen dem randständigen oder scheinbar intramarginalen falschen Schleier werden aber, wie aus den oben mitgetheilten Thatsachen erhellt, nicht nur mancherlei Mittel- stufen angetroffen, sondern es finden sich selbst die äussersten Verschiedenheiten bei den verschiedensten Anordnungen der Fruchthaufen; selbst bei N. inaequalis und Ch. brachypus , welche eine naturgemässe Anordnung der Arten von Notholaena nicht trennen kann, sind die schleierartigen Läppchen an der Basis der Fruchthaufen scharf abgesetzt von der krautigen Fläche der Fiederabschnitte. Das Grössenverhältniss des Schleiers zu den Fruchthaufen dürfte kaum ein zur Trennung zweier Gattungen geeig- netes Merkmal abgeben; die Uebergänge aber zwischen der Stellung der Fruchthaufen
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auf dem Ende und an den Einschnitten der Zähne, welche früher mir Anlass gab, die Arten von Cheilanthes in zwei Abtheilungen zu sondern, werden wahrgenommen bei den- jenigen Arten, deren Fruchthaufen an dem ausgerandeten Ende der Zähne ausgebildet werden, wie es normal bei Ch. maderensis, multißda, zuweilen bei Ch. angustifolia var., monticola, pedata der Fall ist.
In Anbetracht dieser Thatsachen aber habe ich von einer generischen Trennung der Arten Umgang genommen und vorgezogen, sämmtliche Arten in zwei Abtheilungen zu sondern, von welchen die eine diejenigen Arten umfasst, deren Rand im frucht- tragenden Zustand entweder keine Veränderung erfährt oder bei welchen die auf den Zähnen des Randes befestigten Fruchthaufen von einem unansehnlichen oder auffallen- deren, alsdann aber stets allmählig verschmälerten Zahn oder Läppchen des Randes bedeckt werden, die andere die übrigen Arten aufnimmt, deren Fruchthaufen entweder auf dem Ende der Zähne stehen und gleichzeitig von einem scheinbar intramarginalen Schleier bedeckt werden oder deren Fruchthaufen entweder an dem ausgerandeten Ende der Zähne oder den Einschnitten derselben stehen und entweder von dem allmählig oder von dem plötzlich verschmälerten Rand bedeckt werden.
Bei der weiteren Eintheilung habe ich auf den Habitus Rücksicht genommen , über welchen daher schliesslich einige Worte hinzuzufügen sind.
Bei der Bestimmung des Habitus der Farne nach der Anordnung der Nerven sämmtlicher Ordnungen oder der Stellung der Fiederabschnitte der verschiedenen Ord- nungen des Blattes und deren Nerven ') gehören die Arten von Cheilanthes dreien Abtheilungen an.
Zu den Polystichoideis , bei welchen die Nerven sämmtlicher Ordnungen in ana- dromer Richtung verlaufen, gehören: Ch. glandulosa (Fig. 32), pauper cula , regularis , pedata u. a.
Zu den Cyatheoideis , bei welchen die Nerven der Abschnitte der letzten Ord- nung katadrome Nerven entfalten , und die ersten secundären Abschnitte entweder in der ganzen Ausdehnung des Blattes oder wenigstens in dem oberen Theil desselben auf der unteren, der Blattbasis zugekehrten Seite entspringen, gehört die Mehrzahl der Arten von Cheilanthes. — In der ganzen Ausdehnung des Blattes, auch an den untersten primären Segmenten, treten die ersten secundären Segmente auf der unteren Seite, wie z. B. bei Allosoms flexuosus , wohl bei keiner Cheilanthes auf, bei der Mehrzahl
l!)) Vergl. über Phegopteris u. Aspidiiim.
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der hieher gehörigen Arten wird diese Stellung an den mittleren und oberen primären Segmenten oder an den letzteren allein wahrgenommen, während an den unteren, wie bei Aspidium die ersten secundären Segmente auf der oberen Seite hervortreten ; bei einer höheren Theilung des Blatts zeigen auch die tertiären Abschnitte die Anordnung der Cyatheoideae, z. B. Ch. cretacea , Borsigiana, multißda, viscosa , induta, tenuifolia (Fig. 13).
Eine dritte Abtheilung, die der Cheilanthoideae , welche weder bei Aspidium noch bei Phegopteris einen Vertreter findet, bilden diejenigen Arten, welche in der Katadromie der Nerven der äussersten Abschnitte mit den Cyatheoideis , in dem Grundbau dagegen, d. h. in der Stellung dieser Abschnitte — der vorhergehenden Ordnungen der Nerven — mit den Polyslichoideis übereinstimmen , z. B. Ch. deltoidea , alabamensis, elongata , auriculata, marginata, tomentosa, angustifolia, Schimperi.
Bei Vergleichung von Arten mit entsprechendem Grad der Theilung des Blattes aus der Abtheilung der Cheilanthoideae, z. B. Ch. alabamensis, elongata und der Cya- theoideae, z. B. Ch. tenuifolia, hispidula wird man an der Anordnung der Abschnitte dritter Ordnung alsbald den Character der Abtheilung zu erkennen im Stande seyn, bei andern, wie z. B. bei Ch. triangula, pulchella wird man Blätter mit den Typen beider Abtheilungen finden; bei andern wird man mit dem Wechsel der Zahl der pri- mären Segmente, z. B. Ch. argentea, rigida, intramarginalis , indem auf die unteren getheilten primären Segmente , deren erste secundäre Abschnitte nach Oben fallen , bald in geringerem Grad getheilte Abschnitte folgen, deren erste secundäre auf der unteren Seite hervortreten, bald ungetheilte mit katadromen Nerven folgen, ein Schwanken zwischen den Cyatheoideis und Cheilanthoideis nicht zu verkennen vermögen.
Auf der andern Seite aber schliessen die Cheilanthoideae sich innig an die Poly- stichoideae an, indem z. B. bei Arten mit dem Typus der Polystichoideae gewisse Abschnitte z. B. bei Ch. dichotoma, lendigera, elegans die untersten Abschnitte der letzten Ordnung, bei Ch. radiata (Fig. 27) die ohrenförmigen Zipfel der secundären Abschnitte, bei Ch. microphylla die obersten zusammenfliessenden secundären Segmente, bei Ch. chlorophylla die Lappen der Abschnitte letzter Ordnung katadrome Nerven entbinden.
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Dispositio specieru m.
Sect. I. Sori marginem integerrimum vel dorsum dentium occupantes nudi margine segmentorum omnino imnmtato vel subvelati margine in lobulos abbreviatos producto vel velati margine sensim attenualo (Spec. 1 — 43).
A. Segmenta ultima confluentia (Spec. 1 — 39).
A. Cyatheoideae (Spec. 1 — 33).
a. Margo segmentorum integerrimus vel levissime dentatus, fertilium immutatus vel in lobulos minutos vel membranam angustam basin sori tegentem productus (Spec. 1 — 19).
a. Folia infra pulvere ceraceo simulque nonnumquam paleis stellatis vel ciliatis obsita (Spec. 1 - 7).
•p Margo segmentorum immutatus; lamina infra massa ceracea candida simulque paleis substellatis laxe obsita (Spec. 1).
1. Ch. trichomanoides. Lamina linearis pinnatisecta ; segmenta petiolata oblonga, basi utraque auriculata vel sinuata ; sori paleis stellatis circumdati.
-j- Margo segmentorum fertilium paullulum productus, sporangia non tegens (Spec. 2 — 6).
2. Ch. affinis. Lamina infra candida, lanceolata, pinnatisecta ; segmenta breviter petiolata, pinnatipartita, inferiora decrescentia.
3. Ch. candida. Lamina infra candida, ovato-oblonga, subbi- deorsum subtripinnatisecta.
4. Ch. monosticha. Lamina infra sulphurea ovato-oblonga, bi- deorsum tripinnatisecta.
5. Ch. cretacea. Lamina infra pallide sulphurea, quinquangulari-cordata, bi- deorsum tri- suhquadri- pinnatisecta.
6. Ch. Borsigiana. Lamina infra aurea, quinquangulari-cordata , bi- deorsum tri- subquadripinnatisecta.
-j- Margo segmentorum fertilium immutatus; pulvis ceraceus paleis imbricatis persi- stentibus absconditus (Spec. 7).
7. Ch. Aschenborniana. Lamina lanceolata, infra pulvere ceraceo obsita, et paleis ovato-lanceola tis eleganter ciliatis squamosa, bi- subtripinnatisecta.
ß. Folia infra paleis persistentibus imbricatis squamosa (Spec. 8 — 10).
8. Ch. brachypus. Rhizoma adscendens; lamina lanceolata breviter petiolata, pinnatisecta; segmenta subsessilia, pinnatipartita, una cum paleis pilis flaccidis obsita ; margo segmentorum fertilium continuus sub- abruptim attenuatus, scariosus, soros subtegens.
9. Ch. squamosa. Rhizoma adscendens; lamina oblongo-lanceolata manifeste petiolata, bi- basi subtri- pinnatisecta, infra paleis ovatis aeuminalis squamosa, pilis destituta; margo segmentorum fertilium angustus, interruptus.
10. Ch. Eckloniana. Rhizoma repens ; lamina ovato-oblongo-lanceolata manifeste petiolata, infra paleis lanceolatis in setam flaccidam desinentibus villosa, bi- deorsum tripinnatisecta ; margo productus continuus angustus.
y. Folia infra hirsuta vel lanosa, rarius paleis dilaceratis profundissime divisis hirsuto- squamosa vel infra ad costas paleis imbricatis mox deciduis squamosa (Spec. 11 — 19).
na. Sori oligocarpi (Spec. 11 — 13).
11. Ch. hypoleuca. Lamina lanceolata vel oblongo-lanceolata, pinnatisecta, infra adpresse tomentosa ; segmenta pinnatipartita, inferiora deorsum bipinnatipartita ; margo segmentorum fertilium immutatus.
8
Abhandl. d. Senckeiib. naturf. Ges. Bd. III.
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12. Ch. ferruginea. Lamina lanceolata, pinnatisecta, infra adpresse tomentosa; segmenta pinnalipartita, inferiora decrescentia ; laciniae steriles serratae, fertiles margine in membranam scariosam continuam productae.
13. Ch. Pohliana. Lamina oblongo-vel ovato-lanceolata, bipinnatisecta utrinque hirsuta ; margo segmen- torum fertilium in lobulos abbreviatos productus".
ßß Sori polycarpi, denique breviter oblongi (Spec. 14— 19).
-j- Lamina dense hirsuto-lanosa (Spec. 14— 15).
14. Ch. eriophora. Lamina cordata tripartita; laciniae laterales deorsum subbipinnatifidae; margo loborum fertilium immutatus.
15. Ch. inaequalis. Lamina ovato-oblonga, bi- deorsum tripinnatisecta; margo laciniarum fertilium in lobulos scariosos productus.
■f Lamina laxius hirsuta vel paleis dilaceratis squamosa vel simul ad costas paleis denique deciduis squamosa (Spec. 16— 19).
16. Ch. densa. Lamina hirsuta oblonga vel oblongo-lanceolata pinnatisecta; segmenta pinnatipartita ; petiolus hirsutus ac paleaceus.
17. Ch. hirsuta. Lamina hirsuta oblonga bi-subtripinnatisecta ; petiolus pilis simplicibus hirsutus.
18. Ch. canescens. Lamina in utraque pagina paleis dilaceratis hirsuto-squamosa, oblongo-lanceolata, bi-subtripinnatisecta ; petiolus paleis lanceolato-subulatis, basi dilacerata ciliatis aliisqne minoribus multifidis obsitus.
19. Ch. distans. Lamina lanceolata , bi-rarius subtripinnatisecta ; petiolus costaeque paleaceae; paleae integrae ovatae lanceolatae acuminatae, integerrimae, aliae minores paucae multilidae.
-j- Lamina denique glabra (V. n. 20).
b. Margo segmentorum fertilium manifestius dentatus vel crenatus; dentes vel crenae revolutae, denique nonnumquam explanatae (Spec. 20 — 31). a. Sori polycarpi, denique breviter oblongi; folia glabra vel glabriuscula ; crenae fertiles denique explanatae (Spec. 20 — 22).
20. Ch. hispidula. Lamina subcoriacea rigida opaco viridis denique glabra ovata vel ovato-lanceolata, tripinnatisecta ; segmenta ultima obovato-cuneata, obtusa, fertilia obsolete obtuse crenata, margine hyalina.
21. Ch. tenuifolia. Lamina membranacea laete viridis, denique glabra, ovata vel oblongo-lanceolata, vel lanceolata tripinnatisecta ; segmenta ultima ovata, vel oblonga, fertilia obtuse dentata ; dentes fertiles herbacei margine hyalini.
22. Ch. Kunzei. Lamina glabra lanceolata, subbipinnatisecta ; segmenta secundaria obovato-rotundata crenata; crenae fertiles semiscariosae.
ß. Sori punctiformes oligocarpi; dentes fertiles revoluti ; folia glaberrima, hirsuta vel pilis stellatis obsita (Spec. 23 — 37).
•j- Lamina lineari-vel elongato-lanceolata ; segmenta inferiora manifeste decrescentia (Spec. 23 — 25 et 26 var.).
23. Ch, micropteris. Lamina linearis glandulosa pinnatisecta; segmenta subpinnatifida.
24. Ch. mysurensis. Lamina lineari-oblonga glaberrima, bi-tripinnatisecta ; segmenta primaria sessilia opposita; petiolus tetragonus.
25. Ch. Mathewsii. Lamina lineari-oblonga, glandulosa, bi-tripinnatisecta; segmenta primaria petiolata, alterna; petiolus teres.
59
f Lamina lanceolata vel oblongo-lanceolata vel segmenta inferiora paullulum decrescentia (Spec 26 - 28).
26 Ch. hirta. Lamina subtri- quadripinnatisecta, pilis ferragineis hirsuta.
27. Ch. vestita. Lamina tripinnatisecta, pilis canescentibus hirsuta.
28. Ch. mollis. Lamina subtripinnatisecta, infra pilis stellatis densissime tomentosa.
■J- Lamina deltoideo-ovata (Spec. 29—31).
29. Ch. hispanica. Lamina bi- subtripinnatisecta, infra pilis ferrugineis breviter hirsuta ; petiolus castaneus nitidus.
30. Ch. leucopoda. Lamina tri- deorsum quadripinnatisecta, glandulose pubescens; petiolus stramineus glandulose pubescens.
31. Ch. viscosa. Lamina subquadripinnatisecta deorsum supra-decomposita glandulose hirsuta; petiolus sordide rufescens, glandulose hirsutus.
c. Margo segmentorum integerrimus vel obsolete crenatus, fertilium revolutus continuus soros tegens (Spec. 32 - 33).
32. Ch. glauca. Lamina deltoideo-cordata, tripinnatisecta,' deorsum subquadripinnatisecta ; segmenta ultima elongato-oblonga, infra pilis ferrugineis hirsuta.
33. Ch. cornuta. Lamina lineari-lanceolata, subtripinnatisecta, infra pilis pallidis hirsuta; segmenta secundaria plerumque tripartita.
B. Cheilanthoideae rarius Polystichoideae. Sori oblongi vel punctiformes, margine continuo vel interrupto, sensim attenuato, tecti (Spec. 34 — 39).
a. Petiolus supra sulcatus.
34. Ch. deltoidea. Lamina deltoidea glabra tripinnatisecta; segmenta ultima e basi cuneata ovato- oblonga obtusa integerrima ; sori punctiformes.
35. Ch. allosuroides. Lamina lanceolata vel oblongo-lanceolata glabra, bipinnatisecta ; segmenta secun- daria e basi inaequaliter cuneata oblonga acuta; sori breviter oblongi, margine continuo revoluto velati, margine denique explanato denudati.
b. Petiolus teres.
a. Segmenta secundaria summis confluentibus exceptis distincta ; Polystichoideae. (Sori oblongi).
36. Ch. microphylla. Lamina infra hispidula oblonga, bipinnatisecta; segmenta secundaria oblique ovato- oblonga obtusa ; petiolus circumcirca ferrugineo-hirsuto-paleaceus.
ß. Segmenta secundaria superiora confluentia; Cheilanthoideae. (Sori punctiformes).
37. Ch. alabamensis. Lamina lanceolata glabra, bipinnatisecta; segmenta secundaria oblique oblongo- lanceolata acuta; petiolus laevis.
38. Ch. elongata. Lamina ovato-lanceolata, infra tenuiter setulosa, subtripinnatisecta; segmenta ultima oblonga obtusa; petiolus supra ferrugineo-hirsutus.
39. Ch. Moritziana. Lamina ovato-lanceolata, denique glabra, tri— quadripinnatisecta ; segmenta ultima obovato-cuneata ; petiolus supra hirsutulus.
B. Segmenta ultima distincta (Spec. 40 — 43).
A. Polystichoideae vel Cheilanthoideae (Spec. 40 — 42). a. Folia glabra (Spec. 40).
40. Ch. dichotoma. Folia supra-decomposita; rachis divaricata ; segmenta ultima petiolulata, digitato- flabellata; lobi soriferi producti, revoluti.
8*
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b. Folia paleacea (Spec. 41 — 42).
41. Ch. scariosa. Rhizoma dense foliosum paleis linearibus flaccidis vestitum ; lamina lanceolata, infra paleis eleganter ciliatis dense squamosa.
41c. Ch. Lindheimeri. Rhizoma elongatum paleis ovatis ferrugineis squamosum; lamina infra paleis ovatis vel abbreviatis margine pilos longissimos flexuosos gerentibus hirsuto-squamosa.
42. Ch. elegans. Rhizoma dense foliosum, paleis ferrugineis ex parte nigro-carinatis lanceolatis acu- minatis vel subulatis vestitum ; folia infra paleis integris densius laxiusve squamosa.
B. Cyatheoideae (Spec. 43).
43. Ch. gracilis. Folia dense hirsuta, oblongo-vel ovato-Ianceolata, tri-subquadripinnati.
Sect. II. Sori dorsum dentium occupantes margineque abrupte attenuato velati vel apices emarginatos vel sinus dentium crenarumve occupantes, margine revoluto continuo vel interrupto, sensim vel abrupte attenuato (Spec. 44 — 84).
A. Sori dorsum dentium occupantes, margine abrupte attenuato velati (Spec. 44 — 48).
A. Segmenta ultima distincta ; Polystichoideae (Spec. 44).
44. Ch. lendigera. Segmenta ultima manifeste denticulata.
B. Segmenta ultima conlluentia (Spec. 45 — 48).
a. Cheilanthoideae.
45. Ch. tomentosa. Rhizoma paleis membranaceis pallidis lanceolato-subulatis vestitum; folia utrinque una cum petiolo hirsuto-tomentosa paleisque pallidis patentibus lanceolato-subulatis squamosa, tripinnati- secta ; segmenta ultima oblonga subintegerrima ; indusium spurium subintramarginale angustum integerrimum.
46. Ch. Bradburii. Rhizoma paleis rigidulis ferrugineis ex parte nigro-carinatis lanceolato-subulatis vestitum ; folia utrinque una cum petiolo hirsuto-tomentosa paleisque pallidis adpressis lanceolato-subulatis squamosa, supra denique glabriuscula, tripinnatisecta ; segmenta ultima oblonga ; indusium spurium intra- marginale manifestum integerrimum.
47. Ch. Scovitsii. Folia supra glaberrima, infra glabriuscula, tri-quadripinnatisecta; segmenta ultima rotundato-oblonga, infra, indusio spurio margine in cilias longissimas producto, araneose hirsuta.
b. Cyatheoideae (Spec. 48).
48. Ch. fragrans. Folia oblongo-vel sub-ovato-lanceolata tripinnatisecta; segmenta ultima oblonga; indusium spurium margine tenuiter ciliatum.
B. Sori apicem emarginatum dentium occupantes (Spec. 49 — 54).
A. Segmenta ultima confluentia. (Spec. 49 — 53).
a. Cyatheoideae (Spec. 49 — 53).
49. Ch. maderensis. Lamina membranacea glabra, lanceolato-oblonga, sub-bipinnatisecta ; lobuli reflexi sensim attenuati integerrimi.
50. Ch. pilosa. Lamina membranacea utrinque hirsuto-pilosa, lanceolato-oblonga bipinnatisecta ; lobuli reflexi sensim attenuati.
51. Ch. induta. Lamina deltoidea, utrinque infra dense ferrugineo-hirsuta quadripinnatisecta ; petiolus laevis; rachis paleaceo-hirta ; indusium spurium angustum.
52. Ch. multifida. Lamina deltoidea, sessili-glandulosa, coriacea tri-quadripinnatisecta ; petiolus laevis ; iudusium spurium manifestum.
b. Cheilanthoideae (Spec. 53).
53. Ch. Bergiana. Lamina membranacea albo-hirsutula, deltoidea tri-quadripinnatisecta; lobuli reflexi sensim attenuati; petiolus ac rachis rufo-hirto-tomentella.
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B. Segmenta ultima distiucta (Spec. 54).
54. Ch. pteroides. Lamina ovata bi-quadripinnatisecta; segmenta ultima petiolulata elliptico-oblonga.
C. Sori sinus crenarum occupantes (Spec. 55 — 84).
A. Polystichoideae (Spec. 55 — 62).
a. Segmenta ultima distincta (Spec. 55 — 56).
55. Ch. paupercula. Folia bi- deorsum tripinnatisecta, glaberrima ; segmenta ultima brevissime petio- lulata oblique ovato-elliptica ; sori pauci distantes.
56. Ch. regularis. Folia bipinnatisecta ; segmenta secundaria petiolulata trapezio-oblonga, basi superiore auriculata; sori numerosi subcontigui; petiolus cum ramificationibus hirsutus.
b. Segmenta ultima confluentia (Spec. 57 — 62).
a. Nervi steriles dorsum dentium adeuntes (Spec. 57 — 61).
| Rhizoma adscendens (Spec. 57 60).
57. Ch. monticola. Folia pinnatisecta; segmenta oblonga, basi superiore auriculata.
58. Ch. radiata. Segmenta primaria flabellatim disposita, pinnatisecta.
59. Ch. pedata. Folia deorsum tripinnatisecta.
60. Ch. chlorophylla. Folia tripinnatisecta.
■f Rhizoma repens (Spec. 6!)
61. Ch. llexuosa. Petiolus sulcatus.
ß. Nervi steriles et fertiles sinus dentium adeuntes (Spec. 62).
62. Ch. glandulosa.
B. Cheilanthoideae (Spec. 63 — 68).
a. Lobuli revoluti distincti (Spec. 63 — 65 et 66 var.).
a. Nervi steriles et fertiles sinus dentium adeuntes (Spec. 63).
63. Ch. Schimperi. Lamina deltoidea, tri-quadripinnatisecta ; segmenta ultima linearia, serrato-dentata apice bi-tridentata ; lobuli revoluti lateris utriusque subconniventes.
ß. Nervi steriles dorsum dentium adeuntes (Spec. 64 — 65).
64. Ch. californica. Lamina deltoidea, tri-quadripinnatisecta; segmenta ultima spinöse serrata; lobuli reflexi versus basin segmentorum spectantes.
65. Ch. incisa. Lamina ovata bi-tripinnatisecta ; segmenta ultima cuspidato-acuminata, laciniato-incisa ; sori ad basin posticam rarius utramque laciniarum; lobi reflexi transversi substantia laminae.
b. Margo revolutus continuus sensim attenuatus (Spec. 66 — 68).
66. Ch. angustifolia. Lamina deltoideo-ovata, bi-quadripinnatisecta ; segmenta ultima, lato-vel elongato- lanceolata acuta; margo revolutus integerrimus.
67. Ch. marginata. Lamina deltoidea vel ovata, tri-quadripinnatisecta ; segmenta ultima linearia obtusa ; margo revolutus ciliatus vel fimbriatus.
68. Ch. auriculata. Lamina lanceolata, pinnatisecta ; segmenta integra vel pinnatipartita ; margo revo- lutus integer.
c. Margo abrupte attenuatus vide Cyatheoideae (Spec. 78 — 84).
C. Cyatheoideae (Spec. 69 — 84).
a. Folia infra pulvere ceraceo obsita, nonnumquam simul paleacea (Spec. 69 — 74).
69. Ch. argentea. Lamina cordata infra candida, tripartita.
70. Ch. pulveracea. Lamina oblonga, infra subsulphurea, subbi- deorsum subtripinnatisecta ; paleae rhizomatis concolores.
62
71. Ch. farinosa. Lamina deltoidea vel oblonga, infra candida vel subsulphurea, deorsum tripinnati- secta; paleae rhizomatis discolores.
72. Ch. rufa. Lamina oblonga, infra candida, massa ceracea paleis persistentibus subabscondita, subbi- pinnatisecta.
73. Ch. chrysophylla. Lamina ovata pinnatisecta •, segmenta pinnatipartita; petiolus paleis subulatis obsitus.
74. Ch. aurantiaca. Lamina lanceolata, pinnatisecta; segmenta pinnatipartita ; petiolus paleis oblongis obtusis obsitus.
b. Folia pulvere ceraceo destituta (Spec. 75 — 84).
a. Margo segmentorum fertilium sensim attenuatus (Spec. 75 — 77). au. Margo interrüptus (Spec. 75 — 76; conf. et n. 65).
75. Ch. capensis. Folia membranacea glabra sub-bi- deorsum tripinnatisecta ; lobuli reflexi ciliati.
76. Ch. subvillosa. Folia membranacea infra subvillosa bi- deorsum tripinnatisecta; lobuli reflexi integerrimi subconfluentes.
ßß. Margo continuus (Spec. 77).
77. Ch. rigida. Folia coriacea hirsuta, subbipinnatisecta ; margo soros omnino involvens.
ß. Margo abrupte attenuatus continuus (Spec. 78 — 84). aa. Paraphyses nullae (Spec. 78 - 83).
78. Ch. ambigua. Folia pinnatisecta; segmenta linearia integra.
79. Ch. bullosa. Folia coriacea, oblonga subbi- deorsum subtripinnatisecta ; segmenta ultima linearia obtusa, nervis valde impressis strangulata.
80. Ch. intramarginalis. Folia coriacea ovata, sub-bi- vel-tripinnatisecta ; segmenta ultima linearia falcata, acuminata, serrata ; nervi steriles et fertiles sinus dentium adeuntes.
81. Ch. nitidula. Folia coriacea ovata, bi-tripinnatisecta ; segmenta ultima sterilia oblonga obtusa bicrenata, fertilia oblonga acuta.
82. Ch. arabica. Folia subcoriacea, infra ad costas ferrugineo - hirsuta bi - deorsum tripinnatisecta; laciniae oblongae obtusae; indusia spuria lateris utriusque subconniventia ferruginea.
83. Ch. pulchella. Folia glabra, subcoriacea ovato-oblonga, bi-deorsum tri - vel quadripinnatisecta ; segmenta ultima lineari-oblonga obtusa ; indusia spuria lateris utriusque conniventia pallida.
ßß. Paraphyses ferrugineae (Spec. 84).
84. Ch. triangula. Lamina deltoidea, tri-quadripinnatisecta ; segmenta ultima sterilia oblonga serrata, fertilia lineari-oblonga obtusa; nervi steriles et fertiles sinus dentium adeuntes.
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E n ii in e r a t i o s p e c i e r ii m.
Sect. I. Sori marginem integerrimum vel dorsum denlium occupantes nudi margine segmentorum omnino immutalo vel subvelati margine in lobulos abbreviatos vel membranam anguslam productu vel velati margine sensim attenuato (Spec. 1 — 43).
A. Segmenta ultima conßuenlia (Spec. 1 — 39).
A. Cyatheoideae (Spec. 1 — 33).
a. Margo segmentorum integerrimus vel levissime dentatus, fertilium immutatus vel in lobulos minutos vel membranam angustam basin sororum cingente’m productus (Spec. 1 — 19).
«. Folia infra pulvere ceraceo obsita simulque nonnumquam paleis stellatis vel ciliatis obsita (Spec. 1—7).
f Margo segmentorum fertilium immutatus; lamina infra massa ceracea candida simulque pilis stellatis laxe obsita (Spec. 1).
1. Ch. trichomanoides.
Rhizoma repens, paleis rigidis nigricantibus lanceolatis acurainatis ciliatis vestitum; folia subcoriacea, supra laete viridia, infra massa ceracea alba adspersa paleisque rufes- cenlibus pectinato- ciliatis vel stellatis laxe obsita; petiolus 2 — 3" longus; lamina 6'' — 1' longa elongato- linearis pinnatisecta ; segmenta numerosa alterna laxe disposita patenti- divergentia petiolvilata, e basi cordata vel subcordata ovato-oblonga vel oblonga obtusa, integra vel sinuata, basi utraque auriculata vel subpinnatifida, margine levissime crenu- lata; nervi immersi; sori nigricantes lineam marginalem efformantes paleis stellatis rufes- centibus circumdati.
Pteris L. 7806; Plum. T. 75; Sw. Schrad. Journ. 1803. II. 287; s. 102; W. V. 363. Schk. 91. T. 99; Lam. Enc. V. 710. — Notholaena R. Br. prod. 145; Dsv. Journ. d. bot. 3. 92; Poir. enc. suppl IV. 110; Klf. en. 133; Lowe f. I. T. 14 B. — Cin- cinalis Dsv. Berl. Mag. V. 311. — C. ferruginea Dsv. Berl. Mag. V. 311. — Notho- laena Dsv. Journ. d. bot. 3. 92; Poir. enc. supp. IV. 110. — Acrostichum ptenoides Bernb. über Asplen. 18 f. 11.
Jamaica.
f Margo segmentorum fertilium paullnlum productus soros non tegens (Spec 2—6).
2. Ch. afßnis.
Rhizoma repens, paleis nigricantibus lanceolato - subulatis ciliatis onustum ; folia subcoriacea, supra laxe, infra dense pulvere candido obsita; petiolus 1 — 2y/ longus, fuscus , supei ne paleis patentibus teneris setosus et sparse massa ceracea obductus ; la- mina 3" longa, elongato - lanceolata , pinnatisecta; segmenta alterna laxe disposita, obli-
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que patentia, breviter petiolata, 3 — 4'" longa, ovato-oblonga obtusa, pinnatipartita, infima abbreviata; laciniae utrinque 3 — 4 coadunatae ovatae vel oblongae obtusae inte- gerrimae; sori oligocarpi nigricantes lineam intramarginalem formantes, massae cera- ceae immersi.
Notholaena pulveracea Kl. Lin. 20. 417 excl. syn.
Mexico (Aschenborn).
3. Ch. candida Mart. Gal. Foug. d. Mex. 73. T. 20. Fig. 1.
Rhizoma repens, paleis fuscis nigro-carinatis ovato-lanceolatis integris dense vesti- tum ; folia membranacea , infra pulvere ceraceo albido laxius vel densius obsita ; petiolus 2— 5" longus, paleis discoloribus fuscis margine ferrugineis laxe obsitus; lamina 2 — 5" longa ovato - oblonga sub - bi - deorsum - tripinnatisecta ; segmenta primaria opposita, inferiora distantia breviter petiolata, infima inaequaliter deltoideo - ovata , superiora sessilia oblonga, apice attenuato obtusa, pinnatipartita; laciniae vel segmenta secundaria coadu- nata oblonga obtusa, inferiora subsoluta, lateris inferioris segmentorum infimorum adaucta, pinnatipartita, omnia margine levissime crenulata; nervi immersi; sori nigricantes oligo- carpi, massae ceraceae immersi , lineam intramarginalem efformantes, basi lobulis minu- tissimis scariosis cincti.
Notholaena Hk. spec. II. 116; — Aleuritopteris Fee g. 154; mem. 8. 117; — Notholaena pulveracea Kz. Linn. 13. 135; Liebm. Mex. Bregn. 63; Cheilanthes Mett. f. h. Lips. 5t (quoad specimina hortensia). — Notholaena argentea Lowe f. I. 55.
Mexico (Leibold. Martens).
4. Ch. monosticha.
Ceropteris Fee mem. 7. 44, T. 22 f. 2.
Mexico.
Ex icone et descriptione nisi lamina, massa ceracea pallide sulphurea adspersa, ab specie antecedente diversa.
4 b. Pteris lutea Cav. dem. 267 n. 660; Sw. s. 104; W. V. 343; Poir. enc. suppl. IV. 604; Liebm. Mex. Bregn. 72. — Nova Hispania.
5. Ch. cretacea.
Rhizoma obliquum „breve, caespitosum, squamis rigidis lanceolatis margine mem- branaceo laceris adpressis obsitum“; folia coriacea supra laxe, infra densissime massa ceracea subsulphurea obtecta; petiolus 1—2" longus, ebeneo -nitidus; lamina 2 — 3" longa quinquangulari-cordata , bi -deorsum tri pinnatisecta segmenta primaria opposita patentia, infima breviter petiolata, inaequaliter deltoideo -ovata, superiora sessilia oblonga obtusa, pinnatipartita; secundaria oblonga obtusa, inferiora pinnatipartita, lateris inferioris
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adaucta ovato-lanceolata ; laciniae oblongae obtusae, levissime crenulatae; nervi immersi; sori oligocarpi nigricantes, lineam intramarginalem efformantes, massae ceraceae immersi; margo productus angustissimus subscariosus.
Notholaena Liebm. Mex. Bregn. 64.
Mexico (Liebmann).
6. Ch. Borsigiana Reichb. fil. et Warszc. Wochensehr. f. Gärtnerei u. Pflanzenkunde. Berlin 1858. I. 2.
Rhizoma repens, paleis rigidis nigricantibus margine ferrugineo ciliatis dense vesti- tum; folia coriacea, supra glabra, infra massa ceracea aurea adspersa; petiolus ad 5'' longus, ebeneus nitidus, basi paleis ovato-lanceolatis ferrugineo -fuscis nigro - carinatis laxe obsitus; lamina VA — 2" longa, quinquangulari- cordata bi-deorsum tripinnatisecta ; segmenta primaria opposita, inferiora subsessilia inaequaliter ovata, superiora adnata ob- longa obtusa; secundaria adnata oblonga obtusa, inferiora pinnatifida, lateris inferioris adaucta bipinnatipartita ; lobi vel laciniae ovato-rotundatae obtusae; nervi immersi; sori oligocarpi nigricantes lineam intramarginalem efTormantes, massae ceraceae immersi, mar- gine paullulum producto subscarioso continuo vel interrupto basi cincti.
Peruvia (Warscz) [California? Herb. Hannemann].
+ Margo segmentoriim fertilium immntatus; pulvis ceraceus paginae inferioris laininae paleis imbricatis persistentibus absconditus (Spec. 7).
7. Ch. Aschenborniana.
Rhizoma „breve caespitosum, squamis rigidissimis adpressis lanceolatis acutis mar- gine laceris glandulose ciliatis obsitum“; folia coriacea, supra paleis canescentibus minutis in setas longissimas divaricatas divisis obsita, infra paleis ferrugineis lanceolatis pecti- nato - ciliatis dense squamosa et massa ceracea alba, paleis derasis conspicua, laxe ad- spersa; petiolus 1 — 2" longus, ebeneus nitidus dense paleaceus; lamina 1' longa, elon- gato-lanceolata bipinnatisecta ; segmenta primaria numerosa, breviter petiolata, 1" longa patentia oblonga vel oblongo-lanceolata apice attenuato obtusa, inferiora distantia sub- opposita; secundaria approximata, utrinque 8—12, oblonga obtusa adnata, inferiora subsoluta pinnatipartita; laciniae rotundatae integerrimae ; nervi immersi; sori oligocarpi, tomento immersi.
Notholaena Kl. Linn. 20. 417. — N. bipinnata Liebm. Mex. Bregn. 62. — N. Galleotii Fee g. 159.
Mexico (Aschenborn).
Abhandl. d. Senckenb. naturf. Ges. Bd. III.
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ß. Folia infra paleis persistentibus imbricatis squamosa (Spec. 8 — 10).
8. Ch. brachypus Kz. Linn. 18. 340; 23. 307; Mett. f. h. Lips. 50.
Rhizoma adscendens, paleis membranaceis flaccidis rufescentibus lanceolatis acumi- natis onustum ; folia subcoriacea in utraque pagina pilis flaccidis longissimis subadpresse villosa et infra paleis imbricatis ovatis acuminatis rufescentibus margine pallidioribus squamosa; petiolus % — !4 " longus; lamina 3 — 6" longa, lanceolata pinnatisecta ; segmenta primaria alterna subsessilia patenti - divergentia e basi latiore oblonga obtusa profunde pinnatipartita ; laciniae ala angusta coadunatae ovato-oblongae vel oblongae ob- tusae subintegerrimae ; nervi immersi; sori oligocarpi fusci; margo continuus abrupte attenuatus scariosus, soros subtegens.
Cheilanthes squamosa ß. brachypus Hk. sp. II. 115. — Notholaena squamosa Lowe f. I. T. 17 B.
Mexico (Leibold).
9. Ch. squamosa Gillies; Hook, et Grev. ic. 151; Hk. sp. f. II. 81.
Rhizoma „caespitosum“; folia rigide membranacea, supra laete viridia, infra densis- sime paleis imbricatis membranaceis rufo - ferrugineis ovatis acuminatis denticulatis vel subciliatis squamosa; petiolus 2 — 4" longus, basi paleis lanceolatis in setam flaccidam productis obsitus; lamina 3 — 8" longa, oblongo-lanceolata bipinnatisecta ; segmenta pri- maria laxe disposita alterna patentia ovata vel ovato-oblonga obtusa, inferiora manifeste petiolata ; secundaria utrinque 3 — 5, sessilia vel adnata oblonga integra, inferiora ovato- oblonga pinnatilida, margine subintegerrima; sori oligocarpi fusci, paleis absconditi; margo revolutus subscariosus continuus vel interruptus angustus, sporangia non tegens.
Notholaena Gilliesii Fee g. 159.
Peruvia (Mathew. 604).
9 b. Notholaena peruviana Dsv. Ann Linn. VI 220. — Peruvia.
10. Ch. Eckloniana.
Notholaena Kz. Linn. 10. 501; Mett. f. h, Lips. 45; Lowe f. I. T. 17 A. — N. Marantae Klf. Linn. VI. 184. — N. Krebsiana Pr. t. 224?
Prom. b. spei.
Margo segmentorum sterilium herbaceus planus, fertilium productus et revolutus, sensim attenuatus, angus- tus, e cellularum seriebus 3 — 4 formatus.
y. Folia infra hirsuta vel lanosa, rarius paleis profundissime divisis hirsuto -squamosa vel infra ad costas paleis imbricatis mox deciduis obsita (Spec. 11 — 19).
««. Sori oligocarpi (Spec. 11 — 13).
11. Ch. hypoleuca.
Rhizoma repens , paleis rigidulis fuscis nitidis lanceolato-subulatis densissime vesti- tum; folia subcoriacea, supra glabra, infra pilis stuppeis niveis adpresse tomentosa;
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petiolus 6 — 7" longus, fuscus nitidus; lamina 5'' longa, oldongo-lanceolata vel lanceolata, subbipinnatisecta ; segmenta primaria numerosa opposita patentia, breviter petiolata, 1 " longa, ovata obtusa; secundaria utrinque 3 — 5, adnata oblonga obtusa integerrima, in- feriora subsoluta, lateris inferioris adaucta pinnatifida; sori oligocarpi lutei, tomento sub- immersi; margo segmentorum fertilium iramutatus.
Notholaena Kz. Linn. 9. 54; f. I. 114 T. 53 f. 1 ; Gay. fl. chil. VI. 495; Sturm f. chil. 16.
Chili.
11 b. Notholaena aurea Dsv. Ann. Linn. VI. 219; Pteris Lam. enc. V. 710 — Peruvia — (Ab auctore sterilis tantum observata).
12. Ch. ferruginea W. ; Klf. en. 209; Schlecht. Linn. 5. 615; Amman, act. Petrop. X. 300. T. 22. f. 1.
Pellaea Nees. Linn. 19. 684. — Notholaena rufa Pr. rel. Haenk. I. 19; Liebm. Mex. Bregn. 62. Mett. f. h. Lips. 45; Lowe f. I. T. 18 B. — N. tomentosa Dsv. journ. bot. 3. 92;
Poir. enc. suppl. IV. 110; — Cincinalis Dsv. Berl. Mag. V. 312. — Acrostichum
bonariense W. V. 114; Poir. suppl. V. 533; — Notholaena trichomanoides Mart. Gal. f. mex. 45.
Peruvia (Pöppig). Columbia (Moritz). Guatemala. Mexico.
12 b. Ch. obtusata Pr. rel. Haenk. I. 64 T. 11 f. 1; Hk. sp. 11. 86. — Peruvia.
12 c. Ch. fuscata Bl. en 136; Hook. sp. II. 116. — Java. — „Ab Ch. ferruginea W. differt laciniis
digitato-pinnatifidis.“
1 3. Ch. Pohliana.
Rhizoma repens, paleis rigidulis ferrugineis nigro-carinatis subulatis vestitum; folia rigide membranacea, in utraque pagina setis rigidulis articulatis, infra densius, hirsuta; petiolus 1 — 4" longus, ebeneus nitidus; lamina IV2 — 4'' longa, oblongo-vel ovato-lan- ceolata pinnatisecta vel bipinnatisecta; segmenta primaria patentia opposita breviter petio- lata , Va — 1 " longa , ovato-oblonga obtusa pinnatifida lobis ovatis rotundatis vel 1 — 2" longa pinnatisecta ; segmenta secundaria utrinque 3 — 4, petiolata ovato-rotundata, basalia lateris inferioris adaucta subpinnatifida, suprema confluentia, omnia subintegerrima; nervi immersi; sori oligocarpi fusci marginales distincti; lobuli marginis revoluti scariosi, sen- sim attenuati, margine setosi, sporangiis superati et pilis absconditi.
Notholaena Kz. herb.
Brasilia (Pohl. Gardner 3551).
ßß Smi poli/carpi , denique breviter oblongi (Spec. 14—19). f Lamina dense hirsuto-lanosa (Spec. 14—15).
14. Ch. eriophora.
Rhizoma repens, paleis fuscis nigro-carinatis lineari-subulatis , inaequaliter serratis vel ciliatis densissime vestitum; folia rigide membranacea, supra laxius, infra pilis Ion-
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gissimis flexuosis canescentibus denique rufescentibus densissime hirsuto-lanosa ; petiolus 2 — 4" longus, fuscus nitidus molliter villosus; lamina 1 — 1 V2" longa, cordata profunde tripartita; laciniae laterales dimidiato-ovatae obtusae, latere superiore subintegrae sinuatae yel lobatae, latere inferiore profunde pinnatifidae ; lacinia terminalis e basi cuneata ovata pinnatifida; lobi sinubus rotundatis distincti, e basi versus apicem decrescentes, infimi deorsum lobulati , margine subintegerrimi vel levissime crenulati ; nervi immersi , steriles apice vix incrassato in dorso crenarum minimarum desinentes, fertiles apice leviter in- crassato soriferi; sori submarginales distincti, lana absconditi; margo loborum fertilium omnino immutatus.
Notholaena Fee g. 159. T. 13 f. 3; — Polypodium Hk. ic. pl. 991. — Notholaena pal— matifida Kz. f. I, 148.
Brasilia (Gardn. 2390).
15. Ch. inaequalis.
Rhizoma repens caespitosum , paleis fuscis lanceolatis acuminatis dense vestitum ; folia coriacea, supra pilosa, infra densissime pilis articulatis ferrugineo-fuscis dense hir- suto-tomentosa; petiolus 2 — 4" longus, ebeneus nitidus, denique glabriusculus ; lamina 4 — 6" longa, oblonga vel ovata bi-, deorsum subtripinnatisecta; segmenta primaria oppo- sita approximata patentia, inferiora breviter petiolata inaequaliter ovato-lanceolata , apice attenuato obtusa, superiora adnata oblonga obtusa; secundaria oblonga obtusa, inferiora subsoluta sinuata, lateris inferioris adaucta pinnatifida vel pinnatipartita ; laciniae steriles integerrimae ; nervi immersi; sori distincti, tomento absconditi, lobulis marginis abrupte attenuatis scariosis distinctis, rarius confluentibus , vix velati. (Fig. 4.)
Notholaena Kz. f. I. 146. T. 54 f. 1.
Prom. b. spei.
f Lamina laxius hirsuta vel paleis dilaceratis squamosa vel simnl ad costas paleis imbricatis denique deciduis squamosa (Spec. 16 — 19).
16. Ch. densa Fee gen. 156.
Rhizoma repens , paleis ferrugineis, hinc inde nigro-carinatis , lanceolatis acuminatis dense vestitum; folia subcoriacea, supra laxe hirsutula, infra densius pilis articulatis fer- rugineis villoso-hirsuta ; petiolus IV2 — 2!4" longus, castaneus, paleis lanceolatis flaccidis pilisque articulatis hirsutus; lamina 2 — 3" longa, lanceolato- oblonga, subbipinnatisecta ; segmenta primaria subopposita patentia breviter petiolata oblonga, inferiora remota ovato- oblonga profunde pinnatipartita; laciniae oblongae obtusae basi lata adnatae, inferiores
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vel basales subsolutae, deorsum pinnatifidae, margine subintegerrimae; sori fusci, denique confluentes, pilis circumdati.
Notholaena J. Sm. in. Hk. journ. 3. 395; Kz. f. I. 149 T. 64 f. 2.
Luzon (Cum. 282). Java (Zoll 2877)?
Lamina minus divisa , segmentis primariis pinnatipartitis, infra densius hirsuto— villosis , petiolo hirsuto ac paleaceo fortasse non satis ab specie sequente diversa.
17. Ch. hirsuta.
Rhizoma repens, paleis ferrugineis dense vestitum ; folia subcoriacea , supra sparse, infra dense pilis articulatis ferrugineis hirsuta; petiolus 1 Vz — 2!4" longus, hirsutus, deni- que glabriusculus ; lamina 2 — 3!4" longa, lanceolata vel lanceolato- oblonga bipinnati— secta; segmenta primaria subopposita patentia breviter petiolata ovato-oblonga obtusa, superiora oblonga; secundaria utrinque 3 — 4, inferiora basi attenuata adnata ovato-oblonga pinnatipartita, superiora adnata oblonga obtusa, leviter crenata; nervi immersi; sori fusci, denique confluentes, pilis subvelati; margo segmentorum fertilium immutatus.
Pteris Poir. Enc. V. 719; Sw. s. 138; W. V. 390; — Notholaena Dsv. journ. d. bot 3. 93; Poir. enc. suppl. IV. 110; Klf. en. 138; Kz. f. I. 150; Meyen Reise. III. 332; Brack, expl. 20. — Cincinalis Dsv. Berl. Mag. V. 313. — Cheilanthes rufa W. herb, teste Klf. — Ch. ciliata W. herb, teste Klf. — Notholaena sulcata Meyen. Link. hört, berol. II. 367; Kz. f. I. 6 T. 3 ; J. Sm. Bot. Herald. 426. — N. pilosa Hk. et Arn. Beech. voy. 47 ; Hk. journ. of bot. 9. 358; Brack, expl. 20 ex J. Sm. I. c. — Pellaea? nudius- cula Hk. sp. f. II. 151. — Pteris R. Br. prod. 155. — Notholaena Dsv. Ann. Linn. VI. 221.
Manila. India orientalis. [China].
18. Ch. canescens.
Notholaena Kz. pl. Preiss. II. 110; Linn. 23. 314; Mett. f. h. Lips. 45.
Nova Hollandia.
19. Ch. distans.
Rhizoma repens caespitosum, paleis fuscis ovato-lanceolatis acuminatis vestitum; folia subcoriacea vel membranacea, infra ad costas una cum petiolo paleis imbricatis ovato-lanceolatis integerrimis nitidis dense, aliisque minoribus profundissime divisis obsitus; petiolus 2 — 3'' longus, inferne denique glabriusculus; lamina oblongo-vel elongato-lan- ceolata, 4 — 8" longa, bipinnatisecta ; segmenta primaria distantia subopposita peliolata ovata vel deltoideo- oblonga, secundaria utrinque 3 — 6, oblonga obtusa leviter crenata, inferiora subsoluta sinuata vel pinnapartita; nervi subimmersi; sori intramarginales, denique confluentes nudi vel paleis absconditi; margo segmentorum fertilium hyalinus, ceteruin immutatus.
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Notholaena R. Br. prod. 146; LaBill. sert. aust. cal. 5 T. 7; Poir. enc. suppl. IV. 110; Wickst. act. Holm. 1825. 440; Kz. PI. Preiss. II. 109; Hk. ic. pl. 980; Hk. fil. fl. nov. Zeal. II. 47; Lowe f. I. T. 19 B.
Nova Hollandia (LaBillard; Preiss, Drummond, Müller, Wilhelmi).
var. profusa. Folia membranacea, denique glabriuscula, oblonga vel lanceolato-oblonga.
Cheilanthes profusa Kz. f. I. 33 T. 17 ex parte; Linn. 10. 535; Hook, spec II. 108?; Mett. f. h. Lips. 51. — Notholaena Pr. t. 224. — N. pumila Link. sp. 146. — N. inter- rupta Klf. en. 137. — Cheilanthes Klf. Wes. der Farne 116; — Acrostichum Vent. ex Klf. Wickst.
Prom. b. spei.? (Vidi specimina hortensia.)
Nervi in speciminibus cultis ad sinus vel ad dorsum crenarum miniraarum decurrunt ibique incrassantur sorosque denique oblongos procreant; margo crenarum sterilium e cellularum hyalinarum seriebus- 2, fertilium e seriebus talium cellularum 3 — 5 formatur. Specimina quae vidi capensia ad ,,Pteris contracta“ referenda sunt, praeter specimen unicum, „Ch. profusa var. minor Kz“ inscriptum. De hoc comp. n. 22.
b. Margo segmentorum fertilium manifestius crenatus vel dentatus ; dentes vel crenae revo- lutae, denique nonnumquam explanatae (Spec. 20 — 31).
a. Sori polycarpi, denique breviter oblongi ; folia glabra vel glabriuscula ; crenae vel dentes fertiles denique explanati (Spec. 20— 22).
20. Ch. hispidula Kz. bot. Z. 6. 212.
Rhizoma repens, paleis membranaceis rufescentibus lanceolato-subulatis flaccidis dense vestitum; folia subcoriacea, juvenilia infra pilis articulatis hirsuta, adulta glabra, petiolus 2 — 8'' longus, fusco-purpurascens basi paleaceus ceterum hirsutus, denique laevis; lamina 3 — 9" longa, ovato-vel oblongo-lanceolata bi - quadripinnatisecta ; segmenta primaria opposita patentia, inferiora manifeste petiolata inaequaliter ovata, superiora oblonga; secundaria ovato- oblonga, lateris inferioris adaucta, inferiora petiolata, superiora basi attenuata, inferiore excisa, adnata, ultima obovato-cuneata , obtusa vel ovata acuta, sterilia dentata , fertilia margine manifeste vel leviter crenata vel repandula hyalina ; nervi trans-
lucentes, apice sensim incrassato supra sub foveola elongato desinentes; sori denique
oblongi confluentes fusci, margine primitus revoluto subvelati, margine denique explanato denudati (Fig. 1 2).
Ch. tenuifolia Kz. f. Zoll. n. 237 ; J. Sm. f. Cum. n. 62 ; — Ch. javanica Kz. bot. Z. VI. 211; — Notholaena Kz. herb; — N. semiglabra Kz. f. II. 59 T. 124. 2. (specim. juvenile borlense); — Cheilanthes Fee g. 156. — Acrostichum javense W. V. 126 ex parte; Poir. suppl. V. 533 ; — Notholaena Dsv. Ann. Linn. VI. 220; — Cincinalis
Dsv. Berl. Mag. V. 329. — Cheilanthes moluccana Bl. en. 136; Hk. sp. II 90? —
Notholaena remota Klf. en. 138.?
Java (Zoll. 237 , 2623, 2161 , 1719, 3063). Luzon (Cum. 62).
Lamina subcoriacea rigida opaco-viridi , segmentis plerumque obovatis obtusis , leviter ac obtuse crenatis a Ch. tenuifolia, cui proxima, diversa. Nomen Kunzeanum praeposui, quum dubia de synonymis allatis, quae fortasse et speciebus sequentibus (n. 20 b. — e.) augenda sunt, solvere non possum.
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20 b. Ch. caudata R. Br. prod. 156; Hk. sp. II. 111; — Nova Hollandia.
20 c. Notholaena ciliata Dsv. Jonrn. d. bot. 3. 92; Poir. enc. suppl. IV. 110; — Cincinalis Dsv. Berl. Mag-. V. 312. — Java.
20 d. Notholaena seliger a Dsv. Journ. d. bot. 3. 93; Poir. enc. supp. 4. 110; — Cincinalis Dsv. Berl. Mag. 5. 311. — Ins. Bourbonia.
20 e. Notholaena glabra Brack, expl. 21. — Ins. Feejeenses.
21* Ch. tenuifolia Sw. s. 129, 332; Schk. 117. T. 125; W. V, 460; Poir. enc. suppl. 4. 599; R. Br. prod. 155; Bl. en. 136; Hk. spec. f. II. 82; Hk. f. 11. nov. Zeal. II. 23; Mett. f. h. Lips. 50; Brack, expl. 92; Lowe f. IV. T. 19; Hook. fl. Tasm. II. 138. — (Fig-. 13 — 14.)
Trichomanes Burm. ind. 237 ; — Cassebeera J. Sm. in Hk. journ. 4. 159. — Pteris hu— milis Forst, prod. 79 n. 421. — Pt. nigra Retz; Lam. enc. V. 718 ex Poir. 1. c. — Acrosticlium tenue Retz. obs. 6. 39. — Poir. enc. suppl. I. 127. — Adiantum cicutae- folium Lam. enc. I. 44; Poir. suppl. I. 145; — A. varians Poir. enc. suppl. I. 143. — Cheilantbes pallens Wall. cat. 70 ex Syn. cit; — Ch. rupestris Wall. cat. 67; — Ch. inicrantha Wall. cat. 68; Ch. Preissiana Kz. Linn. 20. 5; pl. Preiss. II. 112; Hk. spec. f. II. 83; Lowe f. IV. T. 29. — Ch. Sieben Kz. pl. Preiss. II. 112; Hk. spec. II. 83 T. 97 B; Lowe f. IV. T. 22.
Nova Hollandia (Sieb. syn. f. 116; fl. mixta. 250; Wilhelmi) Nova Zealandia. Luzon (Cum. 281) Ins. molluccanae (Labill ) India orientalis (Helfer. Wallich).
Variat forma foliorum deltoideo-ovata , oblongo-lanceolata vel Ianceolata , segmentis primariis approximatis vel inferioribus distantibus, ultimis lanceolatis vel ovatis, obtusis vel acutis, crenatis dentatis vel subintegerrimis, crenis revolutis vel denique omnino explanatis herbaceis vel margine hyalinis vel semiscariosis , soris punctifor- mibus vel oblongis, distinctis vel confluentibus.
22. Ch. Kunzei.
Rhizoma repens caespitosurn , paleis rufo-ferrugineis membranaceis lanceolatis in setam llaccidam acuminatis vestilum ; folia membranacea glabra; petiolus 2 — 4"' longus, fuscus; lamina 1 ]/2 — 2" longa, Ianceolata obtusa subbipinnatisecta; segmenta primaria alterna approximata breviter petiolata, e basi cordata ovato-oblonga ; secundaria utrinque 2 — 3, obovato-rotundata, basi attenuata adnata, ala angusta coadunata, margine crenato- incisa; nervi apice incrassato supra sub foveola elongata in dorso crenarum desinentes; sori breviter oblongi distincti ; crenae revolutae semiscariosae , denique explanatae. (Fig. 6-7.)
Ch. profusa var. minor Kz. Linn. 10. 535; f. I. 33 T. 17 c.
Prom. b. spei.
Specimen unicum; ex sententia Kunzei ipsius, teste schedula herbarii, ab Ch. profusa diversum, foliis glabris, segmentis secundariis obovato-rotundatis, manifeste crenatis, crenis semiscariosis insigne.
22 b. Notholaena Pumilio R. Br. prod. 146; Poir. suppl. 4. 110. — Nova Hollandia.
„Segmenta 3 — 7 ovaiia-subintegra, margine parum recurva.“
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ß. Sori punctiformes oligocarpi ; dentes fertiles revoluti ; folia glaberrima hirsuta vel pilis stellatis obsita (Spec. 23 — 31).
f Lamina linearis vcl elongatn-lanceolata ; segmenta inferiora manireste (lecrescentia (Spec. 23 — 25).
23. Ch. micropteris Sw. s. 126, 324 T. 3. fig. 4; W. V. 455; Hk. spec. f. II. 76; Mett. f. h. Lips. 49.
Adiantum Poir. enc. suppl. I. 140.
Brasilia.
23 b. Ch. Kleinliofii Bl. en. 137; Acrostichum appendiculatum W. in herb. Blume. — Java.
Ab auctore inter species Cheilanthis bipinnatas recensetur, ex descriptione autem est simpliciter pinnata, pinnis suboppositis ovato-oblongis obtusis repando-crenulatis, superioribus integris, inferioribus auriculato-bilobis.
24. Ch. mysurensis Wall. cat. 66; Hk. sp. II. 94. T. 100 A.
Rhizoma repens, paleis rigidis nigricanti-fuscis lanceolato-subulatis densissime vesti- tum; folia coriacea stricta glabriuscula vel glaberrima ; petiolus % — 1" longus, castaneus nitidus, supra alato-sulcatus, infra subrotundatus ; lamina 4—7" longa, lanceolata bipin— natisecta ; segmenta primaria opposita , patenti - divergentia , distantia , sessilia , ovato- oblonga obtusa, inferiora manifeste decrescentia remota, secundaria adnata vel basi inferiore decurrente coadunata subovato - oblonga vel oblonga obtusa pinnatifida vel pin- natipartita; lobi obovato - cuneati bifidi, superiores decrescentes indivisi, steriles porrecti, breviter acuti, fertiles obtusi reflexi, sensim attenuati, apice scariosi, sorum sporangiis perpaucis formatum subtegentes.
Asplenium Heyne? ex Hk. 1. c. ; — Ch. fragrans Sw. s. 127, 325 T. 3 f. 6 ; W. V. 457; Kz. Linn. 10. 538; Adiantum Poir. enc. suppl. I. 141; — Cheilanthes opposita Klf. en. 211 ex Kz. Linn. 10. 538; — Ch. Wallichii Spr. herb; — Ch. melanocoma Bory Bel. crypt. 71 ; — Ch. Swartzii Webb. et Berth. Phyt. can. 453. — Adiantum melanocaulon Heyne ex Moore ind.
India orientalis (Bottler, Wallich).
24 b. Ch. chusana Hk. sp. II. 95 T. 106 B. — Chusan.
Statura humiliore magis quam charactere ab antecedente diversa videtur.
25. Ch. Mathewsii Kz. f. I. 50. T. 25; Hk. sp. II. 91.
Rhizoma repens, paleis rigidis adpressis nigricanti-fuscis lanceolato-subulatis onustum; folia subcoriacea vel rigide membranacea utrinque glandulose pubescentia vel hirta; petiolus 4 — 5" longus, teres fuscus nitidus, breviter glandulose hirtus; lamina 8' ' longa, lineari-lanceolata bipinnatisecta ; segmenta primaria alterna breviter petiolata ovata obtusa, inferiora manifeste decrescentia ; secundaria utrinque 6 — 9, contigua vel coadunata lineari- oblonga, pinnatifida ; lobi rotundati obtusi subbifidi ; lobuli subrevoluti, soros e sporangiis paucis 2—4 formatos subtegentes, vix mutati.
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Ch. pruinata KIf. en. 210; — Ch. pruinosa Kz. Linn. 23. 245; — Ch. fasciculata Goldm. n. act. 19 suppl. I. 456.
Peruvia (Lechler, Mathew. Meyen).
Nomen antiquissimum Kaulfussii rejeci, quum planta glandulosa nullo modo pruinata diei potest.
f Lamina lanceolata vel oblongo-lanceolata; segmenta inferiora vix vel paullnlum decre9centia (Spec. 26—28).
26. Ch. hirta Sw. s. 128, 329; W. v. 458; Kz. Linn. 10. 539; Hk. sp. II. 92. T. 101 B; Schlecht, ad. 50. T. 30; Mett. f. h. Lips. 50; Lowe f. IV. T. 18.
Adiantum Poir. enc. suppl. I. 142; — Notliolaena .1. Sm. Journ. of bot. IV. 50; — Adian- tum caffrorum Sw. Schrad. Journ. 1800. II. 85; 1803. II. 292; — Cheilanthes parvi- loba Sw. s. 128, 331 ; W. V. 459; Fee g. 156; — Adiantum Poir. enc. suppl. I. 143; — Myriopteris contracta Fee g. 149; — M. intermedia Fee g. 149; — Chei- lanthes olivacea Fee g. 156; — Ch. Ecklonii Spr. ; — Notholaena capensis Spr. lil. Syst. pl. V. add. 32.
Prom. h. spei. Port Natal.
Varietates, ab Kunzeo (Linn. 10. 539) propositas, a Feeo sub generibus diversis enumeratas, characte- ribus omnino carere et formas tantum speciei mullifariam variabilis esse, Hooker 1. c. jam monuit.
27. Ch. vestita Sw. s. 128; Schk. 116. T. 124; W. V. 456; A. Gray man. 592; Brack, expl. 91.
Rhizoma repens, paleis lanceolatis acuminatis fuscis vel ferrugineis margine angusto pallidioribns onustum; folia membranacea stricta, utrinque una cum peliolo pilis canes- centibus denique subferrugineis molliter birsuta; petiolus 2 — 5" longns; lamina 5 — 8" longa, lanceolata vel oblongo-lanceolata tripinnatisecta ; segmenta primaria subdistantia patentia petiolata ovato-oblonga vel oblonga, secundaria brevissime petiolata ovata obtusa, tertiaria basi inferiore decurrente adnata vel coadunata oblonga obtusa , pinnatifida, superiora trifida ; lobi dentati, rarius integri, margine subrevoluto vix mutato soros oligo- carpos tegentes.
Adiantum Spreng. An!. III. 122; Poir. enc. suppl. I. 143; — Cincinalis Dsv. Berl. Mag. V. 312; — Notholaena Dsv. journ. 3. 93; Poir. enc. suppl. IV. 110; J. Sm. Bot. Mag. 72. misc. 9; Lowe f. I. T. 16 B; — Myriopteris J. Sm. cat. f. cult. 29; — Adiantum hispidum Bose, ex Sw. Nephrodium lanosum Mich. f. bor. am. II. 270; — Aspidium Sw. s. 58; — Polypodium Poir. enc. V. 538; — Cheilanthes lanuginosa Nutt. ex Hook. — Polypodium cheilanthoides Beyr. — Woodsia Beyr. —
America borealis (California ex Brack.).
Praecedenti nimis affinis et fortasse nisi indumento distincta.
28. Ch. mollis Pr. t. 160.
Rhizoma repens, paleis rigidis fuscis medio nigrescentibus lanceolato-subulatis dense vestitum; folia subcoriacea, in utraque pagina, infra densius pilis stellatis denique rufes-
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Abhandl. d. Senckenb. naturf. Ggs. Bd. III.
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centibus dense tomentosa, supra denique glabriuscula ; petiolus 1 — 3" longus, fuscus, teres, tomento deraso nitidus; lamina 6 — 8" longa, lanceolata vel oblongo-lanceolata, subtripinnatisecta; segmenta primaria alterna numerosa subdistantia patenti-divergentia petiolata, lanceolata vel oblonga obtusa; secundaria utrinque 6 — 8, breviter petiolata ovato-oblonga vel oblonga obtusa, profunde pinnatipartita , apice inciso crenata, superiora et laciniae e basi cuneata obovato-rotundatae crenato-incisae, infnnae bifidae; crenae soriferae revolutae herbaceae, paullulum productae ; sori oligocarpi.
Notholaena Kz. Linn. 9. 54. f. I. 115 T. 53 f. 2; Gay. fl. chil. VI. 496; Sturm, f. chil.
16; — N. Doradilla Coli. pl. chil. rar. 46 T. 73.
Chili (Poppig. Cuming. Bertero).
f Lamina deltoideo-ovata (Spec. 29 — 31).
29. Ch. hispanica.
Rhizoma repens, paleis rigidulis opaco-fuscis lanceolato - subulatis dense vestitum ; folia subcoriacea, supra glabra, infra pilis cinnamomeis articulatis dense hirsuta; petiolus 1 — 2" longus, castaneus laevis; lamina 1" longa, deltoideo-ovata, deorsum subtripinnati- secta; segmenta primaria subopposita, infima petiolata ovata, superiora adnata oblonga; secundaria utrinque 4 — 5, adnata ovato-rotundata, crenata, inferiora lateris inferioris ad- aucta oblonga pinnatifida; crenae fertiles revolutae vix attenuatae, soros oligocarpos vix tegentes.
Hispania (Herb. Tilesii, Schousboe ex herb. Kaulf.-Roemeriano).
Pilis cinnamomeis paginam inferiorem obtegentibus inter omnes species habitu affines facillime recognoscenda.
30. Ch. leucopoda Lk. sp. 66; Kl. Linn. 20. 338.
Rhizoma?; folia membranacea in utraque pagina una cum petiolo glandulose pubes- centia; petiolus 3 — 4" longus, pallide stramineus, basi paleis flaccidis subferrugineis lanceolatis acuminatis obsitus; lamina 3" longa, deltoideo-ovata, deorsum quadripinnati- secta; segmenta primaria petiolata, infima opposita inaequaliter deltoideo-ovata, superiora oblonga ; secundaria breviter petiolata ovata vel oblonga, lateris inferioris adaucta, ultima oblonga pinnatifida; lobi dentati; dentes fertiles revoluti , manifeste scariosi, soros vix occultantes.
Mexico (Ehrenberg).
30 b. Ch. glandulifera Liebm. Mex. Bregn. 106. — Mexico.
31. Ch. viscosa Lk. sp. 66; Hk. sp. II. 104 T. 93 R; Lowe f. IV. T. 25.
Rhizoma? folia rigide membranacea, una cum petiolo supra laxe, infra dense glan- dulose hirsuta; petiolus 8" longus, rufo- fuscus subnitidus; lamina 6" longa, deltoideo-
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ovata, tri- quadripinnatisecta ; segmenta primaria subopposita patentia petiolata, infima inaequaliter deltoideo-ovata, superiora ovato-oblonga ; secundaria petiolata, ovato-oblonga vel oblonga obtusinscula, lateris infenoris adaucta; tertiaria adnata, e basi inaequali, in- feriore decurrente, superiore oblique truncata ovata pinnatifida vel subpetiolata , e basi subaequali ovato-oblonga obtusa profunde pinnatipartita ; laciniae ovatae vel oblongae obtusae, pinnatifidae ; lobuli revoluti, sensim attenuati, scariosi, soros occultantes.
Ch. Kaulfussii Kz. Linn. 13. 145; — Allosorus Roesslii Schaffn. herb.
31 b. Cli. tenuis Pr. rel. tlaenk. I. 65; Hk. sp. II. 95. — Mexico.
c. Margo segmentorum integerrimus vel leviter crenatus, fertilium revolutus continuus, soros tegens (Spec. 32 — 33).
32. Ch. glauca.
Rhizoma repens, paleis rigidulis ferrugineo-fuscis nitidis lanceolato-subulatis inte- gerrimis densissime vestitum; folia coriacea supra laete viridia, infra pallida, ad costas pilis cinnamomeis articulatis breviter hirsuta; petiolus 5 — 7" longus, fuscus nitidus; lamina 3 — 4" longa, quinquangulari-cordata, tri-quadripinnatisecta; segmenta primaria opposita, inferiora petiolata inaequaliter ovata breviter acuminata, superiora oblonga; secundaria breviter petiolata oblonga vel ovato-oblonga obtusa; ultima coadunata, late— ralia utrinque 1 — 3, oblonga, terminalia elongato-vel lineari-oblonga obtusa, margine ad costulam fere revoluto subteretia; nervi immersi, apice incrassati; sori punctiformes, denique confluentes, margine revoluto subvelati; paraphyses cinnamomeae sporangiis intermixtae, (Fig. 18. 19.)
Pteris glauca Cav. dem. 269 n. 668; Sw. s. 105; W. V. 389; Liebm. Mex. Bregn. 72; — Acrostichum Cav. Ann. d. Cienc. I. 107; Poir. enc. suppl. I. 130. — ex schedula herb. Kunzei, qui specimen auctoris vidit.
var. Segmentis ultimis integerrimis
Allosorus decompositus Kz. herb. Mett. f. Lechl. 1 1 .
Chili (Poppig. Lechler).
var. Segmentis ultimis leviter crenulatis, nervis dorsum crenarum intrantibus.
Allosorus hirsutus Pr. rel. Haenk. I. 59 T. 10 f. 1 teste specim. ; — Pellaea Hk. sp. II. 152; — Cheilanthes chilensis Fee g. 156; mem. 7. 38 T. 18 f. 2; Gay. fl. chil. VI. 494.
Chili (Pöppig. Bertero).
Folia sterilia non vidi.
33. Ch. cornuta Kz. Linn. 10. 534 (e diagnosi).
Rhizoma?; folia coriacea, supra glabriuscula, infra pilis pallidis minute pubescentia; petiolus 1 — 2" longus, ebeneus vix nitidus; rachis manifeste sulcata; lamina 9" longa, lineari-lanceolata, bi-subtri-pinnatisecta ; segmenta primaria numerosa subapproximata
10*
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breviter petiolata ovata obtusa, secundaria utrinque 2 — 3, sessilia, oblonga vel lineari- oblonga obtusa, integerrima margine ad costulam fere revoluto subteretia, infima tri— partita; nervi immersi apice incrassato soriferi; sori punctiformes, denique confluentes, margine revoluto subvelati.
Prom. b. spei (Eckion. 67. 2 excl. omnibus aliis speciminibus).
Specimen unicum incompletuin fertile vidi.
B. Cheilanthoideae rarius Polyslichoideae ; sori oblongi vel punctiformes , margine continuo vel inlerrupto sensim attenuato tecti (Spec. 34 — 39).
34. Ch. deltoidea Kz. Linn. 10, 535; Hk. spec. II. 106.
Rhizoma repens, paleis ferrugineis flaccidis lanceolatis acuminatis densissime veslitum; folia subcoriacea glabra; petiolus 1 — 2" longus, fuscus nitidus; lamina 2 — 3" longa, ovata tri-quadripinnatisecta ; segmenta primaria approximata patentia vel adscendenti- patentia petiolata ovata obtusa; secundaria subpetiolata inaequaliter ovata; ultima e basi cuneata vel inferiore exciso-cuneata ovato-oblonga obtusa vix crenulata; nervi sub- immersi; sori punctiformes, margine revoluto herbaceo velati.
Allosorus robustus Kz. Linn. 10. 502; f. II. 7 T. 104 f. 1; Pellaea Hk. sp. II. 147;
Onychium Fee g. 132; mem 8. 115.
Prom. b. spei.
34 b. Ch. Alherstoni Hk. spec. f. II. 107. — Africa australis.
35. Ch. allosuroides.
Rhizoma repens caespitosum, paleis rufescentibus subulatis densissime vestitum; folia chartacea laete viridia laxissime paleaceo-villosula, denique glaberrima; petiolus 5" longus, fuscus nitidus, supra una cum rachi lato sulcatus; lamina 5 — 6" longa, lanceolata vel oblongo-lanceolata, bipinnatisecta ; segmenta primaria oblique patentia petiolata ovata vel ovato-oblonga, infima remota et proxima subopposita, superiora alterna approximata; secundaria e basi inferiore cuneata, superiore oblique truncata, oblonga acuta, inferiora sessilia, pinnatipartita , superiora basi inferiore decurrente contluentia; nervi repetito- furcati, teneri, parte suprema paullulum incrassata soriferi; sori breviter oblongi denique confluentes; margo revolutus continuus sensim attenuatus herbaceus, vix scariosus, soros tegens, denique explanatus.
Mexico (Schmitz).
Folia sterilia non vidi.
36. Ch. microphylla Sw. s. 127; W. V. 458; Plum. T. 58. Schlecht. Linn. V. 616; Kz. Linn. 13. 143; Hk. sp. II. 84 T. 98 A; Mett. f. h. Lips. 50 (Fig. 5).
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Adiantum Sw. fl. Ind. occid. III, 1713; — Allosoms Liebm. Mex. Bregn. 67; — Casse- beera J. Sm. Hk. journ. 4. 159; — Cheilanthes micromera Lk sp. 64; Mart. Gal. Foug. d. Mex. 76; Lowe f. IV. T. 16; — Cb. pubescens. II. B. K. nov. g. I. 18; Poir. suppl. V. 536. 605; teste Schlecbtendal; — Adiantum Poir. enc. suppl. I. 141; — A. nigrum Sloan Jam. I. 93. T. 13 f. 2; — Cheilanthes pygmaea Kl. Linn. 20. 338; Hk. sp. II. 88; — Ch. aspidioides Fee g. 157; — Ch. microphylla var. aspidioides Fee mem. 7. 36 T. 9 f. 3 ; — Pteris notholaenoides Dsv. Ann. Linn. VI. 299; — - Notholaena cheilanthoides Spreng, fil. man. 227 T. 17 f. 3, 4.
Venezuela. Mexico.
var. Segmenta secundaria pinnatifida, Iobi revoluti margine scarioso soros tegentes.
Cheilanthes cucullans Fee mem. 7. 39 T. 25 f. 4 ex icone — Mexico (Schmitz).
37. Ch. Alabamensis Kz. Linn. 20, 4; 23, 306; Sill. Journ. 6. 87 (1848); Hk. sp. II. 89 T. 103 B; Mett. f. h. Lips. 50; Lowe f. IV. T. 17 A.
Pteris Buckley Sill. Journ. 1843. 177; — Pt. gracilis Rugel non KIf.
Tenesse (Rugel).
38. Ch. elongata W. ; Klf. en. 213; Hk. sp. II. 86; Kz. Linn. 23. 243.
Rhizoma repens caespitosiim, paleis rufescentibus subulatis densissime vestitum;
folia membranacea rigidula laete viridia, in utraque pagina breviter hirtula; petiolus ad 5" longus, cum ramificationibus castaneus, infra nitidus, supra pilis articulatis hirsuto- scaber; lamina 6 — 10" longa, lanceolala vel oblongo-lanceolata, bi-subtripinnatisecta ; segmenta primaria oblique patentia petiolata ovato-oblonga vel oblonga apice attenuato obtusa, infinia remota paullulum abbreviala; secundaria e basä inferiore oblique cuneata, superiore truncata auriculata oblonga acuta vel obtusa, inferiora petiolata pinnatipartita, superiora (3 — 4) basi inferiore decurrente confluentia; laciniae oblongae vel obovatae obtusae; nervi teneri, parte suprema leviter incrassata soriferi; sori punctiformes denique confluentes; margo revolutus herbaceus, sensim attenuatus scariosus, continuus, vix denique explanatus.
Ch. Linkiana Kz. olim. — Ch. microphylla Lk. sp. 63; Kz. Linn. 9. 84.
Mexico (Schmitz). Cuba (Poppig). Guadeloupe (Fk. et Schl. 215).
Difl'ert ab Ch. microphylla petiolo supra hirsuto, infra nitido, segmentis secundariis superioribus confluen- tibns ; ab Ch. alabamensi lamina in utraque pagina hirsutula , ab Ch. Moritziana lamina lanceolata.
38 b. Ch. Tweediana Hk. sp. II. 84 T. 96 B. — - Brasilia.
38 c. Notholaena nigricans Dsv. Ann. Linn. VI. 221; Pteris W. V. 396. Pluin. T. 42. — Hispaniola.
38 d. Pellaea Seemanni Hk. sp. II. 141 T. 117. B. — Mexico.
39. Ch. Moritziana Kz. Linn. 23. 307; Hk. sp. II. 85 T. 99 B.
Rhizoma repens, paleis ferrugineis lanceolatis in setam flaccidam desinentibus den- sissime villosum ; folia membranacea rigida hirtula; petiolus 3 — 8" longus, rufescens
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vel castaneus, infra nitidus, supra cum ramificationibus hirsutus; lamina 6 — 9" longa, ovata acuminata, tri-quadripinnatisecta ; segmenta primaria alterna petiolata oblique patentia inaequaliter deltoidea acuminata, infima maxima; secundaria ovato-oblonga obtu- siuscula; tertiaria adnata, e basi inferiore exciso-cuneata, superiore oblique truncata, ovato-oblonga vel subpetiolata ovata pinnatipartita; laciniae cuneato-obovatae; sori puneti- formes; margo revolutus continuus vel interruptus scariosus.
Ch. elongata Kl. msc. ; — Ch. microphylla Kl. Linn. 20. 337.
Mexico (Schiede). Columbia (Moritz 263).
Fortasse forma magis divisa Ch. elongatae.
39 b. Ch. Seemanni Hk. sp. II. 85 T. 97 B. — Mexico.
B. Segmenta ultima distincta (Spec. 40 — 43).
A. Polystichoideae vel Cheilanthoideae (Spec. 40 — 42).
a. Folia glabra (Spec. 40).
40. Ch. dichotoma Sw. s. 129, 335, T. 3 f. 7; W. V. 560; Hk. sp. II. 104 T. 102 B.
Rhizoma repens oblique adscendens, paleis fuscis lanceolatis acuminatis dense vesti- tum; folia coriacea, denique glaberrima; petiolus 8" longus, castaneus nitidus curvatus; rachis cum ramificationibus divaricato-flexuosa; lamina 6" longa, ovata quadripinnatisecta vel supra-decomposita; segmenta primaria et secundaria petiolata ovata, tertiaria ovato- oblonga, ultima brevissime petiolata, cordato-ovata obtusa, tripartita vel crenato-pinna- tifida ; lacinulae breviter lineares nervum indivisum excipientes, fertiles productae revo- lutae, vix scariosae, sorum oligocarpum tegentes.
Adiantum Poir. enc. suppl. I. 144 ; — Adiantopsis Moore ind. 17 ; — Hypolepis trifida Kl. msc.
Brasilia (Sellow).
b. Folia paleacea (Spec. 4 1 — 42).
41. Ch. scariosa Klf. Wes. d Farn. 73; en. 216; Dsv. Ann. Linn. VI. 305; Presl. rel. Haenk. I. 65; Kz. Linn. 9. 85; Hk. sp. fil. II. 99.
Rhizoma repens, caespitosum , paleis flaccidis linearibus longe acuminatis serratis densissime vestitum; folia coriacea, infra una cum petiolo paleis imbricatis ovatis disco- loribus fuscis, margine pallido ciliatis et pilis longissimis flexuosis, paleis absconditis, dense squamosa, supra pilis canescentibus flexuosis paleisque lanceolatis margine longe ciliatis lanosa; petiolus 1 — 2" longus; lamina 4 — 6" longa, lanceolata tripinnatisecta; segmenta primaria numerosa approximata patenti-divergentia elongato-oblonga obtusa; secundaria utrinque 5 — 9 subopposita, breviter oblonga, tertiaria obovato-cuneata vel rotundata; fertilia globosa, margine revoluto soros polycarpos tegente.
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Acrostichum Sw. s. 16; W. V. 125; Poir. suppl. I. 124; — Myriopteris Fee g. 119; — Acrostichum lanuginosum W. act. Erf. 1S02. 31. T. 3 f. 4.
Peruvia (Poppig) [Mexico].
41 b. Myriopteris cheiloglyphis Fee mein. 8. 77. — Mexico.
41. c. Ch. Lindheimeri Hk. sp. II. 101 T. 107 A.
Rhizoma repens elongatum crassitiem pennae corvinae adaequans, paleis 1"' longis ovatis acuminatis ferrugineis squamosum ; foiia coriacea distantia ; petiolus ad 0" longus, paleis membranaceis ovatis adpressis obsilns, denique denudatus, fnscus nitidus; lamina 3 — 5" longa, supra pilis canescentibus flexuosis laxe tomentosa, denique glabrescens, infra ad rachim costasque paleis subintegris lanceolatis in setam longam desinentibus, ceterum paleis ferrugineis ovatis vel abbreviatis margine pilos longissimos divaricalo- llexuosos gerentibus densissime squamoso-tomentosa, oblonga vel lanceolata tri-quadri- pinnatisecta ; segmenta primaria subsessilia patentia, 1" longa, oblonga apice attenuato acuta vel obtusa, superiora approximata, inferiora remota subopposita; secundaria nume- rosa approximata rectangule patentia subsessilia 2 — 3'" longa, 1'" lata, oblonga vel elon- gato-oblonga obtusa; tertiaria utrinque 3 — 6, inferiora tri— bipartita , ultima distincta vix ’V" longa, basi attenuata subpeliolata obovato-cuneata, nervum furcatum vel utrinque ramulum emittentem et apice furcatum excipientia; fertilia margine revoluto vix alte- nuata; sori oligocarpi minuti, tomento absconditi.
Myriopteris J Sm Bot. Herald. 4.
Texas (Lindheiiner 744).
Rhizomate elongato repente, paleis ovatis ferrugineis squamoso ab affinibus distinctissima.
42. Ch. elegans Dsv. Journ. d. bot. 4. 43 T. 13 f. 2; Berl. Mag. V. 328; H. B.
Kth. nov. g. I. 22; Poir. suppl. V. 536, 606; Kz. Linn. 9. 85; Hk. sp. II. 102 T.
105 B; Lowe f. IV. T. 20.
Myriopteris J. Sm. cat. f. cult. 29. — Cheilanthes lendigera Mart. Gal. f. mex. 74; Presl. rel. Haenk. I. 65; Mett. h. Lips. 50. — Ch. paleacea Mart. Gal. f. mex. 76 T. 21 f. 2; Liebm. Mex. Bregn. 107; — Myriopteris Fee mem. 8. 115 (excl. syn. Hook), 116; — Cheilanthes scariosa Kz. Linn. 13. 144.
Mexico (Leibold. Karwinsky. Schmitz) Guatemala (Warzcew.) Columbia (Lind. 512. Moritz 38).
Paleae paginam inferiorem vel costas obtegentes semper ovatae acuminatae integrae vel integerrimae numero et magniludine variant, ut nuilo modo nec Ch. paleaceam, nec Ch. myriophyllam characteribus firmis ab Ch. elegante discernere sciam.
42 b. Ch. myriophylla Dsv. Journ. d. bot. 4. 44 T. 13. 1 ; Berl. Mag. V 328; Poir. enc. suppl. V.
536, 606; Kz. Linn. 9. 85; Hk. sp. II. 100 T. 105 A; — Nolholaena J. Sm. Hook, journ. 4. 50; —
Myriopteris J. Sm. bot. Herald. 4. — Peruvia (Pöppig).
42 c. Ch. Fendleri Hk. sp. II. 103 T. 107 B. — Mexico.
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B. Cyatheoideae (Spec. 43).
43. Cli. gracilis Riehl, (ex Fee g. 1 50).
Rhizoma repens caespitosum, paleis rigidis nigricantibus margine angusto ferrugineis lanceolato-subulatis onustum ; folia subcoriäcea, supra pilis canescentibus flexuosis villo- sula, infra dense tomentosa; petiolus 1" longus, fuscus nitidus; lamina 1 — 1 ]/2" longa, ovata vel oblongo-lanceolata tripinnatisecta ; segmenta primaria subopposita breviter petio- lata, infima distantia ovato-oblonga obtusa; secundaria utrinque 3 — 5, subsessilia oblonga obtusa, ultima utrinque 1 — 2, basi attenuata adnata vel sessilia, rotundata, terminalia, basi breviter cuneata, fertilia margine revoluto sensim ac breviter attenuato berbaceo soros tegentia.
Myriopteris Fee g. 150 T. 29 f. 6; — Cheilanthes vestita Hk. sp. fil. II. 98 T. 108 B; certe quoad var. minor; — Myriopteris vestita J. Sin. cat. f. cult. 29?; — Cheilanthes Feei Moore Ind. 38.
Missouri (Engelmann).
43 b. Myriopteris rufa Fee mem. 8. 77. — Mexico.
Sect. II. Sori dorsum dentium occupantes margineque scarioso abrupte attenuato velali vel apices emar- ginatos vel sinus dentium, crenarumve occupantes, margine revoluto continuo vel interrupto , sensim vel abrupte attenuato (Spec. 44 — 84).
A. Sori dorsum dentium occupantes , margine abrupte-attenuato velati (Spec. 44 — 48).
A. Segmenta ultima distincta; Polystichoideae (Spec. 44).
44. Ch. lendigera Sw. s. 128, 328; W. V. 460; Amman act. Petrop. 10, 302 T. 22 f. 3?; Liebtn. Mex. Bregn. 107; Hk. spec. II. 96 T. 104 B; Brack expl. 92; Lowe f. IV. T. 24.
Rhizoma repens elongatum, paleis ferrugineis lanceolatis in setam flaccidam acumi- natis dense vestitum; folia coriacea supra glabriuscula , infra una cum ramificationibus petioli pilis denique ferrugineis villosa; petiolus 6 — 8" longus, castaneus; lamina 6 — 10" longa, oblonga acuminata tri-quadri-pinnatisecta ; segmenta primaria approxi- mata vel subdistantia patenti - divergentia petiolata ovato - lanceolata ; secundaria breviter petiolata oblonga obtusa; tertiaria vel ultima subsessilia rotundata, sterilia crenato-dentata vel dentata, nervis dorsum dentium intrantibus, intrantibus, fertilia margine abrupte attenuato continuo indusium spurium intramarginale latiusculum soros omnino tegens simulantia (Fig. 8 — 11).
Pteris Cav. dem. 268 n. 664; — Adiantum Poir. exc. suppl. I. 124; — Notholaena J. Sm. Journ. of. bot. IV. 50; — Myriopteris Fee g. 149 ?; — M. villosa Fee g, 149 T. 28 f. 3; M. Marsupianthes Fee g. 145 T. 12 A. f. 1; — Cheilanthes lanuginosa Mart.
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Gal. f. mex 75 T. 20 1'. 2; Kl. Linn. 20. 338-, — Ch. frigida Lind; Myriopteris J. Sm. cat. f. eult. 29; — Ch. tenuis Lowe f. IV. T. 23.
var. ß. Hook. sp. II. 96 T. 106 A.
Pilis rachidis magis paleaceis minus copiosis.
Ch. minor Mart. Gal. Foug. d. Mex 75 T. 21 f. 1 ; — Myriopteris Fee g. 150.
Mexico.
B. Segrnenta ultima eon/luentia (Spec. 45 — 48). a. Cheilanthoideae (Spec. 45 — 47).
45. Ch. tomentosa Lk. spec. f. 63; Kz. Sill. Journ. 1848. 87; Hk. sp. II 96 T. 109 A; Mett. f. h. Lips. 50; A. Gray man. 592. —
Notholaena J. Sm. 11k. journ. 4. 50; Lowe f. I. T. 15 B; — Myriopteris Fee g. 149 T. 12 A. f. 2.
America borealis.
46. Ch. Bradburii Hk. sp. II 97; T. 109. B.
Rhizoma repens breve crassum, paleis subulatis ferrugineis, ex parte nigro-cari- natis (lense vestitum; folia coriacea, supra pilis flexuosis canis laxe villosula, infra una cum petiolo pilis longissimis flexuosis paleisque intermixtis membranaceis pallide ferrü- gineis lineari -subulatis villosa; petiolus 2 — 5" longus, fuscus nitidus ; lamina 4 — 10" longa, oblongo-lanceolata vel lanceolata tripinnatisecta; segrnenta primaria distantia petio- lata, 1 — 1 V2" longa, ovato - oblonga obtusa; secundaria approximata breviter petiolata, 4— 9'" longa, oblonga obtusa; tertiaria utrinque 2 — 3, sessilia, 1 — l1^"' longa, oblonga obtusa, basi attenuata adnata, subintegerrima, suprema confluentia; nervi immersi; margo revolutus abrupte attenuatus continuus, indusium spurium manifeste intramarginale referens.
America borealis [India orientalis? Griff, ex Hook.].
47. Ch. Scovitsii Fisch, et Mey.; Hohenack. Bull. d. 1. soc. d. Mose. 1838. 241 ; Ruppr. Beitr. z. Flora d. russ. Reichs. III 48; Ledeb. fl. ross. IV. 526; Hk. sp. II 98. T. 94 B. et var.
Rhizoma caespitosum, paleis fuscis subulatis lanceolatis acuminatis vestitum; folia coriacea, supra glaberrima, infra ad costas laxissime paleacea; petiolus 3 — 4" longus, fuscus nitidus, cum rachi paleis ferrugineis lanceolatis vel ovato-lanceolatis laxe squa- mosus pilisque paucis obsitus; lamina 3—4" longa, lanceolata vel oblonga, tri-sub- quadripinnatisecta ; segrnenta primaria petiolata patentia ovata, infima remota; secundaria petiolata ovato- oblonga obtusa, lateris inferioris adaucta, ultima brevissime petiolata ovato-rotundata vel oblonga subintegerrima, inferiora binc inde pinnatipartita; nervi im-
Abliandl. d. Senckenb. naturf. Oös. Bd. III. 11
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mersi ; margo revolutus abrupte attenuatus angustus continuus scariosus ciliatus , ciliis longissimis soros totamque paginam inferiorem laminae obtegentibus, denique ferrugineis.
Ch. flmbriata Yis. fl. dalm. I. 42 T. 1 f. 1 ; Kz. bot. Z. 2. 277. — Acrostichum microphyl- lum Bertol. misc. bot. XY1II. 19 T. 4.
Italia: prope Bononiam. „ex rupestribus montis Mauro vel Mavore“. Bertoloni in herb. A. Braun; Dal- matia, Caucasus, India orientalis.
„Similis Ch. odorae et suaveolenti , sed indusiis angustissimis , villis Iongissime densissime ciliatis satis distineta“ Hohenacker 1. c.
47 b. Notholaena persica Bory. Bel. crypt. 23. — Persia. — Monente jam Rupprecht, Beitr. z. Flor, d, russ. Reichs III. 48 a Ch. Scovitsii vix diversa.
b. Cyatheoideae (Spec. 48).
48. Ch. fragrans.
Rhizoma repens caespitosum, paleis membranaceis ferrugineis lanceolatis longe acu- minatis densissime vestitum; folia opaco-viridia rigide membranacea, supra glabra, infra laxe paleaceo-pilosa , denique glabra; petiolus 1 — 3" longus, rufus vel fuscus nitidus, paleis lanceolatis acuminatis ferrugineis vel rufescentibus laxius vel densius obsitus; lamina 2 — 4" longa, ovata vel oblonga bi-tripinnatisecta; seginenta primaria subopposita patentia ovata obtusa, secundaria sessilia vel adnata oblonga vel elongato- oblonga ob- tusa pinnatifida vel pinnatisecta ; lobi vel segmenla tertiaria breviter oblonga vel oblonga, minutissime denticulata; nervi immersi vel translucentes , margo laciniarum fertilium abrupte attenuatus scariosus tenuissime ciliatus vel lacerus continuus vel rarius interrup- tus, indusiurn spurium intramarginale referens (Fig. 15 — 17).
Cheilanthes fragrans Hk. sp. II. 81 (excl. Ch. maderensis Lowe); Lowe f. IV. T. 17 B. ■ — Polypodium L. Maut. 2. 307 ; Dsf. fl. atl. II. 408 T. 257 ; Pteris Lagasc. An d. ciene. V. 158; Pteris acrosticha Balbis. — Adiantum DC. fl. franc. II. 549; Vis. fragm. ital. T. 11, 2-4 ex Vis. fl. dalm. — A. pusillum All. ex Poll. fl. veron. HI. 293. — A. odorum DC. fl. franc. V. 237; — A. odoratum Poir. enc. suppl. I. 142. — Polypodium odoratum Poir. enc. V. 541. — Cheilanthes odora Sw. s. 127, 327 ; W. V. 457 ; Vis. fl. dalm. I. 42; Schk. f. 115 T. 123; — Ch. suaveolens Sw. s. 127; W. V. 456. Schk. 116 T. 19; Hk. g. f. 106 B. ; Sibth. fl. graec. T. 966; — Adiantum Poir. enc. suppl. I. 142; — Polypodium pteridioides Reich, syst. pl. 4. 424 ex Dv. 1. c.
Regio mediterranea (Specimina ex insulis canariensibus non vidi).
Adn. Beilardi observavit, plantam per menses duos et quod excessit siccatam, tune madefactam, reviviscere (Schrad. Neues Journ. I. 1806. 56).
48 b. Ch. andina Hk. sp. II. 115. — Peruvia.
B. Sori apicem emarginatum dentium occupantes. (Spec. 49 — 54).
A. Segmenta ultima confluentia (Spec. 49 — 54). a. Cyatheoideae (Spec. 49 — 52).
49. Ch. maderensis Lowe in Hk. journ I. 26; novit, fl. mad. 528.
83
Rhizoma caespitosum, paleis membranaceis rufidulis lanceolatis acuminatis dense vestitum; folia membranacea laete viridia glabra; petiolus 1 — 3" longus, rufo-fuscus nitidus, sparse paleis lanceolatis rufescentibus vel ferrugineis obsitus; lamina 1 — 3" longa, oblongo-lanceolata vel lanceolata sub-bipinnatisecta; segmenta primaria breviter petio- lata alterna ovata obtusa, infima distantia ; secundaria utrinque 3 — 5, basi inferiore de- currente coadunata oblonga obtusa inciso-crenata , inferiora subsoluta pinnatifida ; nervi steriles dorsum , fertiles apicem emarginatum dentium adeuntes; sori distincti; dentes reflexi sensim attenuati subscariosi integerrimi, soros tegentes. (Fig. 23, 24).
Ch. fragrans Webb. et Berth. ptyt. can. 452 et 453; Hk. sp. fil. II. 81 ex parte; — Ch. suaveolens ßory in Herb. Kunze.
Madeira (Masson ; Holl,). Algeria (Bory). Sicilia (Presl. Notaris). Corsica (Soleirol herb. Cors. 4953 in herb. Willkomm ; Bequien herb. prop.).
Differt ab antecedente margine segmentorum fertilium revoluto interrupto , lobulis apice emarginato sori- feris, sensim attenuatis, mtegerrimis.
50. Ch. pilosa Goldm. nov. act. XIX. suppl. I. 455.
Ch. Macleanii Hk. sp. II. 93 T. 110 B.
Peruvia (Meyen).
Foliis utrinque hirto-pilosis ab antecedente, cui proxima, diversa (Vidi fragmenta).
51. Ch. induta Kz. Linn. 10, 538; Hk. sp. II. 92 T. 102 A.
Rbizoma repens, paleis adpressis ferrugineis nigro - carinatis rigidulis densissime vestitum; folia coriacea, supra glabra, infra pilis paleaceis flaccidis ferrugineis villo'sa; petiolus 4 — 6" longus, purpureo-fuscus nitidus, superne laxe paleaceo-pilosus ; lamina 4 — 6" longa, ovata vel oblongo-lanceolata quadripinnatisecta; segmenta primaria petiolata ovata obtusa, infima distantia opposita; secundaria petiolata ovato-oblonga ; tertiaria subsessilia oblonga rotundato-obtusa profunde pinnatipartita ; laciniae adnatae contiguae rotundatae vel rotundato-ovatae leviter crenatae; nervi immersi, steriles et fertiles ad apices retusos crenarum decurrentes; lobuli revoluti abrupte attenuati, angusti, scariosi.
Myriopteris Fee 9. 149.
Prom. bon. spei.
52. Ch. multifida Sw. s. 129, 334; W. V. 459; Bl. en. 154. Schlecht. Adumb. 49 T. 29; Kz. Linn. 10. 537 et var; Hk. spec. II. 99 T. 100 ß; Mett. f. h. Lips. 52: Lowe f. IV. T. 26. — (Fig. 20 — 21.)
Adiantum Poir. enc. suppl. I. 143 ex Moore ind. : — Cheilanthes capensis Eckl. herb.; — Lonchilis cafTrorum Sw. Schrad. Journ. 1803. II. 292.
Prom. b. spei.; Port. Natal; St. Helena.
52 b. Ch. Wriglitii Hk. sp. II. 87 T. 110 B. — Texas. Mexico.
1 1 *
84
b. Cheilanthoideae (Spec. 53).
53. Ch. Bergiana Schl, adumb. 51. (T. 31 ined.); Kz. Linn. 10. 541.
Rhizoma crassum oblique adscendens, paleis rigidis discoloribus nigricantibus mar-
gine fuscescentibus dense obtectum; folia membranacea flaccida utrinque albo-hirsutula; petiolus 6" — 1 V longus, purpureo^fuscus yel castaneus, subnitidus, una cum ramifica- tionibus supra sulcatis pilis brevibus ferrugineis dense hirtus ; lamina 8" — IV longa, lato-deltoidea tri-deorsum quadripinnatisecta ; segmenta primaiia et secundaria manifeste petiolata ovata, ultima subsessilia ovato-oblonga obtusa vel breviter acuminata profunde pinnatipartita ; laciniae approximatae oblongae obtusae, integrae repandae, crenatae vel pinnatifidae; nervi translucentes, fertiles ad apicem emarginatum crenarum vel laci- nularum soriferi; sori distincti, utrinque 1 — 3; lobuli indusiiformes scariosi pallidi inte- gerrimi distincti.
Hypolepis Hk. sp. I. 67 ; — Cheilanthes elata Kz. Linn. 10. 542 ; — Hypolepis Hk. sp II. 68.
Prom. b. spei ; Port Natal.
Sporae gldbosae tetraedricae, membrana externa verrucoso-aculeata. Ch. elata foliis magis divisis , sed
non charactere a Ch. Bergiana diversa ; in hac laciniae ultimae crenatae et crenae apice emarginato soriferae : in
illa laciniae pinnatifidae, laciuulae apice bifido vel profundius emarginato soriferae.
B. Segmenta ultima distincta (Spec. 54),
54. Ch. pteroides Sw. s. 128; W.V. 455; Schlecht, ad. 54; Bl.eri. 136.Kz. Linn. 10. 536; Hook. sp. II. 80 T. 101 A; Lowe IV. T. 21 ; Mett. f. h. Lips. 52. — (Fig. 25—26.)
Adiantum Thunb. fl. cap. 736 ; L. 7942: Lam. enc. I. 44; Poir. suppl. I. 143, 144; —
Cassebeera Pr. t 155 T. 6 f. 7; — Adiantopsis Moore Ind. 37; Fee mem. 8. 115; —
Pteris orbiculata Houtt. syst. 13. 120 T. 96 f. 3.
Prom. b. spei.
C. Sori sinus crenarum occupantes (Spec. 55 — 84).
A. Polystichoideäe (Spec. 55 — 62).
a. Segmenta ultima distincta (Spec. 55 — 56).
55. Ch. paupercula Mett. f. h. Lips. 53.
Rhizoma adscendens?, paleis rigidis fuscis lanceolato-subulatis dense vestitum ; folia ri- gide membranacea, supra laete viridia, infra pallida glaberrima; petiolus 4 — 6" longus, ebeneus nitidus teres; rachis depresso-sulcata ; lamina 7'1 longa, ovata acuminata inferne vel deorsum tri-pinnatisecta , apice elongato simpliciter pinnalisecta; segmenta primaria suberecto-patentia, inferiora manifeste petiolata oblique ovata, deorsum aucta, superiora elongato-oblonga ; secun- daria oblonga, lateris inferioris adaucta ; ultima laxe disposita, brevissime petiolata, petiolulis
85
segmentis delapsis persistentibus, ad 2 — 3'" longa, e basi inferiore ovata, superiore oblique trnncata ovato-vel oblique— elliptica rotundato-obtusa leviter crenata; nervi translucentes, utrinque 2 — 3, indivisi ; sori ad sinus crenaruin, utrinque 1 — 3, distantes; lobuli reflexi rotundati subscariosi, integerrimi.
Adiantum Kz. f. II. 65 T. 127; — Hypolepis Hk. spec. II. 73 T. 88 C. ; — Adiant- opsis Fee g. 145; — Cassebeera micromera Kl. ex Hk. I. c.; — Adiantum tenelium Bong, in herb. Kz. specimina minuta vix 2“ longa.
Cuba (Lind. 1864).
56. Ch. regularis.
Rhizoma?; folia subcoriacea opaco-viridia ; petiolus 7" longus, opaco-ebeneus, teres cum ramificationibus breviter ac dense pilis ferriigineis hirsutus; lamina 6 — 8" longa, lanceolato-oblonga bipinnatisecta ; segmenta primaria petiolata, rectangule patentia, 2" longa, oblonga obtusa; secundaria utrinque 6 — 8, approximata petiolulata, 4 — 5'" longa, e basi inferiore cuneata, superiore truncata vel auriculata trapezio-oblonga obtu- sissima, leviter crenata; nervi translucentes, utrinque 4 — 6, inferiores furcati, basal is superior repetito-furcatus; sori ad sinus crenarum , praeter basin marginem totum occu- pantes, distincli, subapproximati ; lobuli reflexi transverse oblongi vel rotundati, pallidi, margine tenuiter ciliati (Fig. 33).
Adiantum Kz. f. II. 66; — Adiantopsis Moore Ind. 36; — Cheilanthes crenulata Beyr. herb.
Brasilia (Beyrich. Bong.).
b Segmenta ultima conlluentia (Spec. 57 — 62).
a IVervi steriles dorsum dentium adeunles (Spec. 57 — 61).
f Rhizoma adscenden.s (Spec. 57— (jOj.
57. Ch. monticola Gardn. in Hook. ic. pl. 487.
Rhizoma adscendens, paleis subulatfs fuscis vestitum; folia membranacea opaco- viridia glabra; petiolus — 1'' longus, ebeneus nitidus angustissime marginatus; lamina 3 — 4" longa, lanceolata pinnatisecta; segmenta subapproximata sessilia patenlia, 5 — 8"' longa, e basi inferiore cuneata, superiore truncata auriculata, oblonga obtusa, incisa vel leviter crenala ; nervi translucentes furcati ; sori plerumque sinus segmentorum occu- pantes, distincti; lobuli indusiiformes membranacei pallidi , transverse oblongi, integer- rimi subcontigui.
Adiantopis Moore ind. 37; — Hypolepis Hk. sp. II. 114; — H. Gardneri Hk. sp. II. 74 T. 92 B.
Brasilia (Gardner).
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58. Ch. radiata J. Sm. Hk. journ. 4. 159; Mett. f. h. Lips. 52; Brack, expl.
92; Lowe f. IV. T. 14. — (Fig. 27.)
Adiantum L. 7923; Sw. s. 121 ; W. V. 437; Plum. T. 100; Lam. enc. I. 41 ; Poir. suppl.
I. 134; Arrab. fl. fluin. XI. T. 95 ; — Hypolepis Hk. sp. II. 72 T. 91 A. ; — Adianl-
opsis Fee g. 145; — Actiniopteris J. Sm. ex Fee g. 1. c.
Mexico , Antillae , Brasilia , Peruvia.
var. Petiolus ala membranacea latiuscula decurrente marginatus, rachesque primariae manifeste alatae. Brasilia (Hildebrand. Blanchet 2457).
Variat nervorum apicibus squamis calcareis onustis, indusiis herbaceis vel membranaceis scariosis.
59. Ch. pedata A. Br. ind. sem. h. Berol. 1857.
Rhizoma adscendens; folia rigide membranacea opaco - viridia glabra; petiolus 1'
longus, ebeneus nitidus; lamina 6" — 1' longa, deltoidea acuminata, deorsum tripinnati- secta; segmenta primaria subsessilia, infima maxima inaequaliter ovata acuminata,
superiora lineari-oblonga ; secundaria segmentorum infimorum elongato-oblonga , lateris inlerioris adaucta, basalia maxima; ultima sessilia 3 — 4"' longa, e basi inferiore dimi- diato-cuneata, superiore auriculata, ovata obtusa vel breviter acuta, leviter crenata; nervi vix translucentes, plerumque ad sinus crenarum soriferi; sori distincti; lobuli indusii- formes transverse oblongi submembranacei.
Hypolepis Hk. sp. II. 73 P. 92 A. — Adiantopsis elongata Kl. Berl. Gartenz. 1855 ; 393.
Jamaica, Veragua.
60. Ch. chloropliylla Sw. Vetensk. acad. Handel. 1817. 76.
Adiantopsis Fee mem. 8. 115; — Cheilanthes spectabilis Klf. en. 214; Mett. f. h. Lips. 52;
Brack, expl. 92; Lowe f. IV. T. 15; — Adiantopsis Fee mem. 8. 115; Hypolepis
Lk. spec. 67; Hk. sp. fil. II. 73 T. 88 B. ; — Cheilanthes brasiliensis Badd. f. bras. 60 T. 75 f. 2; — Adiantopsis Fee g. 145; — Hypolepis comifolia Pr. t. 162; — Aspidium Pr. del. Prag. I. 175.
Brasilia.
f Rhizoma repens (Spec. 61).
61. Ch. flexuosa Kz. Linn. 22. 578; Hk. spec. II. 104.
Rhizoma?; folia membranacea, utrinque, infra densius, pubescenti-glandulosa; pe- tiolus 4" longus, castaneus nitidus, strictus, supra cum rachi leviter flexuosa sulcatus; lamina 8" longa, ovata, tri-quadripinnatisecta; segmenta primaria adscendenti-patentia petiolata ovato-lanceolata , secundaria et tertiaria breviter petiolata distantia ovata integra vel ovato-oblonga obtusa leviter crenata vel pinnatifida; sori sinus crenarum occupanfes; lobuli indusiiformes subscariosi distincti vel confluentes; paraphyses paucae sporangiis intermixlae.
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Ch. inicrophylla Bong, in litt.
var. minor Kz. I. c. Rhizonia repens, paleis adpressis rigidis subulatis fuscis nigro-carinatis densissime vestitum ; petiolus 1" longus; lamina 3“ longa, coriacea bipinnatiseeta ; segmenta primaria lineari oblonga, secun- daria brevissime petiolata rotundata vel oblonga , terniinalia soluta.
Brasilia.
Forma minor fortasse a forma typica distinguenda ; sed e speciminibus incoinpletis novam speciem proferre non audeo.
ß. Nervi steriles et fertiles sinus dentium adeuntes (Spec 62).
62. Ch. glandulosa. Sw. Vetensk. acad. Handel, 1817. 77.
Folia coriacea, utrinque una cum petiolo glandulose-hirta , tripinnatisecta; segmenta primaria petiolata ovato-lanceolata , „inferiora sterilia, superiora fertilia ££ ; secundaria e basi inferiore exciso-cuneata, superiore truncata producta, ovato-oblonga obtusa, pinnati- partita vel pinnatisecta; laciniae vel segmenta tertiaria inferiora cuneato-ovata incisa; lacinulae steriles anguste emarginatae; nervi manifesti; „sori solitarii minutissimi; indu- sia membranacea albida“. (Vidi fraginentum sterile.) (Fig. 32.)
Brasilia.
„Species obscura habitu valde singulari, a rachi longissima flexuosa scandenlis naturae apparet; in com- pletioribus olim examinanda.“ Swartz. I. c.
B. Cheilanlhoideae (Spec. 63 — 68).
a. Lobuli revoluti distincti (Spec. 63 — -65).
«. Nervi steriles et fertiles sinus dentium adeuntes (Spec. 63).
63. Ch. Schimperi Kz. f. I. 52 T. 26.
Rhizoma repens abbreviatum, paleis rigidis fuscis subulatis dense vestitum; folia chartacea pallide viridia glabra; petiolus 5" longus, una cum ramificationibus inferioribus purpureo-castaneus ; lamina 3 — 5" longa, lato triangularis tri-deorsum quadri-pinnatisecta; segmenta primaria approximata suberecto-patentia petiolata, infima maxima inaequaliter ovata acuminata, secundaria erecto-patentia ovato-lanceolata acuminata, ultima ala angusta confluentia, e basi cuneata lineari-lanceolata, inciso-serrata , apice bi-tridentata ; nervi indivisi sub angulo acuto e costula egredientes; sori utrinque 3 — 4, sinus dentium occupantes. distantes; lobuli indusiiformes pallidi, transverse oblongi, integerrimi, lateris utriusque subconniventes (Fig. 34 — 35).
Hypolepis Hk. sp. II. 70; Fee g. 147; — Adiantopsis Moore ind. 37.
Abyssinia (Schimper).
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ß Nervi steriles dorsum dcntium adeuntes (Spec. 64—65).
64. Ch. californica.
Hypolepis Hk. sp. II. 71, T. 88 A; — Aspidotis Nutt in herb. Hook.; — Adiantopsis Moore Ind. 37; Cheilanthes Coulteri Harw. ex Hook.
California.
65. Ch. incisa Kz. herb.
Rhizoma tenerum repens caespitosum vel oblique adscendens, paleis subulatis fuscis rigiduhs yestituin; folia chartacea laete viridia glabra; petiolus 1 — 2" longus, fuscus nitidus; lamina 1 — 1%" longa, ovata bi— tripinnatisecta ; segmenta primaria utrinque 3 — 6, erecto-patentia petiolata, 8"' longa, ovato-oblonga , ultima laxe disposita, e basi cuneata spatbulato-lanceolala , submucronato-acuminata , inciso-serrata ; dentes infimi plerumque steriles acuti superiores plerumque margine externo monosori abbreviati retusi ; nervi indivisi, steriles basin dentium inlrantes, superiores fertiles in dorso abbreviato retuso dentium soriferi; lobuli reflexi herbacei vel pallidi, transverse oblongi vel elongati, integerrimi (Fig. 28 — 31).
Asplenium fluminense Bong. herb. Kz. ; — Lonchitis tenuifolia Beyr.
Bio-Janeiro : Sierra D’Eslpella.
Dilferl a Ch. californica, cui proxima, laciniis ultimis plerumque margine extrorso monosoris, Iobulis indusii— formibus transverse lunato-oblongis vel elongalis, sorisque ad apices retusos dentium abbreviatorum silis ; nec minus dispositione segmentorum secundi et tertii ordinis infimis, nempe plerumque latus exlerius laminae occupan- tibus, ab Ch. Schimperi et californica diversa.
b. Margo revolutus continuus sensim attenuatus (Spec. 66 — 68).
66. Ch. an gusti folia. H. B. Kth. nov. g. I. 17; Poir. enc. suppl. V. 536, 605.
Rhizoma repens caespitosum , paleis subulatis rigidulis adpressis fuscis denique ni-
gricantibiis vestitum; folia chartacea glabra fragilia ; petiolus 4 — 9" longus, ebeneus vel fuscus nitidus; lamina 4 — 8" longa, ovata vel quinquangularia-ovata vel ovato-lanceo- lata bi-tri-pinnatisecta ; segmenta primaria adscendenti-curvata subapproxjmata , alterna vel subopposita, petiolata ovato-lanceolata, secundaria vel tertiaria basi cuneatim atte- nuata adnata, ala angustissima confluentia, elongato-lanceolata, apice attenuato acuminata vel obtusiuscula, inferiora trisecta, sterilia serrata ; nervi angulo acuto e costa egre- dienles, furcati, steriles dorsum , fertiles sinus dentium adeuntes; margo sensim attenuatus continuus subscariosus, eroso-dentatus, soros tegens.
Allosorus Pr. t. 152; Liebm. Mex. Bregn. 67; J. Sm. Bot. Herald. 5; - Onychium Kz. f. II. 11; Hk. sp. 11. 123; — Allosorus decompositus Mart. Gal. 43 T. 10 f. 2; — Cheilanthes Fee mem. 9. 9; Pellaea Hk. sp. II. 152.
Mexico (Karwinsky).
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var. intermedia. Segmenta ultima e basi cuneata spallmlato-lanceolata vel lanceolata; margo revolutus continuus.
Ch. cuneata Lk. spec. f. 63; Hk. sp. II. 107; Mett. f. h Lips. 51 ; Lowe f. IV. T. 27; —
Allosorus Pr. t. 153; — Cassebeera J. Sm. Hk. journ. 4. 159.
Mexico. Guatemala.
var. lata. Segmenta ultima e basi cuneata obovata acuta vel obtusa, vel obovato-Ianceolata , serrato-
dentata, ad apices retusos dentium sorifera ; sori plerumque distincti, lobulis distinclis reflexis tecti.
Cheilanthes chaerophylla Kz. Linn. 23. 307; Mett. f. h. Lips. 51; — Ch. chaerophylloides Fee mem. 8. 117; 9. 9.
Mexico (Vidi specimina hortensia e terra mexicana enata).
66 b. Pellaea Scinneri Hk. sp. II. 141 T. 118 B. — Guatemala.
67. Ch. marginata H. B. K. nov. g. I. 18; VII. T. 699; Poir. enc. suppl. V.
536, 606; Hk. sp. II 105 (excl. exclud.); Mett. f. h. Lips. 51.
Allosorus J. Sm. bot. Herald. 5; — Cheilanthes rufescens Lk. sp. 62; — Ch. hirsuta Lk. sp. 63; Kz. Linn. 23. 244; Hk. sp. II. 11; — Ch. crenulata Lk. hört. Brl. 2. 42; sp. f. 63; — Ch. pyramidalis Fee mem. 7. 38 T. 25 f. 3 ex icone; Allosorus
Schaffn. in herb. Fee; — All. ciliatus Pr.rel. Haenk. I. 59 ; t. 153; Kz. Linn. 9. 56;
Mart. Gal. Foug. d. Mex. 48; Liebm. Mex. Bregn. 66; — Cheilanthes Fee mem. 9. 9. —
Allosorus chaerophyllus Mart. Gal. foug. d. Mex. 47 T. 11; — Onychium Fee g. 132; — Cheilanthes Fee mem. 8. 117; — Allosorus caespitosus Kz. Linn. 23. 218 (non Pr.); — Cheilanthes Mett. f. h. Lips. 51; — Cryptogramme Jamesoni Hk. et Grev. ic. f. 158 nomen ; ex Hk. sp. fd. II 127.
Mexico, Venezuela, Caraccas, Peruvia.
Cultura continuata docuit Ch. caespitosam, a me olim distinctam, formam Ch. marginatae fuisse.
67 b. Ch. angustifolia Fee g. 156; Allosorus Mart. Foug. d. Mex. 6330. — Mexico.
Ex auctore indusio hirsuto insignis, ergo fortasse ab n. 69 non diversa.
68. Ch. auriculatn Lk. hört, berol. II. 36; sp. 62; Kz. Linn. 10. 531; Mett,
f. h. Lips. 51.
Pteris Sw. s. 103; W. V. 365 ; Schlecht, ad. 41 T. 23; Hk. et Grev. ic. 116; —
Adiantum Thbg. prod. f. cap 173; R. Br. prod. 173; — Allosorus Pr. t. 153; — Cas- sebeera J. Sm. bot. Mag. 72. Mise. 20; Pellaea Hk. sp. II. 140. — Pteris confluens
Thbg. prod. fl. cap. 173.
Prom. b. spei, Port. Natal.
C. Cyatheoideae (Spec. 69 — 84).
a. Folia infra pulvere ceraceo obsita, nonnumquam simul paleacea (Spec. 69 — 74).
69. Ch. argentea Kz. Linn. 23. 242; Hk. sp. II. 77; Mett. f. h. Lips. 50; Lowe
f. IV. T. 12.
Pteris Gmel. nov. act. petrop. XII. 519 T. 12 f. 1; Sw. Schrad. Journ. 1803, II. 287; s. 105, 301; W. V. 360; Poir. enc. suppl. IV. 600; Langsd. et Fisch, f. 19 T. 22 ;
12
Abhandl. d. Senckenb. naturf. Ges. Bd. III.
90
Ruppr. Beitr. z. Flor. d. russ. Reichs. III. 46; Ledeb. fl. ross. IV. 524. — Allosorus Pr. t. 153; — Cassebeera J. Sm. Hk. journ. 4. 159; — Aleuritopteris Fee g. 154; mem. 8. 117; — Pteris pedata var. A. (L.) Lam. enc. V. 717.
Sibiria altaica, baikalensis.
69 b. Pteris argyrophylla Sw. s. 105; W. V. 361; Poir. enc. suppl. IV. 601. — Allosorus Pr. t. 153; — Aleuritopteris Fee g. 154; mem. 8. 117; — Pteris argentea Bory. voy. 4 isles d’Afriq. 1. 327. — Ins. Bourbonia.
Ex sententia Hookeri ab n. 71 non diversa.
70. Ch. pulveracea Pr. rel. Haenk. I. 64; Kz. Linn. 18. 338; Hk. sp. II. 78; Mett. f. h. Lips. 51 (quoad descript. excl. spec. hortensibus) ; Lowe f. IV T. 28.
Rhizoma adscendens, paleis concoloribus rigidulis fuscis nitidis lanceolatis acumi- natis integerrimis vestitum; folia subcoriacea, supra laete viridia, infra massa ceracea pallide sulphurea adspersa; petiolus 2 — 5" longus, castaneus nitidus , paleis concoloribus fuscis nitidis ovato- lanceolatis acuminatis laxe obsitus; lamina 2 — 5" longa, ovato- lanceolata subbipinnatisecta ; segmenta primaria sessilia opposita patenti-divergentia, infima ovata obtusa subpinnatisecta , superiora adnata elongato-oblonga profunde pinnati- partita; laciniae vel segmenta secundaria oblonga obtusa crenata, segmentorum infimo- rum elongato-oblonga pinnatifida, basi inferiore decurrente coadunata vel distincta, lateris inferioris adaucta, pinnatipartita ; nervi subimmersi; sori ad sinus crenarum; margo revo- lutus scariosus